Gedicht: Zeitenwende
Die Aussichten waren schon besser
überall droht Ungemach
egal ob Land oder Gewässer
es quillt schon tausendfach.
Frisst die Zivilisation ihre Kinder?
Steht die ganze Welt auf dem Beuteplan?
Wie ein für Schönheit Blinder
treibt man das Wachstum an
auch von Bergen voller Waren
Hunger, Kriege, Müll und Dreck
Katastrophen und Gefahren
Lebensräume sind für immer weg.
Man spricht von einer Zeitenwende:
Fette Jahre sind vorbei
dafür Probleme ohne Ende
Welten fallen so entzwei.
Würde es nicht wirklich reichen
mit dem privaten Auf und Ab
all den Schatten, die nicht weichen
von der Wiege bis zum Grab?
Was mag das neue Jahr da bringen?
Wenns doch nur so bliebe wie es ist!
Mancher will es gar erzwingen.
Nur für viele wär das trist.
Denn sie warten lange schon
auf ein wenig Recht und Brot
einen fairen Lohn
ein Ende der täglichen Not
hoffen sehr auf langen Frieden
zwischen Völkern, dir und mir
auch mit der Erde und den Tieren
und ein Ende aller Gier.
Möchten wieder sehen
nicht nur den schönen Schein
sich bewegen, gehen
und nicht übergangen sein.
Solange wir noch hoffen
zusammen und allein
sind viele Wege offen
es können auch die guten sein.
Solange wir uns eine bessere Welt vorstellen
wissen und spüren, was sich ändern muss
auch in den eigenen Wänden und Fällen
ist sie möglich – und keinesfalls Schluss.
Solange wir Worte bewahren
wie die der Heiligen Nacht
und der Engelsscharen
haben aufeinander Acht
wie Josef und Maria mit dem Kind
Ochs und Esel wohlgesinnt
kann Himmlisches geschehen
und sich vieles noch zum Guten drehen.
Solange wir staunend schauen
wie die Hirten auf dem Feld
sich noch nachts nach Bethlehem trauen
finden wir Gott in der Welt.
Solange wir Sterne am Himmel sehen
Zeichen von Grösserem als wir
kann man manchem entgehen,
auch Herodessen jetzt und hier.
Jetzt schon halten Menschen zusammen
über viele Grenzen hinweg,
woher sie auch kommen und stammen,
schenken sich kleines oder grosses Glück,
auch in schweren Stunden
bleiben sie verbunden,
bringen Luft und Licht
und fürchten sich nicht.
Möge sich die Zeit zum Guten wenden!
Vieles habe ich selbst in Händen.
Das zu tun, gebe Gott die Kraft
die gelegentlich auch Wunder schafft.
Und für alles andere will ich bitten
um etwas Gnade für das, was bricht
die richtige Richtung und wichtigen Schritten
und Glaube für die klare Sicht.
Es fing damals alles im Kleinen an
und wurde eine Zeitenwende.
Nichts ist zu gering, dass man fände
dass es nicht zum Wandel beitragen kann!
Gaby Zimmermann, 2022