Skip to main content Skip to page footer

Einweihung Weingut Eichberg: Was lange währt, wird endlich sehr, sehr gut... (mit Bildergalerie)

Am vergangenen Mittwoch wurde in Eich mit 90 Gästen das neue Weingut am Eichberg feierlich eingeweiht. Das Winzerehepaar Mathias und Cristina Brunner von der Brunnerweinmanufaktur präsentierte voller Stolz die Umsetzung des visionären Projekts.  Der grösste Luzerner Weinbaubetrieb hat den Firmensitz nach Eich verlegt. Das Weingut ist ein Blickfang – und sorgte anfänglich für Skepsis und eine Einsprachenflut.  


Der Blick vom Eichberg auf den Sempachersee ist atemberaubend.


Spezielles vollbringen braucht seine Zeit. Dies ist auch beim soeben vollendeten Weingut am Eichberg der Fall gewesen. Vom Beginn der Bauplanung über das nicht einfache Bewilligungsverfahren bis hin zur Bauerstellung dauerte es über fünf Jahre. Nun – die beiden Eigentümer und Bauherren Fritz Hüsler aus Schenkon und Sepp Bättig aus Eich ––––– sie haben es geschafft. Anfangs September hat das Winzerehepaar Mathias und Cristina Brunner von der Brunnerweinmanufaktur in das neue Weingut Eichberg mit Wohnung einziehen können. Bei allen Beteiligten herrscht grosse Freude und Genugtuung. Das visionäre Projekt ist gut gelungen, es präsentiert sich harmonisch im Bild der Landschaft oberhalb des Sempachersees. Das neue Weingut Eichberg stellt eine Bereicherung für die Region dar. Herrlich ist auch, dass in den letzten Wochen die Trauben vom Eichberg mit ausgezeichneter Qualität und Menge erstmals ins neue Weingut eingefahren werden konnten.

Wechselvolle Geschichte mit vielen Hürden und Stolpersteinen 

Die Geschichte des Baus startete 2007, als auch die NEAT-Planung begann. Vorher wurde die Gegend von Weinkommissionen, in denen fast ausschliesslich Romands Einsitz hatten, als nicht geeignet für den Weinbau abqualifiziert. Doch schliesslich sah man, dass sowohl Klima, Lage und Bodenbeschaffenheit ideal sind für den Weinbau. Drei Baugesuche, fünf Umweltverbände, viele Einsprachen zeigen den anspruchsvollen Weg, ja die Odyssee zum Ziel. Archäologen begutachteten das Gelände, da hier der legendäre Römerweg durchführt. Umso grösser ist nun die Freude, dass das grosse Werk realisiert ist. Schon 2012 schrieb der «Michelsämter»: «Wer weiss», meint Fritz Hüsler vielsagend, «vielleicht werden hier in der Buchmatt dereinst Weintrauben aus der ganzen Region Sempachersee vinifiziert.» Aus der Vision wurde nun Realität. Fünf Angestellte und zwei Lernende sind hier beschäftigt. 

Von Franz Zemp feierlich eingesegnet

Besseres Wetter hätte man sich für den Event nicht wünschen können. Den ersten Teil der Zeremonie konnten alle zusammen mit Blick auf die Reben und den Sempachersee geniessen. Der Pfarreileiter von Eich, Franz Zemp, segnete den Bau ein und sprach ein spezielles, originelles Eicher Vater Unser, das wohl nicht zum letzten Mal gebetet worden sein wird. Er sagte: «Wein ist Lebensfreude, Lust und Leidenschaft. Der griechische Gott des Weins, Dionysos, ist nicht zufällig auch der Gott der Freude, der Trauben und der Fruchtbarkeit.»

Architektonische Perle, perfekt in die Landschaft integriert

Architekt Markus Schumacher erläuterte die Ideen für den Bau und die Kunst am Bau, die nun fast alle perfekt umgesetzt werden konnten, in enger Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft. «Lassen Sie ihre Fantasie la tschädere», sagte er dem staunenden Publikum. Es ist ein zweistöckiger, u-förmiger Bau aus Sichtbeton, aussen verdeckt von einer erdfarbenen Fassade. Die Kosten für das neue Weingut beziffern die Bauherren mit einem «mittleren einstelligen Millionenbetrag».

Kundenbegeisterung inklusive

Anschliessend konnte man in drei Gruppen das Gebäude besichtigen und alle Fragen wurden beantwortet. Anschliessend ging es zum gediegenen Nachtessen mit jeweils perfekter Weinbegleitung. Zum Hauptgang ein Malbec - Pinot Noir vom Eichberg, AOC 2022. Zum Dessert rundete eine spezielle Kreation von Kilian Fischer das Festmahl mit einheimischen Zutaten ab. Schon François de la Rochefoucauld sagte es: «Essen ist ein Bedürfnis. Geniessen ist eine Kunst.» Der Weinbaupionier und Präsident der «Weinkultur Sempachersee», Beat Felber, sprach von einem «weiteren Meilenstein im Weinwunder Luzern». Die Weinregion Sempachersee wachse und habe qualitativ grosse Fortschritte gemacht. Auch punkto Ökologie sei man vorbildlich unterwegs. «Ich gratuliere zum Mut, zum Durchhaltewillen und zur gelungenen, ja genialen Realisation! «Die Nachfrage ist sehr gross und wächst weiter. Wir werden am Montag von einer Traumernte 2023 berichten können», sagte er mit Stolz in der Stimme.  

Das überaus gelungene Haus soll auch ein Treffpunkt sein, es ist bewusst so konzipiert, dass auch kulturelle Veranstaltungen stattfinden können. Es wird bereits intensiv genutzt. Egal ob als Wanderer, Geniesser, Weineinkäufer oder überhaupt: Das Haus lohnt jeden Besuch.


Die Zehnermusik Ermensee bereicherte den Anlass zusätzlich. 
Franz Zemp, Pfarreileiter von Eich, segnete den gelungenen Bau mit ebenso gelungenen Worten ein.
Besseres Wetter für den Event ist kaum vorstellbar. Alle genossen den majestätischen Sonnenuntergang.

Mathias Brunner (ganz links) spielt auch bei der Zehnermusik Ermensee mit.

vl: Mathias Brunner, Petra Grätzer (Zentralschweizer Weinbauverein), Beat Felber (Präsident «Weinkultur Sempachersee») und Christina Brunner.


Dessertkreation by Kilian Fischer, Genuss pur!



Text und Bilder: Karl Heinz Odermatt




Das könnte Sie auch interessieren