Skip to main content Skip to page footer

Goldenes Handwerk im Michelsamt

Mit einer Berufslehre hat man gute Karten in der Berufswelt. Die Möglichkeiten sind danach in alle Richtungen offen. Drei Betriebe, drei Beispiele für goldenes Handwerk.

Häuser, Strassen oder Mauern: Praktisch überall wo heute gebaut wird, braucht es Beton. Pflastersteine, Treppen oder Kanalisationsrohre sind typische Produkte, die aus der Arbeit einer Betonwerkerin / eines Betonwerkers resultieren. Und damit sind wir schon ganz in der Welt der Müller-Steinag Gruppe angelangt, die schweizweit an 16 Standorten Betonprodukte herstellt.

Betonwerker lautet die Berufsbezeichnung derer, die den Beton in Form bringen. Das Unternehmen, welches seinen Ursprung im Bohler Rickenbach findet, bildet seit 2014 junge Berufsleute mit den entsprechenden Fertigkeiten aus. Neben Rickenbach wird die Ausbildung zum Betonwerker auch an den Produktionsstandorten Brugg, Stansstad, Schachen, Mauren, Däniken, Lyss und Granges angeboten. «Gut ausgebildete Betonwerkerinnen und Betonwerker sind der Erfolgsfaktor für jede Betonproduktion. Mit ihrem ausgedehnten Fachwissen bereichern sie langfristig jede Abteilung und helfen täglich mit das Produktionsverfahren auf ein neues Level zu adaptieren.


«Mit der Ausbildung Betonwerker/in begeistern wir junge Leute vom Baustoff Beton und ermöglichen ihnen einen gelungenen Start ins Berufsleben», sagt Ramon Felix, Sachbearbeiter Personalwesen, der selbst einmal Auszubildender am Standort Rickenbach war. «Betonwerker haben gute Zukunftsaussichten. Viele der Lernenden, welche wir ausbilden, erhalten nach der Ausbildung auch die Möglichkeit, bei uns weiterzuarbeiten. Die Berufsmöglichkeiten sind gut, denn das Bauen mit vorfabrizierten Elementen liegt im Trend», so Ramon Felix. Nebst den schulischen Voraussetzungen bedarf es vor allem Freude an der handwerklichen Tätigkeit sowie an der Arbeit mit Geräten und Maschinen – so steht es auch im Anforderungsprofil.

Technisches Verständnis, eine kräftige Konstitution und räumliches Vorstellungsvermögen runden das Profil einer Betonwerkerin, eines Betonwerkers ab. Bist du ein Organisationstalent? Umso besser. Die Ausbildung lockt mit einem Mindestlohn von 4 800 Franken nach abgeschlossener Ausbildung. Obwohl auf dem Gebiet Fachkräftemangel herrscht, hatte die Müller-Steinag Gruppe bisher kaum Mühe, die freien Lehrstellen zu besetzen. «Unsere Lehrstellenvermittlung verlief in den letzten Jahren viel über Mund-zu-Mund-Propaganda. So konnten wir immer wieder motivierte und gute Lernende anwerben», so Ramon Felix.

Das Stromnetz bauen bei der CKW

Typische Berufe, auf die die Umschreibung «Goldenes Handwerk» passen, sind die des Netzelektrikers und des Elektroinstallateurs. Dank ihnen fliesst der Strom. Die CKW-Gruppe ist mit über 350 Lernenden in 14 Berufen der grösste privatwirtschaftliche Lehrbetrieb der Zentralschweiz und bietet Lehrstellen in beiden Berufen.

Der Netzelektriker baut und pflegt das Energie- und Datennetz. Die Lehre gibt es in den Fachrichtungen Energie, Telekommunikation oder Fahrleitungen. Bei CKW werden die Jugendlichen beim Lehrberuf Netzelektriker insbesondere in der Fachrichtung Energie ausgebildet. In dieser Funktion werden Nieder- und Hochspannungsleitungen auf Freileitungen oder in den Boden verlegt. Auch für den Unterhalt der öffentlichen Beleuchtung an Strassen, Wegen oder Plätzen ist der Netzelektriker zuständig. Der Elektroinstallateur ist zuständig für die Erstellung der elektrischen Installation im Gebäude und deren Unterhalt, wie zum Beispiel für Licht, Anlagen der Gebäudeautomation, Kommunikationssysteme oder Photovoltaikanlagen.

«Betonwerker haben gute Zukunftsaussichten. Viele der Lernenden, welche wir ausbilden, erhalten nach der Ausbildung auch die Möglichkeit, bei uns weiterzuarbeiten.»

