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Fokus Bildung: So fördert ein Verein die Luzerner Volksschulen

Seit 12 Jahren unterstützt der Förderverein Luzerner Volksschulen Schulen bei der Finanzierung innovativer Projekte – darunter auch solche aus dem Einzugsgebiet des Anzeigers Michelsamt. Ein Interview mit Vereinspräsidentin Pia Murer aus Luzern.

Pia Murer, Präsidentin Förderverein Luzerner Volksschulen: «Es ist eine ehrenvolle Aufgabe, den Innovationsgeist unserer Schulen zu unterstützen!»

 

Pia Murer, was ist Sinn und Zweck Ihres Fördervereins?

Schulen haben in der Regel viele gute Ideen für ihre Weiterentwicklung, doch für die Umsetzung fehlt oft das Geld. Deshalb hat sich unser Förderverein zum Ziel gesetzt, Luzerner Volksschulen in der Entwicklung und Umsetzung innovativer Schulprojekte zu unterstützen. Mit unserem Beitrag können wir oft den entscheidenden Anstoss zur Realisierung liefern. So haben wir seit der Vereinsgründung im Juli 2012 bereits 105 Projekte unterstützt.

Was sind das für Projekte?

Mal geht es um die Leseförderung, mal um die frühe Sprachförderung, mal um musikalische Förderung. Wir haben auch schon verschiedene Zirkusprojekte ermöglicht. Oder wir sorgten dafür, dass eine externe Fachperson mehrmals mit einer Klasse das Theaterspielen übt. Seit letztem Jahr finanzieren wir zudem Unterrichtsangebote für Schulklassen mit. Das heisst, wir ermöglichen in jedem Schuljahr rund 300 Schulklassen die Nutzung eines ausserschulischen Lernangebots. Zum Beispiel den Besuch des Agrarmuseums Burgrain in Alberswil oder die Exkursion in den Sonnenberg in Luzern.

Haben Sie auch schon Projekte abgelehnt?

Ja, das kommt vor. Wir übernehmen beispielsweise keine Infrastrukturkosten. Das ist Sache der jeweiligen Gemeinde. Allerdings gibt es immer öfter Projekte, die indirekt die Infrastruktur betreffen. So etwa, wenn es um die Partizipation von Lernenden bei der Schulhaus- oder Pausenplatzgestaltung geht. Hier helfen wir natürlich gerne. Übrigens: Auf unserer Website www.flvs.ch sehen Schulen, welche Anforderungen sie erfüllen und wie sie vorgehen müssen, um einen Unterstützungsbeitrag zu beantragen.

Und mit welchem Beitrag dürfen sie dann rechnen?

Wir unterstützen jährlich etwa 15 Schulprojekte mit einem Gesamtbetrag zwischen 60'000 und 80'000 Franken. Die Unterstützung pro Schulprojekt ist allerdings auf maximal 10'000 Franken beschränkt. Im Durchschnitt gewähren wir für ein Projekt rund 6000 Franken.

Woher kommt dieses Geld?

Im Vorfeld der Vereinsgründung lancierte Charles Vincent, der damalige Leiter der Dienststelle Volksschulbildung, eine umfangreiche Finanzierungskampagne, wobei sich verschiedene grössere Unternehmen aus der Region mit namhaften Beiträgen beteiligten. Diese werden natürlich verzinst und es kommen auch wieder Spenden dazu. Das Geld stellen wir vollumfänglich den Luzerner Schulen zur Verfügung.

Sie präsidieren den siebenköpfigen Vorstand, dem auch Sara Schuppan-Wüest aus Nebikon angehört, schon seit acht Jahren. Warum dieses Herzblut für die Luzerner Volksschulen?

Ich war zuvor 17 Jahre in der Abteilung Schulentwicklung der Dienststelle Volksschulbildung tätig. Bereits dort durfte ich Schulen bei der Umsetzung innovativer Projekte begleiten. Das Wohl der Schulen ist für mich eine Herzensangelegenheit. Zudem empfinde ich es als überaus ehrenvolle Aufgabe, Schulen zu unterstützen. Sie leisten im Alltag bereits so viel. Wenn sie daneben noch besondere Projekte zu ihrer Weiterentwicklung erarbeiten, soll das in meinen Augen honoriert werden. In diesem Sinne ist unsere Unterstützung auch ein Zeichen der Wertschätzung für ihre enorme Arbeit, die sie tagtäglich leisten.

Welches sind die schönsten Momente in Ihrer Arbeit?

Es kommt immer wieder vor, dass sich die Schulen – und teils auch die Gemeinden – nachträglich für unsere Unterstützung bedanken und uns zum erfolgreichen Projektabschluss einladen. Wenn sie uns dann mit grosser Freude und Stolz präsentieren, was sie erreicht haben, ist das schon berührend.



Projekte:

Auch diverse Schulen aus dem Einzugsgebiet des «Michelsämters» haben in der Vergangenheit vom Förderverein Luzerner Volksschulen profitiert. Es sind dies: 

- Beromünster: Zirkusprojekt, 2015

- Rickenbach: Naturwocheneinsatz, 2022; Begabungs- und Begabtenförderungskonzept, 2022; Denkinsel, 2024

 Rain: Musikprojekt ohne.ch, 2019


Text: Alex Piazza, Bild: apimedia




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