Es ging um Schule, Budget und Bezahlen für das Parkieren
Am Mittwoch, 15. November, fand die Orientierungsversammlung der Gemeinde Beromünster statt, sie wurde von rund 90 Personen besucht. Budget 2024 sowie Investitions- und Finanzplan 2024 bis 2027 standen auf der Traktandenliste, zudem informierte der Gemeinderat über die Projekte Schulraumplanung, Dreifachsporthalle, Neubau Busbahnhof und Umsetzung der Parkplatzbewirtschaftung. «Last but not least» der Leckerbissen des Abends, die Verleihung des Innovations- und Förderpreises 2023. Er war bewegend.
Gemeindepräsidentin Manuela Jost-Schmidiger begrüsste die rund 90 Anwesenden in der Mehrzweckhalle Beromünster und wies auf die bevorstehende Budget-Abstimmung vom 26. November hin, über deren Inhalt nun informiert werde. Mit einem Rückblick auf die Gwärb23 vor einem Monat, («ein toller Erfolg!») lobte sie grundsätzlich die Veranstaltungen in der Gemeinde, die nur durch das Engagement vieler Personen zustande kämen.
Einstand für Kümin und Conrad-Wey
Einstand feierten an diesem Abend die beiden neuen Gemeinderatsmitglieder Fabian Kümin und Maria Conrad-Wey, für sie war es der erste Auftritt vor versammelter Gemeinde. Als Referent zu Gast war Daniel Kaufmann, Raumplaner FH aus Luzern, der einen aktuellen Schulraumplanungsbericht für die Gemeinde Beromünster erarbeitet hat.
Fabian Kümin, Ressort Finanzen und Steuern, präsentierte gleich zu Beginn das Zahlenmaterial vom Budget 2024: Steuerfuss bleibt bei 1.85 Einheiten, Verlust wird auf 2020230 Franken budgetiert und die Nettoinvestitionen auf 12076500 Franken. Mit Dank für den Bericht der Controllingkommission empfahl er die Genehmigung. «Ich danke Ihnen für ein ‹Ja› an der Urne fürs Budget 2024!», schloss er seine Präsentation.
Schulraumplanungsbericht
Dann erläuterte Maria Conrad-Wey, Ressortvorsteherin Bildung, den Prozess der Schulraumplanung anhand der Phasen Initialisierung, Prognosen der Schülerzahlen, Entwicklung von Szenarien, Entscheide und Umsetzung. Daniel Kaufmann von der Zeitraum Planungen AG in Luzern, hat die Siedlungs- und Einwohnerentwicklung – also Zahlen über Bautätigkeit, Geburten, Zu- und Wegzüge der Schulkreise Beromünster, Linden, Büel, Neudorf und Schwarzenbach analysiert. Dies dient als Grundlage für die Prognose der weiteren Entwicklung. Mit Fazit, dass in Beromünster die Primarklassen eher reduziert werden, im Schulkreis Linden die Basisstufe zurückgeht, während die Primarklassen zunehmen und es im Schulkreis Büel bei einer Basisstufenklasse bleibt. In Neudorf werden die Primarklassen zunehmen, in Schwarzenbach bleiben sie unverändert. Die Sekundarschule wird künftig tendenziell um eine Klasse reduziert.
In einer Wortmeldung meinte Max Villiger, bei diesen Berechnungen gebe es noch andere Gesichtspunkte zu berücksichtigen. Die Antwort von Maria Conrad-Wey lautete, es handle sich erst um eine Ausgangslage, entschieden sei noch nichts. Und an alle Bürger gerichtet sagte sie: «Ich möchte Sie ermutigen, aktiv am Prozess teilzunehmen, Ideen und Feedback sind von unschätzbarem Wert.»
Knapp 21 Millionen
Danach leitete Lukas Steiger, Ressort Bau und Infrastruktur, über zum Thema Dreifachsporthalle. Eine Woche zuvor hatte diesbezüglich bereits eine Infoveranstaltung stattgefunden. Er zeigte die Übersicht der Investitionskosten, die sich insgesamt auf 20'850'000 Franken beziffern. Von diesen knapp 21 Millionen macht der Grundstückerwerb eine Million, die Gebäudeerstellung 14.5 Millionen aus. Vorbereitungsarbeiten, Betriebseinrichtungen und Umgebung benötigen weiter je eine gute Million. Die Aufteilung dieser Kosten geht zu rund Dreivierteln (15'300'000 Franken) an die Dreifachsporthalle, zu einem knappen Viertel (4'610'000 Franken) an den Feuerwehrstützpunkt und der Rest an die Zivilschutzräume.
