Fertig Konfetti – soziale Themen im Vordergrund
Einmal im Monat berichten die einzelnen Rickenbacher Gemeinderäte und der Geschäftsführer abwechslungsweise über Aktivitäten aus ihrem Tätigkeitsgebiet und informieren auf diese Weise die Bürgerschaft über persönliche Erfahrungen und Eindrücke. Den März-Beitrag liefert Ruth Künzli-Galliker, Gemeinderätin Ressort Soziales.
Die tollen Fasnachtstage in den verschiedenen Regionen der Schweiz haben sich inzwischen endgültig verabschiedet, und ich hoffe für Sie, liebe Rickenbacher/-innen, dass Sie diese närrische Zeit nach so langer Zwangspause redlich geniessen konnten.
Inzwischen überschatten neue Weltthemen – wie der Krieg in der Ukraine – die ausgelassene Zeit. Überwältigt sind wir in der Verwaltung und im Gemeinderat, wieviel Mitgefühl und Unterstützungsbereitschaft in unserer Gemeinde vorhanden ist. Mit Beginn der Flüchtlingsströme gehen bei uns fast täglich Anfragen zur Aufnahme von Flüchtlingen ein. Man macht sich aber auch Gedanken, wie den vertriebenen Menschen in ihrer Not geholfen werden kann. Für all diese Fragen hat der Kanton Luzern inzwischen eine zentrale Anlaufstelle eingerichtet, wo sich Hilfsinteressierte melden können: Tel: 041 228 73 73 oder per Mail infoline.ukraine@lu.ch. Für die grosse Solidarität möchte ich Ihnen, liebe Rickenbacher/-innen herzlich danken.
Pflege und Betreuung von Angehörigen
In meinem Ressort beschäftigen mich soziale Themen täglich, wie zum Beispiel die Pflege und Betreuung von Angehörigen. Diese ist vielfach sehr anspruchsvoll. Oftmals nehmen die Aufgaben schleichend zu, und die pflegende Person und ihre eigenen Bedürfnisse geraten aus verschiedensten Gründen in den Hintergrund. Ich bin mir sicher; auch in unserer Gemeinde leisten Angehörige unzählige Stunden Freiwilligenarbeit und ermöglichen den Pflegebedürftigen auf diese Weise, möglichst lange in den vertrauten eigenen vier Wänden wohnen zu bleiben. Diesem Dienst am Mitmenschen gebührt grosse Wertschätzung und Dank.
Zahlreiche Organisationen können Bedürftige und Angehörige unterstützen. Entnehmen Sie nachstehend einige Beispiele.
Spitex
Täglich sind Mitarbeiter/-innen der Spitex MBS und der Betreuungs- und Pflegedienst Michelsamt GmbH, Kirchweg 4, unterwegs. Die Anforderungen und der Arbeitsumfang sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen, der Bedarf wächst parallel zur demografischen Entwicklung weiter. Es wird in den nächsten Jahren eine zunehmende und enorme Aufgabe sein, genügend Fachpersonal für die umfangreichen Aufgaben zu stellen, möchten wir doch alle in unserer vertrauten Umgebung alt werden und den dritten Lebensabschnitt geniessen können. Als Trägergemeinde der Spitex MBS sind wir seitens Vereinsvorstand sowie Geschäfts- und Pflegeleitung bestens informiert. Die Neuorganisation der Spitex MBS hat neben vielen Verbesserungen auch zu Spannungen innerhalb der Organisation geführt. Geschäftsleitung und Vereinsvorstand sind bemüht diese zu lösen. Die Trägergemeinden verfolgen die Angelegenheit sehr eng und stehen im Rahmen der Leistungsvereinbarung im fortlaufenden Austausch mit der Spitex.
Betreutes Wohnen Rickenbach AG, Kirchweg 4
Bereits zehn Jahre bietet das Betreute Wohnen am Kirchweg Wohnraum für Pflegebedürftige in unserer Gemeinde. Was in einer 4-Zimmerwohnung im Riba-Gebäude, an der Dorfstrasse 10 privat unter der umsichtigen und vorausblickenden Leitung von Bernadette Küng-Lipp initialisiert wurde, ist heute zu einer Institution gewachsen. Mit der Privatspitex Betreuungs- und Pflegedienst Michelsamt GmbH ist den Bewohnern am Kirchweg 4, aber auch allen Einwohnern/-innen in Rickenbach und Umgebung, eine umsichtige und kompetente Hilfestellung in allen Bereichen garantiert. Der Gemeinderat amtet als Bewilligungsbehörde. Es ist mir eine besondere Freude, dass die Prüfung durch das Kompetenzzentrum Pflegefinanzierung Stadt Luzern, Alter- und Gesundheit, Ende 2021 dem Betrieb eine hohe Qualität attestierte und wir einmal mehr die Betriebsbewilligung erteilen konnten.
Hof Rickenbach
Seit Herbst 2021 finden im Hof Rickenbach, dem ehemaligen Kloster am Dominikusweg, Menschen mit Demenz unter der umsichtigen Leitung von Luzia Hafner, Edith Kaufmann und Isabelle Merz ein Zuhause. Sei es in Form von Tagesbetreuung, als Ferienaufenthalt zur Entlastung der pflegenden Angehörigen oder mit Langzeitpflegeplätzen. Um einen solchen Betrieb aufzubauen, bedarf es sehr viel Fachwissen, Initiative, Hartnäckigkeit und Herzblut. Dies alles vereinen die drei Frauen und ihr Team vom Hof Rickenbach. Wir dürfen stolz sein, in Rickenbach eine solche Institution beheimaten zu dürfen. Wie wichtig dieses Angebot ist und in welchem Mass dies in Zukunft noch an Bedarf zunehmen wird, ist der Demenzstrategie 2018 – 2028 des Kantons zu entnehmen. Auch auf Gemeindeebene stehen diesbezüglich noch einige Aufgaben und Herausforderungen in der Umsetzung an.
Mahlzeitendienst, Besuchs- und Entlastungsdienst
Still und bescheiden bieten Frauen und Männer tagtäglich ihre Zeit Hilfebedürftigen zur Verfügung. Dies unentgeltlich und freiwillig. Sie leisten einen unermesslichen Beitrag in unserer Gesellschaft, sei es durch Verteilen von Mahlzeiten, durch Besuche bei Einwohnern/-innen, welche am sozialen Leben nicht mehr teilnehmen können, bei der Entlastung von pflegenden Angehörigen, damit sie eine Pause in ihrem 24-Stunden-Alltag erhalten oder auch bei der Begleitung in der letzten Lebensphase und bei Sterbenden. All diesen Menschen gebührt ein ganz herzliches Dankeschön und «Vergelt’s Gott». Ich wünsche euch allen viel Freude, Kraft und Genugtuung im Dienste des Mitmenschen!
Bildlegende: Der Hof Rickenbach bietet vielseitige Beschäftigungsmöglichkeiten (Foto vom letzten Herbst, anlässlich des Tags der offenen Tür)
Ruth Künzli-Galliker, Gemeinderätin Ressort Soziales