Erdbeben bringt Leid und Zerstörung: Zehntausende Menschen in Syrien und der Türkei in grösster Not
Der «Michelsämter» hat mit Katharina Kocherhans, der Kommunikationsverantwortlichen von Don Bosco in Beromünster Kontakt aufgenommen und einiges über die Situation und die Hilfe vor Ort durch die Salesianer Don Boscos erfahren. Während andere Hilfswerke nun in die Türkei und nach Syrien reisen und ihre Hilfe aufgleisen und organisieren, sind die Salesianer schon vor Ort. Angesichts dieser Tragödie werden unsere Probleme und Alltagsherausforderungen zu Peanuts.
Die Not der Menschen ist in dieser kalten Jahreszeit unendlich gross. Sie brauchen dringend Hilfe. Die Salesianer Don Boscos haben die Türen ihrer Häuser in Aleppo geöffnet, um Menschen aus den zerstörten und schwer beschädigten Gebäuden einen sicheren Aufenthaltsort zu geben. Sie bieten Zuflucht, Verpflegung und schenken ein offenes Ohr.
Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,8 hat am Morgen des 6. Februar 2023 den Südosten der Türkei und den Norden von Syrien erschüttert. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt. Bei eisiger Kälte suchen die Menschen nach Verschütteten. Nach neusten Angaben sind mehr als 11 000 Menschen ums Leben gekommen und über 35 000 verletzt. Weitere starke Beben folgten in der Region, unterbrachen die Rettungsmassnahmen und brachten weitere, bereits beschädigte Bauten zum Einsturz. In Syrien war dies besonders verheerend, denn in Orten wie Aleppo waren bereits zwei Drittel aller Gebäude durch den langjährigen Bürgerkrieg beschädigt und instabil. Dort haben sehr viele Menschen alles verloren, sitzen auf der Strasse, frieren und haben Hunger.
Dank der stabilen Bauweise hielt das Jugendzentrum den Beben stand – abgesehen von kleinen Rissen und zerborstenen Fenstern. Wie immer in Notlagen, öffnen die Salesianer Don Boscos die Türen ihrer Zentren. So finden auch jetzt viele Familien aus zerstörten oder instabilen Gebäuden bei Ihnen sichere Unterkunft und Hilfe. Die Hilfe beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Hilfe in den Zentren – die Lage ist noch immer unübersichtlich und wird laufend analysiert. Und wo immer möglich wird geholfen.
Ziele
• Die Salesianer Don Boscos öffnen die Türen ihres Jugendzentrums und ihrer Pfarrei in Aleppo und kümmern sich unmittelbar um 450 Menschen in Not.
• 450 Personen übernachten und bleiben im Don-Bosco-Zentrum Aleppo und sind dort in Sicherheit.
• 450 Personen haben Zugang zu Essen und Getränken.
• 450 Personen können mit Seelsorgern und Sozialarbeitern über ihre Probleme und Traumata sprechen und Trost finden.
• Laufende Situationsanalyse und Anpassung der Hilfsmassnahmen.
Was Don Bosco tut
• Im Jugendzentrum und in der Pfarrei haben insgesamt 450 Menschen Platz zum Schlafen und Bleiben. Die Salesianer Don Boscos und ihr Team stellen Decken, Kleider, Schlafplätze und sanitäre Anlagen zur Verfügung.
• Verteilung von Essen und Getränken.
• Alle Anwesenden und weitere Notsuchende erhalten im Don-Bosco-Zentrum Wasser, warme Getränke und Lebensmittel zur Deckung der Grundbedürfnisse – zum Beispiel Kaffee, Tee und Fladenbrot.
• Mentale Betreuung und Unterstützung.
• Die Salesianer Don Boscos und ihr Team von Sozialarbeitern reden mit allen Schutzsuchenden und hören ihnen zu. Sie schenken ihnen Zuwendung und Verständnis, geben Ratschläge und leisten psychologische und je nach Glaube auch religiöse Hilfe.
Weiteres Vorgehen
Die Salesianer Don Boscos werden in Aleppo je nach Situation weitere notwendige und hilfreiche Aktivitäten planen. Die Don Bosco Jugendhilfe Weltweit und viele weitere europäische Don-Bosco-Hilfswerke unterstützen das gesamte Nothilfe-Engagement.
Wirkung
Familien mit Kindern und älteren Personen finden im Don-Bosco-Jugendzentrum von Aleppo Zuflucht und einen sicheren Platz, an dem sie bleiben können, bis sich die Notlage beruhigt hat und keine Nachbeben mehr passieren. Sie fühlen sich dort gut versorgt und können ihre schlimmen Erlebnisse verarbeiten. Als Gemeinschaft werden sie gestärkt und die Menschen können sich gegenseitig unterstützen. So finden sie hoffentlich den besten Weg aus dieser Krise.
Schnelle Hilfe dank des weltweiten Netzwerks der Salesianer Don Boscos
In dieser unmittelbaren Not zeigt sich die Stärke des weltweiten Netzwerks der Salesianer Don Boscos. Sie sind vor Ort, sie stellen ihre Zentren als Notunterkünfte zur Verfügung, leisten Soforthilfe mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser, Hygieneartikeln und Erstversorgung. Dabei kann auf eine grosse Anzahl freiwilliger Helferinnen und Helfer gezählt werden.
Don Bosco Jugendhilfe Weltweit:
Die Gemeinschaft der Salesianer Don Boscos wurde 1859 von Giovanni Bosco in Turin gegründet. Dort bekämpfte er erfolgreich die Not der benachteiligten und ausgegrenzten Jugendlichen. Das Anliegen Don Boscos, die jungen Menschen ernst zu nehmen, ihre Nöte und Bedürfnisse zu sehen, ihnen eine Stimme zu geben und die Möglichkeit, ihr Leben selbst zu gestalten, ist auch heute wichtig – überall auf der Welt. Die Don Bosco Jugendhilfe Weltweit ist Teil des weltweiten Netzwerks der Salesianer Don Boscos und unterstützt die Arbeit der Salesianer zugunsten benachteiligter und bedürftiger Kinder, Jugendlicher und Familien, unabhängig von Herkunft, Religion oder Geschlecht. Aktuell sind rund 14 100 Ordensangehörige und mehr als 400 000 Fachkräfte und Freiwillige in 134 Ländern tätig.
Spendenkonto Postfinance: Vereinigung Don Bosco Werk – Jugendhilfe Weltweit
CH06 0900 0000 6002 8900 0 Vermerk: MOR 23-003
Internet: www.donbosco.ch
Text: Katharina Kocherhans, Karl Heinz Odermatt, Bilder: zvg