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Einsegnung Stationenweg von der Lourdes Grotte Römerswil zur Kapelle Gormund: Aus der hundertjährigen Geschichte 

Die Geschichte ist schon bald 100 Jahre alt. Die Forschungen dazu hat der versierte Historiker Paul Moser, ehemals Neudorf, heute wohnhaft in Gunzwil, in verdankenswerter Weise gemacht. Diese wertvollen Vorlagen wurden mit weiteren Recherchen angereichert.

Auch das Kreuz und das dazugehörige schmucke Gärtli wurden wieder instand gestellt.


Man findet in den heute erhaltenen Dokumenten folgenden Text: «Der Unterzeichnende schenkt hiermit den Gormunder Kreuzweg, bestehend aus 14 Stationen mit Standbildern, der Pfarrkirche Römerswil. An die Renovationskosten stiftet er zugleich einen bezüglichen Renovationsfonds von Fr. 300 / dreihundert Franken. Ruswil, Luzern, den 25. Mai 1932. Pfr. Gassmann.»

Am 10. Oktober unterschrieb der Kirchenrat von Römerswil die Annahme-Erklärung. Unterschrieben haben dabei: Pfr. Alois Grossert als Präsident, den noch einige kennen, sowie der damalige Aktuar und zwei Stimmenzähler. Das war die Geburtsstunde dieses eindrücklichen Stationenweges.

Kurz zuvor, auch 1932, hatte der damals noch junge und frisch gewählte Pfr. Alois Grossert von Römerswil auch die Initiative zum Bau der Lourdes Grotte gemacht. Diese wunderbare Grotte wurde damals frisch gebaut und ist heute für viele Besucherinnen und Besucher zu einem Kraftort geworden, ein herrlicher Ort zum Verweilen. Ich erinnere mich gerne an die jährlichen Maiandachten in der Grotte, die wir Jungen damals sehr gerne besucht haben. Es war draussen, und alles war nicht so steif wie in der Kirche. Insbesondere sind uns die schönen Marienlieder in Erinnerung geblieben, welche wir, oft unter der Leitung vom ehemaligen Lehrer Julius Zehnder, lauthals mitgesungen haben.

Matura in Stans, Studium in Luzern und Innsbruck

Josef Gassmann wurde am 6. Mai 1882 auf dem Berghof in Wauwil als Sohn von Anton und Agatha Gassmann-Kaufmann geboren. Im Kollegium in Stans erhielt er 1904 das Maturitätszeugnis. In Luzern und Innsbruck studierte er Theologie, einzelne Semester auch in Rom und Fribourg. 1909 wurde er zum Priester geweiht. Gerliswil, Hochdorf und Römerswil waren seine Stationen als Vikar, Pfarrhelfer und Pfarrer, ehe er am 5. August 1929 das Amt als Pfarrer von Ruswil antrat. Dort war er bis 1958 tätig. Pfarrer Josef Gassmann, auch Ehrendomherr des Bistums Sitten, verstarb am 18. März 1967 in Luzern. Pfarrer Gassmann hat sich mit der Geschichte Ruswils befasst und Abschriften und Register zum Ruswiler Jahrzeitbuch von 1488, zu den älteren Tauf-, Ehe- und Sterbebüchern und zu weiteren Bänden erstellt. (Quelle: Familienbaum im Staatsarchiv Kt. LU )

Geschichtliches zur «Via Dolorosa»

Erste Prozessionen auf dem Leidensweg Christi in Jerusalem reichen weit zurück in das 14. Jahrhundert. Unter der Führung der Franziskaner wurden diese Prozessionen für Pilger organisiert. Diese Pilger wiederum brachten diese Andachtsformen in ihre Heimatländer zurück.

Kreuzwege veranschaulichen den Passionsweg Jesu in Texten und Bildern. Anfänglich hielten die Pilgernden nur an zwei Orten inne: beim Haus des Pontius Pilatus (auch bekannt als Burg Antonia) bei der Verurteilung und bei der Kreuzigung auf dem Hügel Golgota.

Der Weg, der diese beiden Orte miteinander verbindet, wird «Via Dolorosa», lat. schmerzensreicher Weg, Leidensweg, genannt und führt durch die Strassen der Altstadt Jerusalems.

Nach und nach entstanden weitere Stationen, an denen der biblischen und traditionell überlieferten Stationen Jesu gedacht wurde.

Passionsweg: Unter Passion Jesu (von griechisch paschein, deutsch «leiden», «durchstehen», «erleben» sowie von lateinisch pati «erdulden», «erleiden»; passio «das Leiden») versteht man im Christentum den Leidensweg Jesu Christi, das heisst sein Leiden und Sterben samt der Kreuzigung durch die Römer in Jerusalem.

Seit 1932 bis heute wird der nun neu renovierte Stationenweg als Pilgerweg, als Gebetsweg, als Wanderweg, mit herrlichem Blick in die Berge und in die Natur genutzt – ein sehr altes und erhaltenswertes Juwel.

Beim Restaurant Gormund steht ein grosses und schlichtes Kreuz. Es ist im Eigentum der Familie Käthy und Fritz Erni. Wir durften dieses Kreuz, gezeichnet von vielen Jahren mit allerlei Wetterlagen, im gleichen Zug ebenfalls erneuern. Das dazu gehörige schmucke Gärtli wurde vom Gartenmeister Edy Zumbühl wieder sehr schön instand gestellt. Eine Augenweide, fast am Schluss des Stationenweges.

Gross ist die Freude über dieses Gemeinschaftswerk zwischen der Pfarrei Römerswil und der Kapellenstiftung Gormund. Hoffen wir, dass dieser Weg auch in Zukunft weiterhin gepflegt und genutzt wird.

Beat Stocker berichtet aus der fast 100-jährigen Geschichte des nun renovierten und eingeweihten Pilgerwegs.


Nach dem Karfreitag kommt Ostern und die Auferstehung.



Text: Beat Stocker, Bilder: kho




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