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Sport | Neudorf

Fest zur Eröffnung des Sänder-Trails

Respekt – Rücksichtnahme – Koexistenz, das waren die prägenden Begriffe an der Eröffnung des Sänder-Trails, welche mit einem Fest über die Bühne ging. Rund neunzig Beteiligte und Gäste waren mit dabei als das rote Band durchschnitten wurde. Es ist der erste legale Biketrail im Kanton Luzern, der auf Koexistenz aller Waldbesucher und -nutzer basiert. Er führt über 5,4 Kilometer und 80 Höhenmeter von der Röthenlinstrasse quer durch den Chüe- und den Lindewald zur Bromenhütte. Ein Projekt das mit gegensätzlichen Meinungen begann und zu einem glücklichen Ende gefunden hat.

Eröffnung des Sänder-Trails: Manuela Felix, Präsidentin des Ortsmarketings, und Gemeindepräsident Hans-Peter Arnold geben die Strecke frei.

«Es ist mega cool, dass ihr alle gekommen seid» begrüsste Matthias Amrein, CO-Präsident des Trägervereins, welcher den Sänder-Trail baute und nun unterhalten wird, die rund neunzig Anwesenden. Mit der Eröffnung ist das Projekt Sänder-Trail mit der Initiative einiger Bikeverrückter vor fast zehn Jahren zu einem erfolgreichen Ende gekommen. Bis zum ersten legalen Biketrail waren diverse Hürden zu nehmen und vor allem unterschiedliche Gruppen und Meinungen an einen Tisch zu bringen und einen gemeinsamen Nenner zu finden.

Exponenten all dieser Gruppen, von den Landbesitzern, von den Jägern, von der Gemeinde, von den Bikern und vom Ortsmarketing 5-sterne-region, unter deren Dach die Realisation erfolgte, waren anwesend und freuten sich darüber, dass nach dem Ende der Realisierungsphase auf die Eröffnung angestossen werden konnte. Manuela Felix, Präsidentin des Ortsmarketings, bedankte sich bei allen Beteiligten für ihr Engagement und ihre Bereitschaft zu Kompromissen mit einem Präsent.

Andy Stalder, Präsident des Vereins Mountainbike Luzern.

Alle konnten wertvolle Erfahrungen sammeln, über wichtige Punkte, die zu berücksichtigen sind und Fallgruben, die lauern. Dieses Wissen wird nun mit Erkenntnissen aus dem Betrieb erweitert und in zukünftige Projekte einfliessen. Denn, wie Andy Stalder, Präsident des Vereins Mountainbike Luzern festhielt, verlangt das jüngst revidierte Veloweggesetz explizit auch die Planung und die Realisierung von Mountainbiketrails. «Mountainbike ist inzwischen kein Trendsport mehr, es ist ein Breitensport», hielt er fest. Laut einer aktuellen Erhebung würden inzwischen 10,9 Prozent der Bevölkerung in der Freizeit Mountainbike fahren. «Trotzdem haben wir betreffend Koexistenz keine Erfahrung, weil etwa die drei anderen legalen Trails im Kanton Luzern für Fussgänger gesperrt sind.»

Bruno Röösli, Leiter der kantonalen Abteilung Wald.

Auch der Kanton konnte deshalb wichtige Erkenntnisse gewinnen, wie Bruno Röösli, Leiter der kantonalen Abteilung Wald, festhielt. Es sei hier gelungen, den Fokus vom Problem auf die Lösung zu verschieben. Das Problem lautet, Biken quer durch den Wald ist illegal. Es braucht daher legale Wege und eine Lenkung. Drei wichtige Punkte müssten dabei, laut Röösli, Beachtung finden. Die Sensibilisierung der Biker für das Verbot, die Planung legaler Wege und der Vollzug der Regel, sprich: die Schliessung illegaler Pfade. «Mit dem Sänder-Trail hat man in dieser Hinsicht Pionierarbeit geleistet. Wir haben dabei auch aus Sicht vom Kanton viel gelernt, betreffend praktischer Anwendung des Gesetzes», so Röösli.

