Glück auf dem Rücken der Pferde ... und Bullen
Am vergangenen Wochenende lud der Reitverein Beromünster zum alljährlichen Concours in Gunzwil. 15 Prüfungen konnten über drei Tage hinweg absolviert werden. Den Sieg vom Sonntag räumte Lea Hüsler auf Joy ab. Das Bullriding am Samstag war eine Attraktion und Pia Furrer aus Gunzwil wurde für ihre Leistung hinter den Kulissen gefeiert.
Die zwei Springen über 120 Zentimeter am Sonntagnachmittag stellten den Höhepunkt der Pferdesporttage Beromünster dar. Gewonnen wurde der Concours schliesslich von einer Lokalmatadorin, Lea Hüsler aus Rickenbach auf Joy. Sie platzierte sich hauchdünn vor dem eigentlichen Favoriten Pascal Bucher aus Retschwil auf Targa. Auch aus Neudorf sprang sich jemand ganz weit nach vorne, nämlich auf den 4. Platz, Katharina Hagen auf Casallini.
Regen wie aus Kübeln
War der Freitagabend noch von Wetterglück begleitet, regnete es am Samstag ergiebig. Trotzdem konnte alles nach Plan ablaufen, die Zuschauerzahl schoss indessen nicht gerade in die Höhe.
«Pferde sind für mich wie ein guter Kumpel. Wenn du Tage hast, an denen es dir nicht gut geht, gibt dir das Pferd sehr viel!»
Die leidenschaftliche «Rösselerin» Pia Furrer über die Bedeutung der Pferde für sie.
Sattelfest
Am Samstagabend stand die Prüfung 11 «Bullriding Kategorie SP/CS» auf dem Plan. Das hätte in Zweierteams stattfinden sollen, wobei ein Reiter, eine Reiterin den Concours als Punktespringen so lange absolvierte, wie sein, beziehungsweise ihr Teampartner beim «Bullriding» nicht zu Boden fällt. Da es die Stunde zuvor buchstäblich aus Kübeln schüttete und der Reitplatz wie ein Schwamm durchtränkt wurde, mussten die Pferde im Stall bleiben und die Absolventen massen sich lediglich beim Bullriding. Auf dem massigen, schwarzen Ungetüm aus Kunststoff, das sich in alle Richtungen zunehmend unkontrollierbarer bewegte, galt es, so lange wie möglich im Sattel zu bleiben.
Dass dies ein grosses Kunststück ist, das viel Beweglichkeit und Balance erfordert, war den zwar wenigen, aber begeisterten Zuschauer:innen schnell klar. Gewonnen hat hier das Team Tamara Scherer / Debora Moser, wobei sich Debora als absolutes Spitzentalent in dieser Disziplin erwies. Nichts konnte die junge Reiterin aus dem Sattel werfen und jede noch so abrupte Erschütterung glich sie mit ihrer Beweglichkeit locker und lachend aus.
Glück auf dem Rücken der Pferde
Im Festzelt traf man auf die Gunzwilerin Pia Furrer. Als «leidenschaftliche Rösselerin», wie sie sich nennt, ist sie mit dem Reitverein praktisch aufgewachsen. Seit einem halben Jahrhundert schon findet sie ihr Glück auf dem Rücken der Pferde. «Die Pferdesporttage sind für mich fast wie Weihnachten!», sagt Pia Furrer mit schelmischem Lachen, «ich freue mich jedes Jahr unsäglich darauf.» Die Leute seien gut, der Reitverein ein eingespieltes Team. «Sie wissen, wie es läuft.» Für sie war es dieses Jahr Jubiläum und Verabschiedung zugleich. Nach sage und schreibe 20 Jahren Sekretariat gab sie dieses Amt nun ab. Lachend erinnert sie sich an die Zeiten, als sie noch bis zu 1000 Starts von Hand in die Listen «itöggelet» hat. Nach zehn Jahren habe sie eigentlich aufhören wollen, aber als dann das System digitalisiert und vereinfacht wurde, machte sie halt doch weiter. So wurden es zwei Jahrzehnte im Sekretariat. «20 Jahre sind gut», findet Pia Furrer pragmatisch. Ein guter Moment, aufzuhören. Für ihre Leistung wurde sie denn auch vom Verein gebührend gewürdigt.
Pia Furrer wohnt in Beromünster, besitzt ein Pferd und zwei Ponys. Und Pferde, was bedeuten sie ihr? «Viel», sagt sie betont. Um dann liebevoll auszuführen: «Pferde sind für mich wie ein guter Kumpel. Wenn du Tage hast, an denen es dir nicht gut geht, gibt dir das Pferd sehr viel!»
Ursula Koch-Egli