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Frölein Da Capo live im Stiftstheater Beromünster: Grosse Kleinkunst - die fulminöse «Ein-Frau-Show» begeistert (mit Bildergalerie)

Seit September 2022 ist Frölein Da Capo mit ihrem vierten Programm «Die Ein-Frau-Show» auf den Schweizer Kleinkunstbühnen zu sehen. Am vergangenen Freitag gastierte sie in Beromünster, für die Willisauerin fast ein Heimspiel. 120 Fans liessen sich dies nicht entgehen. Organisiert war der erfolgreiche Abend vom Kulturfläck. Die Freude war allseits, bei der Künstlerin, beim begeisterten Publikum und bei den Organisatoren. Und ein recht bekannter Michelsämter wurde zum Co-Star des Abends.


Eine unglaubliche Bühnenpräsenz und viele Facetten der Kleinkunst ganz gross: Frölein Da Capo aus Willisau.


Singend, spielend und reimend kämpft sich Frölein Da Capo, die im richtigen Leben Irene Brügger heisst, in ihrem vierten Programm «Die Ein-Frau-Show» durch die Tücken des Alltags. Das hat oft etwas erfrischend Improvisiertes. Idee, Lieder, Texte, Musik, Dramaturgie, Regie, Grafik, Kostüme, Bühnenbau, alles «Marke Eigenbau». Sie will gar nicht perfekt sein, lacht auch viel über sich selber. So sagt sie etwa: «Wenn man sich seine Grösse aussuchen könnte, so wäre ich gerne wesentlich... schlanker.» Sie hat eine hervorragende Beobachtungsgabe und viel Wortwitz. Sie thematisiert etwa das «Phantomscrollen bei Handyentzug», eine «Choreografie für Phlegmatische», eine herrliche Mückenkunde oder auch witzige Frühlingsbotanik. Ihre warme Stimme begeistert und ist sehr wandlungsfähig. Sie erzählt von der «überlangen Pause», der Pandemie-Zeit, als sie einen «showwissenschaftlichen Fachlehrgang» absolviert und sich viel Neues angeeignet habe... Ihre Büchereinblendungen sind herrlich, etwa das Werk «Gross herauskommen, ohne je hineingegangen zu sein». Das Publikum schüttelte sich vor Lachen... Schon in der Pause sagt eine Konzertbesucherin: «Sie begeistert mich total, besonders ihr warmes Timbre, ihr Schalk und ihre Selbstironie. Ich kann fast nicht aufhören mit Rühmen...»

Zwischen allen Musikstilen und doch eigenständig

Musikalisch mäandert sie gekonnt und eigenständig zwischen Pop, Blues, Chanson und Jazz, letzteres etwa mit dem herzzerreissenden Stück «Ich hab nur Augen für Dich» . Nach über 15 Jahren auf der Bühne hat sie enorm viel Erfahrung, gepaart mit einer unglaublichen Bühnenpräsenz. Gerade wenn etwas nicht auf Anhieb klappt, wie zweimal das kleine Keyboard, das nicht anspringen will, zeigt sie ihre Stärken und setzt noch einen Spruch obendrauf. Herrlich ihre Adaption von Mani Matters «Parkingmeter», die in Beromünster gar nicht aktueller hätte sein können. Sie hat es übersetzt «in modern und ins Lozärner Hinderländerische», wobei zweiteres noch schwieriger gewesen sei, da sich die Reime nicht mehr reimten. Hat sie gewusst, dass dies just per 1. März in Beromünster ein grosses Thema ist?  «Nein, das ist ein Zufall, wobei wir diese Diskussion in Willisau von einigen Jahren natürlich auch hatten», lacht sie gegenüber dem Anzeiger Michelsamt.

