Eine Verjüngungskur für die Männerriege
Traditionsgemäss Ende Jahr führen die Vereine ihre Generalversammlungen durch. So auch die Männerriege Rickenbach. Eigentlich verlief die Versammlung unspektakulär, der Inhalt wäre schnell erzählt und höchstens eine Randnotiz wert: Das Protokoll der letzten GV wurde genehmigt, ebenso der Jahresbericht. Der Jahresrechnung wurde zugestimmt und somit an den Vorstand die Décharge erteilt. Und zu guter Letzt wurde der Vorstand in Globo wiedergewählt. Und doch, dieses Mal war es anders. Zwei besondere Ereignisse heben sich klar und deutlich von den ordentlichen Geschäften ab und verdienen es, erwähnt zu werden und nicht sofort wieder zum Alltag überzugehen.
Der Präsident Bruno Ruesch konnte pünktlich die GV eröffnen und über 40 der insgesamt 51 Mitglieder des Ver-eins begrüssen. Gleich anschliessend wurde die Versammlung für das Nachtessen unterbrochen. Nun zu behaupten, dies sei auch der Grund, weshalb die Versammlung so gut besucht werde, würde der Sache nicht gerecht. Vielmehr ist die Teilnahme ein Zeichen der Wertschätzung gegenüber dem Vorstand für die geleistete Arbeit. Ausserdem können soziale Kontakte gepflegt werden, denn es ist nicht mehr allen vergönnt, am Training in der Halle teilzunehmen: Einige absolvieren auf der Bühne ein Fitness- und Gymnastikprogramm, andere können aus gesundheitlichen Gründen nur noch an gesellschaftlichen Anlässen teilnehmen. Und genau ein solcher Anlass ist auch die GV.
Rückblick
Gemeinsam schauten der Präsident und der Technische Leiter Odo Schwarzentruber nochmals auf das vergangene Vereinsjahr zurück. Ein Meilenstein stellte der Männerturntag dar. Dieses Jahr fand er in Malters statt. Trotz misslichen Wetterverhältnissen nahm die MR Rickenbach mit vier Teams daran teil. Speziell hervorgehoben wurde der 3. Rang in der Alterskategorie 5. Dies war Grund genug für eine ausgelassene Feier, welche schon in Malters begann. Dann ins alte Schützenhaus nach Rickenbach verlegt und in der Dorfwirtschaft bei einem feinen Essen fortgesetzt wurde und zu einem Zeitpunkt endete, an den sich niemand mehr so recht erinnern kann … (oder erinnern will …)
War die Halle besetzt, wurde jeweils ein Alternativprogramm angeboten. Zu erwähnen sind die Schnitzeljagd, der Besuch beim Schiesssportverein Beromünster, das Bowling (mit Seriensieger Sepp!) und das Schwarzlicht-Minigolf in Ruswil. Traditionsgemäss traf man sich anfangs Juli zum Abschlusshöck, diesmal in der Seckwaldhütte.
Unvergessen bleibt auch die zweitägige Reise auf den Chasseron und den Le Suchet im Kanton Waadt. Nur der Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung war etwas eingeschränkt. Vielleicht hätte der eine oder andere in der Schule im Französischunterricht doch besser aufpassen sollen.
Die wundersame Verjüngung der Männerriege
In den letzten Jahren stiegen das Alter des Vereins und das Durchschnittsalter der Mitglieder im Gleichschritt. Junge Mitglieder zu rekrutieren war sehr schwierig. Verschiedene Versuche scheiterten. Anstatt sich über die Überalterung zu beklagen, hat der Vorstand Nägel mit Köpfen gemacht und sich selbst eine Verjüngungskur verschrieben. Die sportlichen Aktivitäten wurden nochmals intensiviert. Die Erfolge liessen nicht lange auf sich warten: Das körperliche Durchschnittsalter der Vereinsmitglieder konnte innerhalb kurzer Zeit um einige Jahre gesenkt werden. Trotz aller Anstrengungen, stieg das biologische Durchschnittsalter aber weiterhin unverändert. Da nützte es auch nichts, dass sich der Verein in ein neues Outfit steckte (sprich einen neuen Trainingsanzug anschaffte) und sich so jugendlicher stylte.
Jede GV beinhaltet auch das Traktandum «Wahlen von Neumitgliedern». Nach den Erfahrungen der letzten Jahre hätte man diesen Punkt getrost streichen können. Doch diesmal war es ganz anders. Was zuerst wie eine jugendliche Delegation des Turnvereins aussah, setzte sich in Tat und Wahrheit aus einer Gruppe von Neumitgliedern zusammen, welche sich um eine Aufnahme bewarb. Auf die Beweggründe angesprochen, dem Verein beizutreten, erklärten die jungen Männer unisono: «Wir möchten im höheren Alter auch einmal so jung und frisch aussehen wie die Männerriegler». Alle wurden unter grossem Applaus in die Männerriege aufgenommen und der Vorstand durfte erfreut feststellen, dass die verordnete Verjüngungskur nicht nur nach innen wirkte, sondern auch nach aussen ausstrahlte.
Welche Schlüsse ziehen wir daraus: Anstelle mit Töpfchen, Tübchen und Döschen gegen die Zeichen der Zeit anzukämpfen, lieber der Männerriege Rickenbach beitreten. Da sind ein jüngeres, strahlendes Aussehen sowie straffere Konturen garantiert.
Alfons Beerli zum Mann des Jahres gewählt
Nebst der Verjüngungskur war die Wahl zum «Mann des Jahres» ein weiterer Höhepunkt der Generalversammlung. Diese Auszeichnung wird jeweils einem Vereinsmitglied vergeben, welches sich im Verlaufe des Jahres in besonderer Weise für die MR verdient gemacht hat. Die Wahl fiel auf Alfons Beerli.
In seiner Laudatio hielt der Präsident folgende Eigenschaften von Alfons Beerli besonders hervor: Er ist ein echter Kamerad, hilft wo er kann, interessiert sich für alle, und er fördert den Zusammenhalt. Als Anerkennung überreichte ihm der Präsident eine Urkunde. Mit der Wahl zum «Mann des Jahres» ging eine Generalversammlung zu Ende, über die es doch das eine und andere zu berichten gab.
Text und Bilder: Kilian Wigger