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Gemeinde Beromünster: Zu Besuch bei der Pavag Folien AG, einem Marktführer in der Nische

Am Dienstag, 2. Juli 2024, fand ein Firmenbesuch des Gemeinderates mit Verwaltungsleiter Daniel Bucher bei der Pavag Folien AG in Gunzwil statt. CEO Pascal Pfister und der Technical Sales Director Stefan Keiser gaben Einblick in ein spannendes Unternehmen mit 100-jähriger Geschichte, einem «Hidden Champion», der sich 2001 neu erfand und seit Januar 2023 mit 15 Mitarbeitenden am Grasweg in Gunzwil erfolgreich auf den Weltmärkten für kreuzlaminierte Folien wirkt.    

V.l.: Daniel Bucher, Manuela Jost-Schmidiger, Pascal Pfister, Stefan Keiser, Fabian Kümin und Lukas Steiger auf dem Dach des Neubaus der Pavag Folien AG.


Der Gemeinderat erachtet die Firmenbesuche in Beromünster als wichtige Kontaktpflege zwischen den Behörden und den bestehenden ansässigen Unternehmen und hat Anfang dieses Jahres entschieden, unter anderen Massnahmen zur Vernetzung mit dem Gewerbe pro Jahr zwei offizielle Firmenbesuche vorzunehmen. Im zweiten Semester ist bereits ein weiterer Firmenbesuch geplant.

100-jährige Geschichte – in Gunzwil ein neues Kapitel aufgeschlagen

Die Pavag Folien AG ist ein familiengeführtes Unternehmen mit einer 100-jährigen Geschichte und mehr als 40 Jahren Erfahrung im Kunststoffbereich. Sie zeichnet sich als Experte der Kunststoffverarbeitung aus. Sie produziert in ihrer neuen Produktionshalle kreuzlaminierte Folien in Schweizer Qualität und ist in diesem Bereich marktführend. Ein Beispiel sind spezielle Labels für Firmen im Pharmabereich, sogenannte «hanger-labels». Mit ihren kurzen Kommunikationswegen kann sie flexibel und schnell innovative Lösungen anbieten, die auf die individuellen Bedürfnisse der Kundschaft abgestimmt sind. «Unsere Produkte sind im Markt wenig bekannt, da sie als sogenannte «Private Label»-Produkte jeweils speziell für ein bestimmtes Unternehmen entwickelt und exklusiv unter dessen Marke vertrieben werden. Viele Produkte gehen in den Export. Wir haben damit auch Endkunden, die wir persönlich noch nicht getroffen haben. Vermehrt produzieren wir zum Beispiel für Saudi-Arabien und Nord- und Südamerika im Bereich der Sprengstoffkartuschen» sagt CEO Pascal Pfister. Hauptabnehmer der Dampfsperrfolien sind weltweit führende Anbieter von Dachsystemen. Auch der für Entwicklung, Forschung und Sales zuständige Stefan Keiser arbeitete früher in einer solchen Unternehmung und kam mit der Idee für eine gemeinsame Entwicklung zur Pavag Folien AG, wo er dann blieb. Eventuell seien die Männer schon mal einem Produkt von Pavag Folien AG begegnet: den CBRN-Schutzanzügen (Chemische, Biologische, Radiologische und Nukleare Gefahr- bzw. Kampfstoffe) in der Armee, die auch nach Österreich exportiert werden konnten und für die von anderen Ländern Interesse vorhanden sei. «Wir lernen immer noch laufend dazu. Doch wir haben ein Know-how aufgebaut, das schwer zu kopieren ist. Und die Umweltfreundlichkeit unserer Produkte und unseres Baus sind uns sehr wichtig», sagt er.  

Hochzufrieden mit der Zusammenarbeit mit der Gemeinde

Eingehend besprochen wurde die Zusammenarbeit und alle Schnittstellen mit der Gemeinde Beromünster. Alle Gemeindevertreter freuen sich, von der überwiegenden Zufriedenheit der Pavag Folien AG zu hören. Einzelne offene Punkte und Optimierungsmöglichkeiten werden sofort besprochen und umgehend angepasst. Auf dem Firmenrundgang trifft man auch auf einen der grössten Haslimann Lifte, der 100 Personen fasst und 7.5 Tonnen Traglast hat. Nach der Firmenpräsentation und dem Rundgang durch die Produktion schloss ein gemeinsames Mittagesssen den wertvollen Austausch ab.   


Aus der Geschichte:

Die Pavag AG war eine Tochterfirma der Papierfabrik Cham, die 1926 gegründet wurde. Sie spezialisierte sich auf die Herstellung von Säcken aus Kraftpapier. Zuerst werden die grossen Säcke aus grobem Formatpapier mit Messer, Leim und Pinsel hergestellt. Scherzeshalber meinen die Sackmacher jeweils: «Gott gebe, dass es klebe!» 1948 zügelte der Betrieb in einen Neubau nach Nebikon, gehörte aber bis 1984 zur Papierfabrik Cham. Schon in den 1950er-Jahren produziert die Pavag AG Plastiksäcke in Kombination mit Spezialpapieren. Der Pavag-Sack war dann während Jahrzehnten in der Schweiz der Abfallsack schlechthin. Die Säcke der Pavag AG waren integrierte Bestandteile des Schweizer Alltags. Dass diese in der Papierfabrik Cham ihren Anfang nahmen, ist vielen nicht mehr bewusst. Die Pavag AG hatte ab 1984 verschiedene Besitzer, so auch Stephan Schmidheiny. Die Folienproduktion wurde zunehmend wichtig. 2001 ging die Firma konkurs. Im gleichen Jahr ergab sich die Neugründung als Pavag Folien AG, die sich seither erfolgreich am Markt behauptet. 2022 wurde der Sitz von Nebikon in den Neubau in Gunzwil nach einjähriger Bauzeit vollzogen, wo nun 15 Mitarbeitende, also viel weniger als früher in Nebikon, am Erfolg der Firma weiterarbeiten. 


CEO Pascal Pfister gibt einen transparenten Einblick in die erfolgreiche Firma. 
Imposanter Warenlift, natürlich aus dem Hause Haslimann.


Auch die Zusammenarbeit mit der Gemeinde wurde eingehend besprochen und von CEO Pascal Pfister verdankt. 
Einblick in die Produktion der kreuzlaminierten Folien in Gunzwil auf über 2000 m2 Produktionsfläche.


Text und Bilder: Karl Heinz Odermatt




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