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Erfahrungsbericht Airbnb: Luftmatratze mit Frühstück

Fast jeder ist schon einmal über den Ausdruck Airbnb gestolpert. Die Abkürzung steht für Airbed and Breakfast oder zu deutsch Luftmatratze mit Frühstück. Gemeint sind damit unzählige Übernachtungsmöglichkeiten auf der ganzen Welt. Obwohl im Namen, ist das Frühstück mittlerweile in den meisten Airbnbs nicht mehr ein Bestandteil des Angebots. Auch die Luftmatratze hat sich längst standardmässig in ein Bett umgewandelt.

Fast eine Homestory: Blick in das gepflegte Airbnb von Andrea Waldispühl.


Die Plattform www.airbnb.ch wurde im Jahre 2008 gegründet. Der Name rührt daher, dass zwei der Gründer in dieser Zeit Geldprobleme hatten. Die Miete für deren Studentenwohnung stieg an und sie brauchten eine Zusatzeinnahmequelle. Da war es doch eine naheliegende und tolle Idee, einfach einen Schlafplatz auf der Luftmatratze kombiniert mit Frühstück anzubieten.

Heutzutage kann man mit der Suchmaschine von Airbnb ganz unkompliziert jegliche Arten von Übernachtungsmöglichkeiten finden. Die verschiedenen Kategorien von Unterkünften machen neugierig und lassen keine Wünsche offen. Es gibt Kategorien wie «Direkt am See», «Blockhütten», »In Strandnähe», «Tropisch», «Historisch», «Mit Aussicht», «Höhlen», «Pool» usw. All diese Begriffe lassen einen träumen und bergen sehr viel Spannendes. Jeder kann nach seinen ganz persönlichen Bedürfnissen eine Unterkunft suchen.

Wertvolle Kontakte mit Menschen aus aller Welt

Ich selbst darf seit rund einem Jahr als Gastgeberin eines Airbnbs in Triengen den Kontakt mit Menschen aus der ganzen Welt pflegen und wertvolle Erfahrungen sammeln. In meinem Airbnb können sechs Personen schlafen. Es ist eine voll eingerichtete Wohnung mit Küche, Wohnzimmer und Bad. Ich erinnere mich noch gut an meine ersten Gäste, einer Reisegruppe aus Korea. Ich war so aufgeregt, denn man will ja alles recht machen und weiss nicht so genau, was die Gäste so von einem und der Unterkunft erwarten. Jeden Moment des Aufenthaltes habe ich erwartet, dass irgendwelche komischen Rückfragen kommen oder etwas nicht in Ordnung ist. Aber nein, alles war tipptopp und die Gäste sehr zufrieden. Das gab mir damals grosses Selbstvertrauen, auf dem richtigen Weg zu sein und weiterzumachen. Schliesslich investiert man ja auch einen Batzen, wenn man eine Wohnung Airbnb-tauglich machen will. Man schafft sich so einiges an, so zum Beispiel einen Riesenstapel Bett- und Frotteewäsche, denn man will ja nicht immer gestresst waschen zwischen zwei Buchungen. Auch in der Küche dürfen Mikrowelle, Toaster, Wasserkocher und Kaffeemaschine nicht fehlen. Es sind tausend kleine Dinge und immer kommt einem wieder etwas in den Sinn, was man noch nicht hat. So habe ich grad kürzlich, nach gut einem Jahr, Essstäbchen für meine vielen asiatischen Gäste angeschafft oder einen Kinderhochstuhl.

Günstiger als im Hotel, zudem mit Selbstkocher-Möglichkeit

Die meisten meiner Gäste sind Touristen, welche die Schweiz erkunden und eine Unterkunft in der Nähe von Luzern suchen. Sie bleiben durchschnittlich ein bis drei Tage. Von den Nationen her ist das sehr bunt gemischt, ich hatte schon Chinesen, Amerikaner, Engländer, Koreaner, Schweden, Deutsche, Italiener und viele mehr. Da ich vom Platz her eine ganze Familie unterbringen kann, werde ich sehr oft von Familien gebucht. Im Sommer sind dies auch oft holländische Familien, welche auf der Durchreise nach Italien eine Bleibe suchen. Eine Hotelübernachtung für die ganze Familie ist in der Regel in einem anderen Preissegment als im Airbnb. Zusätzlich hat man auch noch eine Küche zur Verfügung, wo man kostengünstig selbst etwas kochen kann, das macht ein Airbnb attraktiv für Familien. Immer wieder kommt auch vor, dass ich längere Aufenthalte von Familien aus dem Ausland habe, welche in der Schweiz ihre Verwandten besuchen. Zu meinem Erstaunen hatte ich auch schon oft Firmen, die ihre Mitarbeiter gleich für ein paar Wochen einbuchten, da diese in der Umgebung gerade ein Projekt hatten.

Natürlich gibt es grosse Unterschiede, wie die Wohnung hinterlassen wird. Die einen ziehen sogar die Betten ab und staubsaugen noch und andere entsorgen ihren Müll nicht oder lassen noch Esswaren im Kühlschrank. Damit muss man einfach leben können. Über 90 Prozent der Gäste hinterlassen die Wohnung in einem tadellosen Zustand. Nach einem Jahr kann ich sagen, dass ausser mal einer Tasse oder einem Glas wirklich noch nichts kaputt gegangen ist.

Zufriedene Gäste sind das Allerbeste

Wenn ich nach einem Jahr nun zurückblicke, hat es sich für mich sehr gelohnt. Damit meine ich nicht in erster Linie das Finanzielle, es sind die Erfahrungen, die man macht, die Kontakte, die man knüpft und immer wieder auch schöne Gesten von den Gästen, die dieses Konzept so einzigartig machen. Immer wieder finde ich nach dem Auschecken persönliche Mitteilungen, sei es in Chinesisch, Koreanisch oder in Englisch. Es freut mich jedes Mal, wenn mir die Gäste persönlich schreiben, dass es für sie gepasst hat. Manchmal findet man auch Kunstwerke, wie zum Beispiel von einer schwedischen Familie, die über Silvester in der Wohnung war. Sie haben aus Alufolie die Ziffern 2024 geformt und diese dann als Mobile an der Lampe aufgehängt, sozusagen Kunst im Airbnb.

Auch im Michelsamt gibt es diverse Airbnb-Gastgeber. Vielleicht lohnt es sich, mal einen Blick auf Airbnb.ch zu werfen. Und wenn es nur Gwunder halber ist.


Hier lässt sich komfortabel nächtigen.


Ein international erprobtes Konzept: Airbnb.


ext: Andrea Waldispühl, Bilder: zvg




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