Eine Fasnacht, vier Früchte und viele Stunden
An der Hildisrieder Fasnachtseröffnung der Lüütertüter Höudisriede fand die Fasnacht 2025 einen fulminanten Auftakt: Zwischen blechernen Guuggeninstrumenten, wummerndem Bass und Kafistubenschnitzel gings heiss zu und her.
Samstag, zwei Tage vor dem 11.11., das Hildisrieder Schulhausareal nur noch in Teilen wiederzuerkennen. Die Guuggenklänge aus einem der beiden grossen Zelte auf dem Schulhausplatz erklärten für alle, die vor lauter Nebel die fünfte Jahreszeit noch gar nicht im Blick hatten, den Grund für den festlichen Aufmarsch: Die Lüütertüter Höudisriede eröffneten die Fasnacht 2025. Während im Partyzelt die elf Guuggen, angereist von Reinach bis Dallenwil, ihr Monsterkonzert zum Besten gaben, herrschte in der Halle Inpuls noch die Ruhe vor dem Sturm. Als die ersten Gäste wurden die Gönnerinnen und Gönner der Lüütertüter Höudisriede sowie Vertreter der anwesenden Guuggenmusigen empfangen. Es sei immer wieder erstaunlich, was hier in so kurzer Zeit wieder auf die Beine gestellt werde, diskutierte ein Kreis von Gönnerinnen eifrig. Eisblaue Bar, an den Wänden nordische Symbole, über dem Hauptteil der Bar eine grosse Kirchenuhr. Die Halle scheint überzeugt zu haben. Nach dem gemeinsamen Apéro gings Schlag auf Schlag, «Skål, wies d Wikinger säged» und auch die Halle wurde eröffnet.
Gin und vier Früchte
«Eigentlich war ich überhaupt noch nicht in Fasnachtsstimmung, aber nach den ersten Guuggenliedern hat es mir gleich wieder den Ärmel reingenommen» erzählte ein begeisterter Festbesucher bei der vorletzten Runde an der Bar – offensichtlich vom Fasnachtsfieber gepackt. Nebst den stündlichen Guuggenauftritten fand auch das tanzwütige Partyvolk in Zelt und Halle mit DJs seinen Platz und in der Kafistube heizte das Cover-Jam Trio mit ihren stimmigen Live-Songs ein.
Auch getränketechnisch kam niemand zu kurz, denn zu der üblichen Bar-Karte kam in der hauseigenen Gin-Bar eine Auswahl feiner Gins hinzu, und im Zelt lockte die «4-Frucht-Bar» unter dem Bug eines hölzernen Boots mit dem Lüütertüter’schen Traditionsdrink, dem «4-Frucht». Dieser hat sich vor Jahren vereinsintern als Schlummerbecher, bevor man den Heimweg antritt, durchgesetzt – bis heute – und hat seinen Namen von seinen vier Mischkomponenten. Beste Voraussetzungen für ein ausgelassenes Fest und einen gelungenen Auftakt für die kommende Fasnacht.
2400 Stunden-Wochenende
Als nach 4 Uhr die letzten Festgänger den Heimweg antraten, wurde dann in allen Ecken des Areals fleissig aufgeräumt, gewischt, gewerkt und abgebaut. Wo gehobelt wird fallen Späne, wo gefestet wird gibt es aufzuräumen. Und schon am frühen Sonntagnachmittag, als wahrscheinlich der eine Partygänger oder die andere Festbesucherin noch der kommenden Fasnacht nachträumte, war dem Hildisrieder Schulhausplatz dank speditiver Arbeit, guter Organisation und etwas Übernächtigung kaum mehr anzusehen, dass dort noch vor wenigen Stunden eine Fasnacht eröffnet wurde. Nebst dem Abbau dürfe man auch sonst zufrieden sein, meint OK-Präsident Filip Estermann, nachdem das letzte Material versorgt und der Schulhausplatz heruntergewaschen wurde: «Es hat eigentlich alles tipptopp geklappt und wir durften ein Fest ohne grosse Zwischenfälle durchführen.» Erfreulich für den 46-köpfigen Verein und seine helfenden Hände, denn die rund 2400 Personenstunden, die von Auf- bis Abbau geleistet wurden, zählen sich doch übers Wochenende. Und so starten nicht nur die zahlreichen Festbesucher, sondern auch die Lüütertüter Höudisriede in eine grandiose Fasnacht 2025.
Ramon Wolf