Andreas Andermatt vom Vorstand der Sektion Seetal des Verbands Revierjagd Luzern.

Andreas Andermatt vom Vorstand der Sektion Seetal des Verbands Revierjagd Luzern schilderte, welche kritischen Punkte es aus Sicht der Jäger gibt. Jäger sind bekanntlich auch Pfleger und Heger des Wildbestands. Für die Wildtiere werde es immer schwieriger ein Lager zu finden. «Für uns Menschen wäre es das Wohnzimmer», erklärte er. Es galt deshalb eine Lösung zu finden, welche den Tieren möglichst wenig Stress verursacht. Deshalb sei es wichtig, dass es Regeln gebe. Er sei selber Biker und habe Verständnis dafür, dass Fahrverbote abseits von befestigten Strassen nicht mehr alltagstauglich seien. Mit dem Pilotprojekts sei nun ein guter Kompromiss gefunden worden. Man habe allerdings nun Erwartungen an alle Beteiligten. Etwa dass die Biker nicht nachts fahren und mit ihren Scheinwerfern das Wild aufschrecken und auch dass die kantonalen Stellen die Regeln nun vollziehen.

Robert Suter, Geschäftsführer der Korporation Beromünster.

Auch Robert Suter, Geschäftsführer der Korporation Beromünster, freute sich, dass die Lenkung gelungen ist, dass es eine festgelegte Strecke gebe, davon profitiere die Natur. Die Korporation ist einer von 13 Eigentümern von Waldstücken, durch welche der Trail führt. «Ich freue mich auf positive Erfahrungen.» Aber auch er doppelte nach: «Es gilt nun allen illegalen Trails den Sparren zu schieben.»

Gemeindepräsident Hans-Peter Arnold

Gemeindepräsident Hans-Peter Arnold blickte zurück auf den Frust, vor allem der Biker, welcher sich zu Beginn des Projekts durch dessen harzigen Start breit machte. Man habe aber bald festgestellt, wenn man sich nur Behauptungen an den Kopf werfe, entstehe bloss ein Glaubenskrieg. Der konnte schliesslich überwunden werden und in Tausenden von Stunden Freiwilligenarbeit sei schliesslich der Wurzeltrail entstanden, die Lenkung sei ermöglicht worden und am Schluss gebe es nur zufriedene Menschen. Auch Projektleiter Roman Schuler blickte zurück auf die Entstehungsgeschichte, die mit verhärteten Fronten und dem Ruf nach Bussen begann. «Ich möchte mich dafür bedanken, es hat alle Stimmen gebraucht, dass wir nun zu dieser guten Lösung gekommen sind», so Schuler. «Nun geht es weiter, vielleicht an der anderen Talflanke, mit einem Trail vom Gormund zum Landessender. Wir müssen dabei weiterhin genau arbeiten, aber auch den Prozess vereinfachen. Ich freue mich deshalb auf ein Wiedersehen mit ihnen, bei der Eröffnung des zweiten Trails», schloss er.

Roman Schuler, Projektleiter Bikerlenkung, blickt zurück auf die Entstehungsgeschichte des Sänder-Trails und denkt bereits an den nächsten.

Dann wurde die Infotafel enthüllt, das rote Band durchschnitten und es ging auf Erkundungsfahrt oder -marsch, für alle die ohne Bike anwesend waren. Auf den 5,4 Kilometer langen Cross-Country-Trail mit Schwierigkeitsgrad S1 und die 80 Höhenmeter, die dabei zu bezwingen sind.

Matthias Amrein, Co-Präsident des Trägervereins, präsentierte Sänder-Trail-Socken…
… und bedankte sich auch für alle kleinen Spendenbeträge, die etwa per Twint eingetroffen sind.
Trailbauer Jörg Zeder (l.) und Hauptsponsor Markus Haslimann enthüllen die Infotafel des Sänder-Trails.

Martin Sommerhalder




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