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Ein Neustart auf traditionsreichem Parkett

Der Dreikönigsbot ist jeweils der Fasnachtsstart für die Fleckenzunft, festlicher Zunftmeister-Einzug inklusive. Dieses Jahr war es ein wenig anders, da Zunftmeisterin Heidi II. das Amt bereits zum zweiten Mal innehat. Dafür stellte die würdige Aufnahme der Neuzünftler ein ausgedehntes Prozedere dar, denn es waren deren ein ganzes Dutzend.

Zunftmeisterin Heidi II. umrahmt vom Zunftrat und zwölf begeisterten Neumitgliedern.

Nach einem Apero zum Kennenlernen und dem von Trommelwirbel begleiteten Einzug in den Saal begrüsste Zunftweibel Roland Zeidler die vielen fasnächtlich gestimmten Gäste im Hirschen Beromünster. Als endlich alle Gläser gefüllt waren, konnte er stolz mit einem freudigen «Auf die Zunftmeisterin – Auf die Fasnacht 2023 – Zrogg i Fläcke!» den Start der fünften Jahreszeit für die Fleckenzunft einläuten. Es gab unzählige «Prosts» und klingende Gläser und es dauerte eine ganze fröhliche Weile, bis alle mit allen angestossen hatten.

Es dauerte eine ganze fröhliche Weile, bis alle mit allen angestossen hatten.


Mit «L» am Rücken volle Kraft voraus

Nobel erschien der Zunftrat in Frack und Zylinder, stilvoll kamen die Zünftlerinnen und Zünftler. Die Neumitglieder indes waren sofort auszumachen, einheitlich gekleidet mit oranger Leuchtweste und unverkennbarem «L» am Rücken. Lernen, wie Fasnacht geht, mussten diese allerdings nicht. Schon von Beginn weg machten die «Neuen» voll auf Stimmung mit Schunkeln, Tanzen und Klatschen, so dass das traditionsreiche Parkett, auf welchem schon seit Urzeiten gefasnachtet wird, erzitterte im farbigen Tumult. Unterhalter Donat «Palm Beach» tat das Seine dazu und führte die Leute schon während des Essens im Schnelltakt musikalisch voran. Gleich nach der Suppe rissen die Unhaltbaren mit dem «L» am Rücken schon die erste Polonaise an.

Das «L» noch am Rücken, das Glas in der Hand: Neumitglieder prosten auf die Fasnacht!


Ehrengäste aus der Nachbarschaft

Der «ehrenfesten» Zunftmeisterin Heidi II. erwiesen an diesem Samstagabend auch die Nachbarszünfte die Ehre. Von der Götschizunft Hildisrieden erschien das Zunftmeisterpaar Oliver I. und Rita Rüttimann mit Weibelpaar Armin und Irène Hurni, von der Fischlizunft Rickenbach Zunftmeister Justin I. Meyer mit Nebenzunftmeisterin Rita I. Wicky sowie Kanzler Marc und Ruth Müller. Sie begrüssten und beschenkten herzlich eine sichtlich fröhliche Zunftmeisterin.

Nach dem Hauptgang ging es in rasantem Tempo weiter mit Klamauk: Schunkeln, Schaukeln, Hopsassa! Auch die Beromüüger warteten mit einem lautstarken Ständchen auf und beehrten die Fleckenzunft mit ihren Guuggerklängen – Schlachtruf inbegriffen – so dass Wände bebten.

Auch die Zunftmeister der Fischlizunft Rickenbach und Götschizunft Hildisrieden waren startklar: Von links: Marc und Ruth Müller, Rita Wicky, Justin I. Meyer, Armin Hurni, Oliver I. Rüttimann, Rita Hürlimann und Irène Hurni. 


Motto gesetzt – Zügelunternehmen lanciert

Nach dem Dessert richtete Zunftmeisterin Heidi II. ihr Grusswort an die Zunft. Kurz, bescheiden, sympathisch – «ich bin halt keine Rednerin» – schloss sie lächelnd und erntete warmen Applaus. Heidi II. Furrer kommt aus Pfeffikon und hat fürs 2023 das Motto «Zrogg i Fläcke» gewählt, weil die Fasnacht letztes Jahr coronabedingt «ausserorts» auf dem Reitplatz Gunzwil stattgefunden hat und nun wieder zurück in den Flecken von Beromünster kommt. Mottogerecht wird deshalb die Fleckenzunft mit Sack und Pack, Kisten und Koffern und was es sonst noch braucht für eine rechte «Züglete», im Flecken und am Umzug aufkreuzen.

Mit «Zrugg i Fläcke» will Heidi II. mit der Fleckenzunft eine regelrechte «Züglete» veranstalten.


Ein ganzes Dutzend

Dann folgte die offizielle Aufnahme der Neuzünftler in die Fleckenzunft. Eines nach dem andern mussten sie vor die Zunftmeisterin treten und auf einem samtbezogenen Schemel vor ihr niederknien. Verschmitzt legte die Würdenträgerin jedem Neuling den Zunft-Hammer viermal auf die Schultern mit der Formel: «Hiermit nehme ich dich in die Fleckenzunft zu Beromünster auf!» Womit diese definitiv aufgenommen waren in den traditionsreichen, 122 Jahre alten Bund. Sagenhafte zwölf Neumitglieder waren es an diesem Abend, und diese liessen sich das ritterliche Prozedere vergnügt gefallen. Neu erhoben in den Stand der Fleckenzunft zu Beromünster wurden also Manuela Felix, Simone Galli und Marc Galliker, Regula Galliker, Evi Gassmann, Julia Jordan-Pieper, Nora Koci, Daniela und Vincenzo Montenero, Andrea und David Stocker sowie Martha Zimmermann. Drei weitere «Novizen» sind Jolien van Ekeren sowie Susanne und Hubert Peters. Sie machen erst einmal eine zünftige Fasnacht mit und entscheiden dann, ob sie der Fleckenzunft definitiv beitreten wollen. «Probejahr», eine Variante, die erstmals diese Saison bei der Fleckenzunft so gehandhabt wird.

Das ging formell zur Sache: Aufnahme der Neumitglieder in die Fleckenzunft.


Anbändeln erlaubt

Eine lustige Darbietung mit Gedicht und Geschenk der Neumitglieder an die Zunftmeisterin folgte darauf, bevor die Stimmung wieder voll in Fahrt kam mit Paartanz, Polonaise und Partyhaufen. Viele Zunftmitglieder genossen es aber auch, einfach am Tisch zu sitzen und das bunte Treiben zu verfolgen. Zunftweibel Roland Zeidler zeigte sich zufrieden: «Die Stimmung ist ausgezeichnet. Ein toller Start in die fünfte Jahreszeit. Besonders freut mich, dass unsere Neuen voll dabei sind! Mit ihnen wird es sicher eine zünftige Fasnacht werden.»

Es kann losgehen. Als Nächstes wird die Fleckenzunft am Samstag, 28. Januar, auf sich aufmerksam machen mit dem «Bändeln» im Flecken, was nicht zu verwechseln ist mit «Anbändeln» – wobei, wenn jemand möchte, warum nicht? Dann wäre dies eine gute Gelegenheit, mit der frisch in Schwung gekommenen Fleckenzunft in Kontakt zu kommen.

Fischlizunft, Fleckenzunft und Götschizunft: Die Fasnacht 2023 ist lanciert.


Text und Bilder: Ursula Koch-Egli


Weitere Impressionen von diesem zünftigen Samstagabend, 14. Februar, im Hirschen zu Beromünster, eingefangen von uke:


Bilder: Ursula Koch-Egli




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