Editorial: Das pralle Leben eben: Von der Mai(s)Session zum Abenteuer Mobilität
Diese Woche machten die zwei Sessionstage der Maisession (oder etwa der «Mais-Session»?) im Kantonsrat mehr Schlagzeilen als üblich. Gehässige und emotionale Debatten soll es gegeben haben, nun ist sogar noch von Fake-E-Mails und rechtlichen Schritten die Rede. Ein Krimi im Kantonsrat... Krimiautor Markus Bucher kann also für den nächsten Krimi gleich im Kantonsrat Luzern recherchieren...
Kantonsrätin Gerda Jung war dabei und fasst für uns aus ihrer Sicht auf Seite 10 das Geschehen zusammen. Machen Sie sich so selber ein Bild und eine Meinung dazu. Dass drei Kantonsräte für den «Michelsämter» im Wechsel jeweils nach den intensiven Sessionstagen gleichentags Bericht erstatten, finde ich jedenfalls einen tollen Service.
Beim Wortspiel «Maisession - Mais-Session» kommt einem unweigerlich einer der stärksten Politfilme in den Sinn, der in der Schweiz je lief: Der Thriller von 2003 zeigt die Mechanismen der (Bundes-) Politik. Im Zimmer 87 des Bundeshauses trifft sich eine parlamentarische Kommission, die ein Gesetz zur Gentechnologie erarbeiten soll. Hinter verschlossenen Türen wird die so genannte Gen-Lex beraten, während draussen geduldig ein Filmteam wartet…
Die Gedanken sind frei...
Seit 10 Tagen nehme ich als eine von gut 50 Personen an der «Luzernmobil-Challenge» teil und darf einen Monat lang jeden Tag entscheiden, ob ich den Bus oder das E-Bike zur Arbeit nehme und wie ich den Tag mobiltätstechnisch organisiere.
Im Chat der Challenge berichten wir uns jeweils von den Herausforderungen und Abenteuern.
Eine Kollegin schrieb diese Woche:
«Ausnahmsweise den Bus genommen und nicht das Velo, aber leider den falschen Anschluss und statt auf der Arbeit bei IKEA gelandet. Naja, das passiert mir bestimmt nicht noch einmal! Natürlich bin ich nun die Lachnummer auf der Arbeit...»
Auch ich habe für einen Termin in Hochdorf den Fahrplan falsch konsultiert und mich dann ab Römerswil mit Autostopp durchgeschlagen. Immerhin eine gute Erfahrung: Es funktioniert also heute noch, wenn auch nicht mehr so selbstverständlich wie in den 70er-Jahren. Doch wer seriös und vertrauenswürdig aussieht, wird durchaus noch mitgenommen... Sharing is caring, und fragen kostet nix...
Karl Heinz Odermatt
redaktion@anzeigermichelsamt.ch
Text: Karl Heinz Odermatt, Bilder: zvg