Er widmet dem «Land des grossen Geistes» ein Buch
«Land des grossen Geistes» heisst das Buch, das Ruedy Wälchli mit viel Herzblut und Leidenschaft verfasst hat. Es führt die Leser:innen an das reiche Kulturgut der indigenen Prärievölker Amerikas heran und lässt sie den Wind der weiten Ebenen spüren.
Wie viele andere hat auch Ruedy Wälchli in der Kindheit für «Indianer» und Winnetou gefiebert. Aber wie nur die wenigsten, ist er diesen Spuren gefolgt und hat einen Grossteil seines Lebens damit verbracht. «Wenn ich mal gross bin, muss ich nach Amerika!», hatte sich der Junge damals gesagt – und diesen Plan hat er über Jahre hinweg mehrmals verwirklicht. Mit 23 ist er das erste Mal nach Amerika gereist, hat in einem Chevy V8 Tausende von Kilometern zwischen Kanada und Mexiko zurückgelegt und dort zum ersten Mal den «Wind in den grandiosen Prärielandschaften» kennengelernt und die «unbegrenzte» Freiheit gefühlt. Die alte, fast vergessene Kultur der indigenen Prärievölker nahm ihn dabei stets vollkommen den Bann.
Behutsames Herannahen
«Wenn man sich behutsam und mit dem nötigen Respekt an diese Menschen heranwagt, erlebt man oft den alten Spirit in ihren Herzen», erzählt Wälchli. Könne man dann Tage oder Wochen mit ihnen verbringen, erlebt man Werte, die wir in unserer rasanten und oberflächlichen Wirtschaftswelt kaum noch kennen und schätzen. «Ich hatte das Glück und die Ehre – das muss man als Ehre bezeichnen – dass ich an einigen, sehr bewegenden Zeremonien teilnehmen durfte, wie etwa der des Sonnentanzes», erzählt Ruedy Wälchli. «Diese Momente bleiben tief in Erinnerung. Man spricht nicht wesentlich darüber – wobei Fotos und Kameras an solchen spirituellen Anlässen absolut unerwünscht sind und als respektlos gelten.»
Trotzdem konnte Ruedy Wälchli unendlich viele Bilder über die darauffolgenden Jahrzehnte hinweg einfangen, als er der Geschichte der indigenen Prärievölker in ihren Reservaten, bei Denkmälern, auf historischen Kriegsstätten und in Museen und Galerien immer wieder aufspürte.
Wo der Wind Geschichten erzählt...
«Stammesvölker wie unter anderen die Sioux und Cheyenne lebten früher von der Büffeljagd. Die Bisons waren ihre grundlegende Lebensquelle und diese wurden beinahe vollkommen von der auf ihrem Kontinent neuen, weissen Menschenrasse aus Europa ausgerottet. Ihre Kultur wurde praktisch ausgelöscht und diese einst stolzen und anmutenden Stammesnachfahren leben heute oft mittellos in zwei Welten.» Ihnen hat Ruedy Wälchli sein Buch gewidmet. Nach fast fünf Jahren und unzähligen Stunden Arbeit voller Herzblut und Leidenschaft, ist das Fotosachbuch «Land des grossen Geistes» entstanden. Geschichtlich handelt es ab dem Jahr 1804 bis in die heutige Zeit. Es handelt von Volksstämmen, die an ihrem alten Kulturgut festhalten, und erzählt von grandiosen Landschaften. Das reich bebilderte Buch von über 260 Seiten nimmt die Leserinnen und Leser mit auf eine Reise dorthin, wo «der Wind die Geschichten erzählt». Erhältlich ist «Land des grossen Geistes» von Ruedy Wälchli unter www.triner.ch/verlag.
Text und Bild: Ursula Koch-Egli
Ruedy Wälchli erzählt von sich selbst:
«Ich reiste rund ein Dutzendmal in den weiten amerikanischen Westen - das erste Mal 1993 für ein paar Monate, nachher immer wieder für mehrere Wochen. Das Thema der edlen indigenen Prärievölker, die aufopferungsvoll ihr Land und ihre Kultur vor dem Untergang zu bewahren versuchten, faszinierte mich schon seit frühester Kindheit.
Auf sämtlichen Reisetrips suchte ich historische Orte auf, die ich aus Büchern, Biographien und Dokumentationen sammelte - was nicht immer ganz einfach war. Ich notierte im Verlauf dieser vielen Jahre immer wieder die Informationen von zahlreich gelesenen Biographien, Dokumentationen, Internetrecherchen. Und natürlich vor Ort in den USA, von wo ich oft direkte Informationen von Stammesnachfahren oder Nationalpark-Ranchern erhalten durfte.»
«Bis an die Schwarzweiss-Aufnahmen, die aus verschiedenen Galerien und Museen stammen, sind alle Fotos von meinen Reisen, die ich über viele tausend Meilen in den grandiosen Weiten des Westens in den letzten fast dreissig Jahren gemacht habe.»
Bilder: Ruedy Wälchli