Editorial: Von glücklichen Siegern und schlechten Verlierern
Das Abstimmungswochenende hat hohe Wellen geschlagen – obwohl wir Schweizer mit der ältesten Demokratie ja darin geübt sein sollten: Volksentscheide sind klaglos zu akzeptieren, pauschale Schuldzuweisungen sind fehl am Platz. Wer kann schon wie wir Schweizer:innen über so viele Themen mitentscheiden, sich auf vielen Stufen einbringen.
Sichtlich erleichtert waren am Sonntag alle, die den Reformstau bei der AHV durchbrechen wollten. Jetzt muss bei der 2. Säule endlich ebenfalls etwas gehen, da hat sich das Parlament bisher nicht mit Ruhm bekleckert.
Und die Bauern atmeten spürbar auf. Sie hatten sich sehr engagiert mit Strohballen auf den Höfen und Argumentationen überall für ihre Sache eingesetzt. Die Schweiz hat schon eines der strengsten Tierschutzgesetze der Welt. Weitere Verbesserungen des Tierwohls sind möglich und anzustreben.
Überraschend das sehr klare Verdikt bei der kantonalen Abstimmung zur Gardekaserne, wo keine einzige Gemeinde zugestimmt hat. Wir haben beim Pro-Komitee nachgefragt und einige kritische Fragen gestellt, wie es möglich war, dass das ursprünglich von SP, Grünen, GLP, den Jungfreisinningen und der Freidenkerbewegung ergriffene Referendum im Volk nun so viel Unterstützung finden konnte.
Politik kann richtig spannend sein - lesen Sie unsere Polittexte auf Seite 12 und die Satire auf Seite 28 der Printausgabe oder auch online auf michelnews.
Karl Heinz Odermatt
redaktion@anzeigermichelsamt.ch