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«Es ist die Weite, die mich interessiert ...»

In der Galerie Katapult in Basel stellt Maria Wagner-Schüpfer ihre farbstarken Bilder aus. Die gebürtige Rickenbacherin holt den Himmel ins Zimmer und hebt die Begrenzung des Raumes auf.

Leben und Leidenschaft für die Malerei: Maria Wagner-Schüpfer an der Vernissage in der Galerie Katapult Basel.

Sie ist in Mullwil bei Rickenbach aufgewachsen, machte die Kunstausbildung in England und Amerika. Maria Wagner-Schüpfer sprengt Grenzen und öffnet den Raum – auch malerisch. «Es ist die Weite, die mich interessiert», erklärt die 56-jährige Künstlerin. Ihre Werke betrachtend, wird man unweigerlich in die Weite geführt. Wolken. Farben. Formen erahnend, in der Tiefe suchend. Davor eine lachende, vor Leben strotzende Frau, die sich mit dem blauen Fächer frische Luft zufächelt. Es ist heiss Mitte August an der Vernissage in der Galerie Katapult in der St. Johanns-Vorstadt gleich neben dem Rhein. Viele Interessierte, Bekannte, Freundinnen sind gekommen, um Marias Bildweiten zu sehen.

In einem eher engen Zimmer in dem wunderschönen Altbau in Basel, in dem die Galerie Katapult lokalisiert ist, sind elf ihrer Malereien platziert. Man fühlt sich mit ihnen nicht in dem Raum, sondern durch sie hindurch hinausgeführt in die Weite. Eine Weite des Himmels, der Landschaft, der eigenen Innenwelt. Schimmernd, verschwimmend, dezent und dennoch wuchtig – wie der Anblick einer kumulierenden, sich ständig ändernden Wolkenformation.

Eine Trilogie von Wolken. Oder Stimmungen?


Fundierte Ausbildung, starke Intuition

Zwar sei am Anfang ihrer Bilder stets das Foto einer Landschaft, erklärt Maria Wagner-Schüpfer ihren Malprozess, aber schon bald käme sie davon weg, lasse sich führen von Stimmung und Gefühl, von der eigenen Intuition. Stellt sich gar in den Dialog mit ihrem Bild, indem sie fragt: «Was willst du sein, was bist du?» Die Antwort ist farbstark, kräftig, und dennoch nie greifbar. Flügelartige Formationen in Orange und Weiss vor hellblauem Grund. Ein Engel? Titel des Bildes: Verführung.

Maria Wagner-Schüpfer ist verheiratet und wohnt in der Nähe von Basel. Sie machte die Ausbildung zur Erwachsenenbildnerin und gibt Malkurse im eigenen Atelier. Sie begann ihren künstlerischen Werdegang Ende zwanzig, absolvierte die Foundation am Cleveland Institute of Art, USA. 2003 schloss sie den Bachelor of Fine Art an der Hochschule für Kunst und Gestaltung in Basel ab und 2006 den Master of Fine Art an der Universität in Bath, England.

Die Künstlerin im angeregten Gespräch mit Gästen.


Brachland, das aufbrach

«Am Ende der Kunstausbildung ging es mir wie vielen: Ich wusste überhaupt nicht mehr, was ich eigentlich machen wollte», erzählt sie rückblickend. Das Leben zeigte ihr dann, wohin es ging: zur Liebe, zur Geburt ihrer beiden Töchter und zu einem nicht-brotlosen Bürojob.

Erst wieder nach vielen Jahren – so als hätte der Raum nach ihren Bildern gesucht – erhielt sie durch Zufall ein freistehendes Atelier. Dieses blieb auch noch eine Weile leer. Künstlerisches Brachland. Doch dann brach es auf. «Ich will Farben! Ich will Bilder, die mich glücklich machen!», sagte sich die feinfühlige Powerfrau und fand zu ihrer ganz persönlichen Bildsprache. Mit dieser führt sie die Betrachterinnen und Betrachter in die Weite, in eine atemberaubende Ferne, auf Reisen in unbegrenzte Welten, die man kennt und kennenlernen möchte. Immer nahe der Realität, so wie der scharf gezogene, senkrechte Pinselstrich, mit dem sie jedes ihrer Werke abschliesst.

Starker Pinselstrich.


Galerie Katapult – Sommerausstellung noch bis zum 21. September

Die Sommerausstellung in der Galerie Katapult, St. Johanns-Vorstadt 35 in Basel mit Bildern von Maria Wagner-Schüpfer, dauert noch bis Samstag, 21. September 2024.

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Freitag: 14 bis 18.30 Uhr, Samstag: 11 bis 16 Uhr.

www.galeriekatapult.ch

Instagram: @mariawagnerart


Text und Bilder: Ursula Koch-Egli


Weitere Impressionen der Vernissage vom 15. August 2024 in der Galerie Katapult in Basel 

Bilder: Ursula Koch-Egli




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