Gemeinschaftsübung Samariter Rickenbach: Sturz vom Baum und Autounfall mit verletztem Kind
Rund 60 Samariter trafen sich anfangs Juni zu einer jährlich stattfindenden Gemeinschaftsübung in Rickenbach. Die Organisation der Übung wird im Turnus von drei Jahren im Wechsel zwischen den Samaritern Rickenbach, Beromünster und neu Hildisrieden abgewechselt. Dieses Jahr waren die Samariter Rickenbach an der Reihe. Die Szenarien fanden in und um das Gweyhuus statt.
Sturz vom Baum
Die Vereinsmitglieder wurden durchmischt in fünf Gruppen aufgeteilt und hatten fünf Fallbeispiele zu lösen. Ein Junge lag auf dem Spielplatz unter einem Baum. Er war noch ansprechbar und konnte den Ersthelfern erzählen, dass er beim Klettern vom Baum gestürzt ist. Hatte er Rückenverletzungen? Ist er mit dem Kopf aufgeschlagen? Aufgrund dessen wurde der Rettungsdienst 144 alarmiert und der Junge wurde betreut. Leider wurde er bewusstlos. Die Helfer legten ihn in die stabile Seitenlage und es wurde nachalarmiert.
Verletztes Kind nach Fahrzeugunfall
Eine Frau ist mit ihrem Fahrzeug in eine Mauer gefahren. Diese stieg sofort aus und rief verzweifelt einen Namen. Die Ersthelfer sicherten das Fahrzeug und die Unfallstelle und stellten fest, dass auf der Rückbank des Fahrzeuges ein bewusstloses Kind sitzt. Wie weiter? Wer alarmiert? Das Kind musste aus dem Auto getragen werden und in der stabilen Seitenlage beobachtet werden. Die hysterische Mutter musste betreut werden.
Beim Stromunfall mit einer Frau, welche nicht mehr atmete, wurde der Einsatz des Defibrillators geübt. Auf der Toilette fanden die Samariter eine drogenabhängige Frau, welche sich gerade einen Schuss gesetzt hat. Dann war da noch der Velosturz eines Rentners auf einem Kiesweg mit Verletzungen wie Schürfungen und offenem Schlüsselbeinbruch. Es wurde fleissig geübt und jeder Fall wurde besprochen und analysiert.
Figuranten und Moulage
Die Gemeinschaftsübung könnte nicht stattfinden ohne Figuranten (Schauspieler) und ohne Moulage, das bedeutet die Modellierung der Verletzungen. Möglichst echt soll es aussehen.
Die Mitglieder der Samaritervereine wussten nicht, was sie erwartet. So konnte der Ernstfall geübt werden, der jeden im Alltag betreffen kann.
Die Situation erfassen, mit dem Patienten in Kontakt treten, Unfallstelle absichern, wird der Rettungsdienst benötigt, Betreuung und Überwachung des Verunfallten.
Roger Kronenberg, der Präsident des Samariter Rickenbach, dankte der Moulagengruppe, den Figuranten und den Helfern sowie den zahlreich erschienenen Teilnehmern. Mit Wurst und Brot liessen die Samariter den Abend gemeinsam gemütlich ausklingen.
Text: Sybille Stocker, Bild: zvg