Editorial: Feedback und Dialog als Lohn und Ansporn
Es war wieder eine turbulente, knackig kurze Arbeitswoche mit der erst dritten ausserordentlichen Session der Geschichte, diesmal zum immer noch unfassbaren CS-Debakel, mit dem Resultat eines weiteren Scherbenhaufens, der uns noch länger beschäftigen wird. Zu häufig Notrecht ist offensichtlich den meisten nicht so recht. An rechtzeitigem, offenem Dialog hat es offenbar gefehlt.
Zudem mit einer unglaublichen Medien-Geschichte um eine fahrlässige Aussage von Sascha Ruefer, der 2011/2012 noch bei den Veteranen des FC Gunzwil spielte. Die aktuelle Geschichte mit dem ominösen Zitat «Granit Xhaka ist vieles, aber er ist kein Schweizer», das aus dem Film rausgelöscht wurde, lässt auch nur Verlierer zurück. «Wie schafft man es, 450 Stunden Filmmaterial in sechs knackige Folgen zu packen?» fragte das SRF in einer Vorschau auf «The Pressure Game». Jetzt hat man es geschafft, dass die leidige Diskussion um «richtige» Schweizer in Endlosschlaufe weiter dreht...
Und zudem, um noch kurz beim Fussball zu bleiben, mit den Nachwehen des abrupten Trainerwechsels von Julian Nagelsmann zu Thomas Tuchel beim FC Bayern , den niemand verstand, offenbar auch die Mannschaft nicht.
Da freut es die Redaktion doch ausserordentlich, dass wir auf die letzten Ausgaben wieder viele, vorwiegend positive bis begeisterte Reaktionen und Feedbacks erhalten haben, auch auf Kolumnen, auf politische Themen, auf kulturelle Berichterstattungen und Eigenleistungen, sogar auf unseren Aprilscherz... Diese Reaktionen ermutigen uns, an einem Thema dranzubleiben, oder neue, ähnlich gelagerte Recherchen anzupacken. Was sich die Redaktion noch wünschen würde: Dass unsere Plattform «michelnews» mehr lebt mit Leserkommentaren, Feedbacks, weiteren Gedanken, gerne auch mit anderen Ansichten als den unseren. Was in den Leserbriefspalten immer wieder vortrefflich gelingt, ein Dialog, eine Plattform für Meinungen, das sollte doch auch online realisierbar sein. Die Redaktion freut sich immer und aufrichtig auf jegliche Reaktion.
Karl Heinz Odermatt
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