«Kräsch», «Heimet», und «Dorscht», und fertig ist der «Boogie-Blues»

Schon früh hatte sie angekündigt, dass die in der ersten Reihe dies noch bereuen könnten. Man ahnte es, dass sie sich da spontan jemanden anlachen würde: Es traf einen im Michelsamt nicht ganz unbekannten Zeitgenossen, der sich beim Fröilein mit «Boogie» vorstellte: Bruno Boog erhielt von ihr einen herrlichen «Boogie-Blues» um die von ihm gewählten drei Worte «Kräsch», «Heimet», und «Dorscht». Diese Kombination entlockte dem Fröilein ein vielsagendes Schmunzeln. Das Video zum Sponti-Song wurde auf Instagram sehr gut beachtet, der Saal tobte vor Freude, und auch Boogie war es sichtlich wohl, als Chommerbueb ist er sich schräge Auftritte schliesslich mehr als gewohnt...

Am Ende des offiziellen Auftritts, vor der Zugabe, für die sie ein Kassettli mit «Zugabe» beschriftet hat, dankte das Frölein dem Team vom Kulturfläck: «Ich danke euch herzlich für euer Engagement für meine Kunst und habe mich wieder sehr wohlgefühlt hier.» Das spürte man bei jedem Moment ihres beherzten und herzlichen Auftritts.

Gegen den Schluss wird es sogar etwas verrucht für das «Landei», wie sie sich selber schon betitelt hat, bei ihrem Lied über die «Liebesbrücke», wo sie alle Register zieht. Sie verabschiedet sich schliesslich nach über zwei Stunden mit «häbids gued und enand gärn.»

Beschwingt und fröhlich in die Nacht hinaus

Nach der Aufführung spürte man viel Freude und Begeisterung, fast alle hatten ein Lächeln auf den Lippen. Auch drei junge Besucherinnen aus Ettiswil und Rain äussern sich begeistert über das Gebotene. Ein Besucher sagte gegenüber dem Anzeiger Michelsamt: «Ich habe kaum einen ihrer Auftritte als Sidekick bei Giacobbo/Müller am TV verpasst, ging sogar mal live ins Kaufleuten,  seither bin ich Fan von ihr.» Frölein Da Capo nahm sich Zeit für einen Schwatz mit dem Publikum und signierte ihre drei «Episödali»-Werke und Live-Doppel-CDs. Auch Bruno Boog liess sich die Live-CDs signieren und witzelte mit ihr über den gelungenen Boogie-Blues, der bestimmt auch bei den Chommerbuebe zu reden geben wird.

Vorfreude auf «ABBA - Die Mundartshow»

Zusammen mit den Kollegen vom Second Hand Orchestra, mit Adrian Stern, Roman Riklin und Daniel Schaub (letzere waren letztes Jahr in Rickenbach mit der Brass Band am Werk) arbeitet das Frölein gegenwärtig am Nachfolger von «Freddie - die Mundartshow». Diesmal wird das Werk einer schwedischen Band namens ABBA mit Garantie für Furore sorgen, die genau vor 50 Jahren mit «Waterloo» den «Grand Prix Eurovision de la Chanson» gewannen. Kürzlich stellten sie bei Stefan Büsser am Sonntagabend schon mal ihre Hommage «Feels Like ABBA» vor, die sie für den Song Contest in Malmö einreichten. Vorfreude auf die Konzerte im Herbst herrscht schon jetzt: Hingehen lohnt sich imfall. 

Datum zum Vormerken: Mittwoch, 27. November, 20.00 Uhr - 22.10 Uhr im Kulturzentrum Braui Hochdorf!


Dank der virtuos eingesetzten Looping-Technik tönt es wie ein ganzes Orchester.


Zieht auch multimedial alle Register - alles im showwissenschaftlichen Fachlehrgang angeeignet...
Das Teil links im Bild ist eine «Liebesbrücke», was Stoff für ein regelrecht verruchtes Lied hergab...



Riesige Bühnenpräsenz und grosse Wandlungsfähigkeit.
Kann auch wunderbar über sich selber lachen: Frölein da Capo.
Auch ihre Mimik und Gestik ist unglaublich stark.


Die 120 Fans genossen jeden Moment der zweistündigen Show.
Bruno Boog postete eine CD mit einer persönlichen Widmung und Autogramm vom Frölein.



Text und Bilder: Karl Heinz Odermatt




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