Hildisrieden: Chilbi in Traselinge
Am Sonntag, 16. Juni 2024, feierte die Nachbarschaft um Traselinge und die Pfarrei Hildisrieden den Gedenktag des hl. Antonius von Padua sowie den Jahrestag der Kapellenweihe auf der Höhe über Traselinge.
Das kleine Heiligtum wurde genau am Antoniustag, 13. Juni 2002, vom damaligen Bischof Kurt Koch eingeweiht und als Gebetsort empfohlen.
The Pipes and Drums of the Lucerne Caledonians
Sechs Männer, in Kilts (Schottenröcke) gekleidet und Bagpipe (Sackpfeife, «Dudelsack») spielend, schritten durch den Mittelgang auf die Altarbühne. Unter der Leitung von Roland Essig, Drum Major (Tambourmajor), nahmen sie mit schottisch- traditionellen Rhythmen und Melodien aktiv an der Feier teil. Sogar den Vögeln des Waldes schienen diese Klänge zu gefallen. Die militärisch klaren Kommandos des Majors zeigten die stramme Disziplin, die zu dieser Musik gehört.
«Friedensgebetskonferenz»
Erich Hausheer, der Pfarreileiter, begrüsste die vielen Menschen, die sich auf der Anhöhe ob Traselinge eingefunden hatten. Er sagte: «All diese Leute hier hätten in der Kapelle nicht Platz gehabt. So sind wir in die ‹Waldkathedrale› oberhalb des Gebetsortes ausgewichen. Ein wunderbarer Ort ist das hier mit einer phantastischen Aussicht in die Berge und hinüber auf eine andere wichtige Anhöhe, den Bürgenstock, wo im Moment die grosse Ukraine-Friedenskonferenz stattfindet. Wir beten für die Politikerinnen und Politiker um fruchtbare Gespräche, die vielleicht einen Samen für den Frieden zwischen Russland und der Ukraine und für den Weltfrieden hervorbringen mögen. In diesem Sinne halten wir auf diesem Hügel heute so quasi eine ‹Friedensgebetskonferenz›.»
Der Förderverein Niklaus von Flüe und Dorothee Wyss hat dafür gesorgt, dass eine Statue von Bruder Klaus in einem Konferenzraum auf dem Bürgenstock stehen darf.
Der Einsiedler im Ranft wurde bei der Tagsatzung der zerstrittenen acht alten Orte der Eidgenossenschaft in Stans im Dezember 1481 um einen guten Rat angefragt, der wieder Frieden in die zerfahrene Situation brachte. Ohne dieses weise Votum des charismatischen Mannes wäre die Schweiz nicht so, wie sie jetzt ist. Möge der Geist des Friedensstifters die Politiker und Politikerinnen unterstützen.
Amazing Grace – unglaubliche, versöhnende Gnade
Dieser weltbekannte Song, gespielt von den Lucerne Caledonians, hätte nicht besser in dieser Situation passen können. Gnade der Versöhnung braucht jetzt die Welt. Gottvertrauen allein nützt aber nichts, sondern der Same für den Frieden gemäss Tagesbotschaft aus der Bibel muss gefunden und ausgesät werden. Dann braucht es die passende Architektur des Friedens, wie Erich Hausheer in seiner Predigt sagte.
Zusammensein, miteinander essen und trinken
Nach der eindrücklichen Feier bekam Josef Zwinggi, der 22 Jahre und darüber Diener des geschätzten Kleinods ob Hildisrieden war, das Wort: «Es gibt mir ein gutes Gefühl, dass das ‹Sorg ha› zum Heiligtum so gut weitergeht. Ich musste und wollte ‹einen Gang zurückschalten›.» Seine Aufgabe ist jetzt das Sakristanenamt der Kapelle. Er durfte zum Apéro einladen, der von der Kapellenstiftung offeriert war.
Wahrend des Mittagessens spielte die sehr gut aufgestellte Luzerner Veteranenmusik unter der Leitung des Vizedirektors. Der umsichtige Präsident dieses Musikcorps ist seit Jahren Josef Zwinggi.
Diese Möglichkeit des friedlichen Beisammenseins wurde von den Anwesenden sehr geschätzt.
Text und Bilder: Emil Barmet