Engagierte Voten
Aus dem Plenum meldete sich Beat Furrer. «Wir erfuhren nun viel über die Schulraumentwicklung, aber ich wurde nicht schlau daraus, ob es nun wirklich neue Räume braucht oder nicht.» Er sagte, wer den Kredit befürworte, auch nachher eine Steuererhöhung befürworten müsse. «Diejenigen, die dafür sind, bitte ich, auch nachher Ja zu stimmen!» votierte er ernsthaft mahnend. «Immer nur Schulden machen, das kanns nicht sein!»
Manuela Jost-Schmidiger beantwortete: Man werde von der Menge her nicht mehr Schulraum brauchen, aber von den pädagogischen Anforderungen und der Behindertengerechtigkeit aus gesehen brauche es Veränderungen. Zu den Kosten, ja, darauf habe man zusammen mit der Controllingkommission den Fokus gerichtet. Conrad-Wey fügte an: «Wir haben Kennzahlen bis ins Jahr 2035. Dessen bewusst gehen wir in den strategischen Prozess.»
Ein aufmerksamer Bürger meldete sich ebenfalls: «Die Kosten für die Halle sind bei 21 Millionen, im Investitionsplan stehen aber 17 Millionen. Wie muss man das verstehen?» Kümin beantwortete, diese Differenz sei entstanden durch die Neukonzipierung der Hallenbelegung von 300 auf 950 Personen. Der aktuelle Finanzplan beinhalte diese Anpassung noch nicht.
Busbahnhof und Parkplätze
Danach sprach Lukas Steiger zum Umbau des Busbahnhofs Beromünster. Die Infrastruktur werde der heutigen Zeit angepasst, neu gebe es fünf Haltekanten statt vier, und die Parkplatzfläche nebenan werde wegfallen. Die unterirdische Tiefgarage, deren Kredit letzten Juni genehmigt worden war, werde diese kompensieren.
Weiter ging es um die sogenannte «Parkplatzbewirtschaftung». Etwas einfacher ausgedrückt: Das Bezahlen fürs Parkieren in Beromünster. Ziel sei, auf Anfang 2024 damit zu beginnen, so Steiger. Digitale «Fleckenkarte», Dauerparkkarte in Papierform, Parkuhren, Beschilderung... er räumte ein, es sei zeitlich schon etwas knapp. Eigentlich sei das Reglement ab 1. 1. in Kraft, «aber wenn irgendwo bis dann noch kein Schild steht, darf man schon noch parkieren...» sagte er fast entschuldigend, falls das Reglement nicht ganz fristgemäss umgesetzt werde. Ein amüsiertes Raunen ging durch die Menge, Einwände gab es keine.
Und dann: Wer gewinnt den Preis?
Zur November-OV der Gemeinde Beromünster gehört auch immer die Verleihung des Innovations- und Förderpreises an eine bestimmte Organisation. Und wenn Carmen Beeli auf einmal mit dem Velo in der Versammlung auffährt, so hat das was zu bedeuten. Die Gemeinderätin mit Schauspieltalent legte eine unterhaltsame Vorstellung der Preisgewinner hin, indem sie den Event «Michelsamt bewegt» nochmals erzählerisch abspulte, vom Fahren durch die Landschaft über das Durststillen in den Beizen bis zum Tanz in den Festzelten. Vom zwölfköpfigen Event-OK waren neun vor Ort, die unter grossem Applaus und sichtlich erfreut einen Gutschein im Wert von tausend Franken entgegennahmen. OK-Präsident Felix Matthias sprühte vor Freude und sagte: «Es war irrsinnig! Danke vielmals dieser Region, danke meinem OK!»
Der Innovations- und Förderpreis der Gemeinde Beromünster wird alljährlich verliehen mit dem Zweck, Leute mit kreativen Ideen, Innovation und Eigeninitiative zu honorieren für Leistungen die den Einwohnern der Gemeinde einen Nutzen bringen.
Gut gestimmt gingen nach geschlossener Versammlung die meisten noch zum reichhaltigen, von der Gemeinde offerierten Apéro à la «Fischer-Kili» über, lachten, diskutierten angeregt und wichen geschickt dem Fokus der «Michelsämter»-Kamera aus. Es ist nicht jedermanns Sache, im Blickfeld der Öffentlichkeit zu sein – brauchen tut es indes alle. So sagten zum Beispiel Stefan und Anna: «Wir besuchen die Versammlung immer. Da ist viel Arbeit dahinter, und obwohl man alle Informationen schriftlich bekommt, ist es wichtig, da zu sein.» Voilà. Vielleicht gewinnen ja einmal die Versammlungsteilnehmer einen Preis.
Text und Bilder: Ursula Koch-Egli
Weitere Bilder und Impressionen aus der Orientierungsversammlung:
Bilder: uke