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Ein Jahr Sänder-Trail Michelsamt: Blick zurück und nach vorn

Am Samstag, 13. Mai 2023, wurde nach langer, intensiver Vorarbeit der Sänder-Trail offiziell eröffnet. Nun ist der Trail seit einem Jahr in Betrieb und wird sehr gut und vielfältig genutzt. Der Anzeiger Michelsamt hat sich deshalb mit den Co-Präsidenten Matthias Amrein und Stephan Herzog unterhalten über Glücksmomente, Herausforderungen und noch schlummerndes Potenzial.

Der Bikekodex wird aktiv gelebt, das Miteinander unter sämtlichen Waldnutzern funktioniert bestens.


Welches Fazit ziehen Sie nach einem Jahr?

Stephan: Wir sind mit dem ersten Betriebsjahr sehr zufrieden. Es freut uns sehr, dass wir für das Michelsamt einen lokalen Biketrail erstellen konnten, welcher von Jung und Alt rege benutzt wird. Bei schönem Wetter trifft man viele Bikerinnen und Biker an und es ist schön zu sehen, dass auch ganze Familien mit kleineren Kindern auf dem Weg anzutreffen sind. Es war unser Ziel, dass der Wurzeltrail für alle befahrbar ist und nicht nur für Profis.

 Wird das Einjährige in irgendeiner Weise gefeiert?

Matthias: Das Einjährige wird nicht offiziell gefeiert. Wir werden auf unseren Sozialen Kanälen mit einem kleinen Beitrag auf das Jubiläum aufmerksam machen, mehr ist aber nicht geplant. Wir sind aber sehr stolz, dass der Trail bei einer so breiten Bevölkerungsschicht gut ankommt. Es zeigt, wir sind auf dem richtigen Weg.

 Welches sind die Herausforderungen im operativen Betrieb des Sänder-Trails?

Stephan: Längere Regenperioden setzten dem Trail an gewissen Stellen manchmal schon etwas zu, speziell dann, wenn er anschliessend bei schönem Wetter stark beansprucht wird. Aus diesem Grund müssen wir manchmal gewisse Abschnitte sperren, damit der Trail schnell wieder bereit ist, wenn es etwas abgetrocknet hat. Aktuell verfolgen wir den Plan, dass wir auf unserer Homepage eine virtuelle Ampel installieren, auf welcher ersichtlich ist, wie der Zustand der Strecke ist und ob sie allenfalls aktuell gesperrt ist.

 Wo gibt es beim Sänder-Trail noch schlummerndes Potenzial?

Matthias: Wir sammeln bei einzelnen Abschnitten noch Erfahrungen im Umgang mit der Nässe bei intensiven Regentagen. Die Erweiterung des Sänder-Trails mit der zweiten Etappe ist natürlich das grosse Ziel von uns allen.

Wie weit sind die Arbeiten für die zweite Etappe gediehen, und wie geht es hier nun weiter?

Stephan: Für die zweite Etappe, welche durch den Morentaler- und Chegelwald führen soll, haben inzwischen mehrere Rundtischgespräche stattgefunden. An diesen waren Vertreter der Gemeinde, des lawa, die Jäger und einzelne Waldbesitzer von grösseren Parzellen eingeladen. Aktuell sind wir immer noch auf der Suche nach einer Linie, welche für alle Parteien tragbar und für uns Biker attraktiv ist.

Wie sind die Rückmeldungen der Benutzer?

Stephan: Die Feedbacks welche wir erhalten sind sehr positiv. Die Bikerinnen und Biker schätzen es, dass sie endlich ihre Leidenschaft auf einem legalen Trail ausüben können. Unsere Arbeit wird von allen Seiten sehr gelobt.

Gibt oder gab es Probleme mit anderen Gruppierungen im Wald?

Matthias: Uns sind keine Probleme bekannt. Es zeigt sich, dass der Bikekodex aktiv gelebt wird und das Miteinander unter sämtlichen Waldnutzern sehr gut funktioniert.

Wie sieht der Unterhalt des Trails aus?

Matthias: Die Unterhaltsarbeiten finden meist an einem Samstag statt und dauern meist 4 bis 6 Stunden. Koordiniert werden die Unterhaltsarbeiten durch unseren Bauchef Jörg «Jöggu» Zeder. Mit einem Helferteam von ca. 6–15 Personen wird der Trail je nach Jahreszeit und Witterung von Laub, Ästen oder auch Sturmholz befreit. Zudem werden bei feuchten Abschnitten Entwässerungen gebaut, wenn immer möglich mit Material aus dem Wald. Die Helfer leisten diese Stunden ehrenamtlich. Natürlich kommt der gesellige Teil auch nicht zur kurz.

Was passiert, wenn es gestürmt hat?

Stephan: Als Erstes möchte ich erwähnen, dass bei einem aufkommenden Sturm der Trail nicht benutzt werden soll, da es einfach zu gefährlich ist. Wie im letzten November kommt es halt manchmal vor, dass einzelne Bäume dem Sturm zum Opfer fallen und auf dem Trail liegen bleiben. Wir versuchen anschliessend mit den Waldeigentümern die Strecke möglichst rasch wieder frei zu geben und legen natürlich auch selber Hand an, damit der Trail wieder «glänzt». Aber schlussendlich sind wir in der Natur und dann kann es halt schon vorkommen, dass nicht immer alles perfekt ist. Es ist auch nicht verboten bei der Benützung des Trails auch mal anzuhalten und einen Stein oder Ast von der Strecke zu entfernen.

Wo steht der Sänder-Trail im Vergleich zu anderen Projekten im Kanton?

Matthias: Unser Sänder-Trail ist erst der vierte offizielle Mountainbiketrail im Kanton Luzern. Die Nachfrage nach Mountainbike-Infrastruktur in der unmittelbaren Region ist gross und der Mountainbike-Sport wächst kontinuierlich. Aktuell zählen wir im Kanton Luzern rund 40 000 aktive Bikerinnen und Biker. Die Infrastruktur ist jedoch noch in den Kinderschuhen. Zudem dauert der Prozess von der Planung bis hin zur Realisierung lange, ist zeitintensiv und wird meist ehrenamtlich geleistet. Es freut uns natürlich, dass wir mit dem Sänder-Trail in der Region nun eine offizielle Infrastruktur haben und wir somit einigen Regionen voraus sind. Wir hoffen, dass auch andere Gemeinden im Kanton Luzern bald die dringend benötigten Mountainbiketrails erhalten. Der Sänder-Trail zeigt es deutlich, offizielle Infrastruktur ist ein Gewinn für sämtliche Anspruchsgruppen. Durch den legalen und attraktiven Trail können ganze Waldabschnitte beruhigt werden, was wiederum ein Gewinn für die Natur ist.

Was möchten Sie sonst noch sagen?

Matthias: Wir möchten uns nochmals herzlich bei allen freiwilligen Helfern bedanken, welche uns tatkräftig bei den Bau- und Unterhaltsarbeiten unterstützen. Es ist für uns enorm hilfreich, auf so viele motivierte Helferinnen und Helfer zurückgreifen zu dürfen. Zudem bedanken wir uns bei allen Waldbesitzern für die gute Zusammenarbeit, bei allen Sponsoren und Gönnern, der Gemeinde und beim Ortsmarketing. Zu guter Letzt auch bei den Bikerinnen und Bikern, welche mit ihren TWINT-Beträgen uns wohlwollend unterstützen.

Die stolzen Trailbauer haben weitsichtig geplant und viel geleistet. 
Auch mit Neuschnee reizvoll... 
History in the making...



Interview: Karl Heinz Odermatt, Bilder: zvg




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