Ramon Felix, Sachbearbeiter Müller-Steinag Gruppe

«Ein zentrales Thema bei der Arbeit in unserer Branche ist die Sicherheit. Fachleute bedenken stets die Gefahren des Stroms, schützen sich und müssen sich voll und ganz auf das Team verlassen können. Die Vorschriften zu Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz sowie Umweltschutz halten sie vollumfänglich ein», betont Pirmin Spichtig, Leiter Berufsbildung bei der CKW.

Und welche Eigenschaften braucht ein Netzelektriker oder Elektroinstallateur? Laut dem Berufsbeschrieb ist eine abgeschlossene Sekundarschule mit guten, bis sehr guten Noten in den Fächern Mathematik, Physik und Geometrie, sowie ein Flair für elektrotechnische Vorgänge Grundvoraussetzung. Eine rasche Auffassungsgabe und handwerkliches Geschick ergänzen das Profil. Bei CKW können leistungsstarke Lernende die Berufsmatura, entweder lehrbegleitend oder nach Abschluss der Lehre, absolvieren.

«Für den Lehrbeginn im Sommer 2023 haben wir 85 Lehrstellen aus verschiedenen Berufsgattungen zu besetzen.

Rund 80 Prozent machen dabei die Lehrberufe Elektroinstallateur und Montage-Elektriker aus», weiss Pirmin Spichtig. Oft ist das Angebot an Lehrstellen grösser als die Nachfrage bei den Schulabgängerinnen und -abgängern. «In technischen

Lehrberufen ist das tatsächlich eine Herausforderung, weshalb wir uns stark in diesem Bereich engagieren. Top ausgebildete Führungs- und Fachkräfte im Energiebereich, ist ein entscheidender Faktor für die Umsetzung der nationalen Energiestrategie. Wir investieren viel in die Ausbildung unserer Lernenden.

Auch nach dem erfolgreichen Lehrabschluss bieten wir unserem Nachwuchs langfristige Entwicklungsmöglichkeiten. Mit der Energiewende und der stetigen Digitalisierung bietet CKW zukünftigen Mitarbeitenden viele spannende Stellen in den unterschiedlichsten Bereichen an. Ein erfolgreicher Lehrabschluss in den oben erwähnten Bereichen öffnet bei CKW spannende Türen, für die persönliche Weiterentwicklung oder für eine Spezialisierung», sagt Pirmin Spichtig.

Neue Wege bei der Lehrlingssuche

Man muss nicht weit suchen, um Beispiele für erfolgreiches Handwerkertum zu finden. In Neudorf etwa wirtschaftet in dritter Generation das Familienunternehmen Gebr. F. + B. Meyer AG. Sie ist eine der Firmen in der Schweiz, die den Beruf des Fassadenbauers ausbilden. Der Fassadenbauer gibt Wohn- und Geschäftshäusern ein Gesicht, aus Aluminium oder Stahl. Vorher

werden Unterkonstruktionen aus Holz, Alu oder Stahl erstellt. Die Arbeiten erfordern eine hohe Präzision und ein gutes räumliches Verständnis. Aktuell sei es schwierig, gute Leute zu finden. Mit einer Öffentlichkeitskampagne will die Gebr. F. + B. Meyer AG das ändern. «Es ist unser Ziel uns als Lehrbetrieb zu positionieren», sagt Raphael Meyer, der mit Christian Meyer das Geschäft per 1 Januar 2021 neu übernommen hat. Dabei gehe man auch neue Wege und setzt neben Flyern und Broschüren etwa auch auf Social Media. Dort gibt es Bilder und Videos, welche die Jugendlichen in die Welt des Fassadenbaus führen.

Dabei sei der Beruf im Hinblick auf den Klimawandel aktueller denn je: «Mit unserem Fassadensystem helfen wir aktiv mit, Ressourcen zu schonen in dem wir langfristige, nachhaltige und effiziente Fassaden bauen. Wir wollen das Handwerk des hinterlüfteten Fassadenbaus weiterführen und auch weitergeben», sagt Raphael Meyer.

Und welche Eigenschaften brauchts, um die dreijährige Lehre zu bestehen? «Es braucht sicher die Motivation, etwas erreichen zu wollen», beginnt Raphael Meyer. «Dann sollte man von robuster Statur sein, weil man bei Wind und Wetter draussen arbeitet. Und auch die Fähigkeit als Teamplayer zu arbeiten, ist wichtig.» Dafür gebe es nach der Ausbildung sehr spannende Weiterbildungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel zum Objektleiter oder zum Bauführer Gebäudehülle.

«Attraktiver Wohnen und Arbeiten mit Aufwind in Ihrer Fassade ist unser täglicher Antrieb. Modern, Dynamisch, Bodenständig und ein gesunder Menschenverstand. So ticken wir», sagt Raphael Meyer.

Text und Fotos: Sandro Portmann




Das könnte Sie auch interessieren