Editorial: Drum prüfe, wen du wählst.
Mit den letzten kakophonischen Klängen der Guuggen hat wuchtig der Wahlkampf eingesetzt. Maske ab, Wahlplakat aufgestellt, Flyer verteilt und Video ins Netz gestellt. Nach bayrischem Vorbild feierte man in Schüpfheim politischen Aschermittwoch. Mitte-Präsident Gerhard Pfister forderte mehr mutige Politiker. Nehmen wir ihn beim Wort und nutzen wir die Möglichkeiten, die unsere lebendige Demokratie bietet:
Bereits boten sich erste Gelegenheiten, mit den Leuten, die uns vertreten wollen, bei Kaffee und Gipfeli oder auch bei einem Bier in Kontakt zu treten, sie zu ihrer Motivation und ihren Positionen zu löchern, uns ein eigenes Bild zu machen. So viel Auswahl war selten, fast die Qual der Wahl. Studieren wir ihre Unterlagen und Homepages, schauen wir auf die Nuancen bei den Plakaten, bei den Statements, visionieren wir die Videos – von total authentisch und originell bis zu hölzern und nichtssagend ist alles darunter.
Nur in einer funktionierenden Demokratie haben wir überhaupt diese Möglichkeit zum Vergleich und zur Interaktion, die durchaus Spass macht. Ja, auch das Politisieren soll Freude machen, es geht schliesslich nicht primär um Parteiprozente, sondern um tragfähige Lösungen für unsere Zukunft. Gute Politiker sind auch im Dialog mit ihren Wählern, wenn nicht Wahlkampf ist, und gehen nie auf Tauchstation, sonst sind sie am falschen Ort.
Übrigens: Freuen Sie sich auf unsere Wahlbeilage mit den Portraits aller Kantonsratskandidat:innen im «Michelsämter» der übernächsten Woche.
Karl Heinz Odermatt
redaktion@anzeigermichelsamt.ch