Editorial: Wo sind die Visionäre und Erneuerer?
Am 17. Januar besuchte ich in Luzern die Feierlichkeiten zu 175 Jahre Bundesverfassung im Regierungsgebäude Luzern. Dabei traf ich neben vielen Geschichtsinteressierten und spannenden, engagierten Politiker:innen auf die Geschichte von Ignaz Paul Vital Troxler, der vor 175 Jahren viel Ehre eingelegt hat für das Michelsamt und als «vergessener Erfinder der modernen Schweiz» gilt. Sein Einfluss auf die Geschichte und Geschicke des Landes war fundamental. Inspiriert hat er sich auch in den Vereinigten Staaten. Und er war auch ein höchst angesehener Pädagoge und berühmter Arzt, er war Journalist und Universitätsprofessor. Allerlei Hüte gleichzeitig...
Ich fand in unserer Hausbibliothek ein Buch über ihn, anhand dem ich mich in seine Geschichte eingearbeitet und auf Seite 3 eine Zusammenfassung seines Wirkens verfasst habe. Er war seiner Zeit voraus. Hätte man rechtzeitig auf ihn gehört, hätte der unsägliche Sonderbundskrieg, ein Religionskrieg und ein Bürgerkrieg, verhindert werden können.
Wieso hört man heute noch oft zu spät oder gar nicht auf Visionäre und Erneuerer? Wieso gibt es heutzutage so wenig Leute mit Zivilcourage und Gradlinigkeit wie damals Ignaz Troxler? Wieso gibt es kaum «Influencer» mit wirklichen Botschaften für die Welt?
Wo sind die Leute mit neuen Ideen, mit Lösungen, mit Mut und «Chuzpe», die für ihre Heimat so richtig Ehre einlegen?
Sie dürfen sich jederzeit bei der Redaktion melden. Ein spannendes Interview ist Ihnen sicher…
Karl Heinz Odermatt
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