Hildisrieden: Reges Kilbitreiben und erstmalige Vergabe des «Armbrustpriis»
Am letzten Wochenende im April lockte das Kilbiangebot der Götschizunft viele Leute ins InPuls-Areal. Es begann mit einem Feierabendtrunk am Freitag im InPuls-Foyer und gipfelte in der erstmaligen Verleihung des «Armbrustpriis».
Das Trio «Echo vom Bienzwald» aus Schüpfheim, bestehend aus Vater Urs Kaufmann am Bass mit den Söhnen Remo und Lars an den Schwyzerörgeli oder Akkordeon, läutete mit guter Stimmung die Kilbi 2024 ein. Die Einwohner von Hildisrieden und die Fans der «Bienzwäldler» genossen die abendliche Unterhaltung.
Der Kirchweih-Gottesdienst am Sonntag
Die InPuls-Aula war bis auf den letzten Platz und darüber hinaus gefüllt mit Gottesdienstteilnehmern und -teilnehmerinnen sowie mit Kilbigästen. Erich Hausheer nahm den Weinberg des Herrn als Leitbild: «Gott als Winzer, der Weinstock symbolisiert Jesus und die Menschen sind die Reben. Die Menschen haben das gleiche Leben wie Jesus, die gleiche Urkraft. Der Winzer, also Gott, übernimmt die Verantwortung für gute Früchte. Er reinigt (schneidet) und pflegt die Reben, also uns Menschen. Er will, dass es uns gut geht. Das Bild vom strafenden Gott ist im Kontext der Kirche endlich verschwunden.» Im Lied «Aus vielen Trauben gibt es Wein, aus vielen Menschen wird Gemeinschaft» wurde ausgedrückt, dass eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten die wahre Kirche ist.
Der Kirchenchor Hildisrieden unter der Ad-hoc-Leitung von Werner Bucher und Ursula Sulzer am Piano sang u. a. «So ein schöner Tag, der dürfte nie vergehn», die Botschaft, Kirchweih-Erinnerungen auch im Alltag zu pflegen.
Der «Armbrustpriis»
Zwischen dem von der Kirchgemeinde offerierten Apéro und dem Mittagessen verlieh die Gemeindepräsidentin Monika Emmenegger zum ersten Mal den «Armbrustpriis».
Seit 2004 wurde mit der «Wilden Riedhilde», einer von einem Lehrer und einer Lehrerin speziell kreierten Puppe als Wanderpreis, jedes Jahr eine Einzelperson, eine Familie, ein Verein oder eine Institution honoriert. Die «Wilde Riedhilde» war ein Anerkennungs- und Förderpreis für ein besonderes Engagement in der Gemeinde in den Bereichen Kultur, soziales Engagement, Umwelt, Beruf und Sport. Sie geniesst nun ihre «Pension» bei der letztjährigen Preisträgerin, der Jagdgesellschaft Römerswil, auf einem ehrenvollen Plätzchen im Jagdhaus.
Die nun nicht mehr so wilde Riedhilde wurde abgelöst vom Gemeindewappen-Emblem, der Armbrust, in Form eines Schecks über 500 Franken.
Die Gemeindepräsidentin erklärte im InPuls-Foyer: «Den Armbrustpriis 2024 erhält ein Verein, der im Jahr 1978 gegründet wurde.» Nun ging das Raten unter den Kilbigästen los. Durch weitere Detailangaben der Preisverleiherin kam man bald auf die richtige Spur. Als dann ein paar sportliche Herren mit Begleitung an einem Tisch zu applaudieren begannen, war es klar: Die Männerriege ist die erste «Armbrustpriis»-Trägerin. Diese Ehre haben die flotten Männer mehr als verdient. Ihre Devise ist «Bewegung, Kraft, Spass und Spiel im Team stärkt den Körper und fördert das Wohlgefühl».
Der Verein trifft sich nicht nur wöchentlich in der Turnhalle, sondern auch seit sieben Jahren an gemeinsamen Wander- und Velonachmittagen. Seit 2021 pflegen die Männer Kooperation mit dem «Aktiven Alter». Die Männerriege leistet auch für die Gesellschaft und das Dorf wichtige öffentliche Aufgaben. Die Mitglieder sind an der Kilbi an einem Stand anzutreffen. Sie helfen jedes Jahr mit beim Einrichten und Abräumen des Pfarreifestes an Fronleichnam. Das grösste Engagement ist jeweils der Suppentag zu Beginn der Adventszeit. Letztes Jahr wurden am 2. Dezember bei der 42. Durchführung 270 Liter Suppe mit 92 kg Rindfleisch und 87 kg Gemüse ausgeteilt. Der Reinerlös von 1713 Franken wurde der Vereinigung Cerebral Zentralschweiz überreicht. In all den Jahren konnten über 50 000 Franken an eine wohltätige Institution überwiesen werden. Voller Stolz äusserte sich Monika Emmenegger: «Menschen, die sich aus Überzeugung und ohne Erwartung materieller Gegenleistung für eine gute Sache einsetzen, sind für den gesellschaftlichen Zusammenhalt von unbeschreibbarem Wert.»
Mit grosser Freude übernahm der Präsident der Männerriege, Sepp Muff, den grosszügigen Scheck: «Wir wissen mit dem Geld schon etwas Gescheites anzufangen.»
Während und nach dem Mittagessen war im Schulareal reger Kilbi-Standbetrieb der Vereine. Mit einigen kilbimässig animierenden Sets unterhielten die «Ronspatzen Hildisrieden» die vielen Kilbibesucher und -besucherinnen.
Text und Bilder: Emil Barmet