Editorial: Versuchen, die Welt zu verstehen
Für Freunde oder gar Liebhaber der Philosophie war das Podium der KSB von diesem Montag mit dem schweizweit bekannten «Möischterer» Ludwig Hasler (78) und vier weiteren inspirierenden Protagonist:innen aus allen Generationen ein Highlight des Jahres. Philosophie bedeutet übersetzt «Liebe zum Wissen». Sie ist eine der ältesten Wissenschaften der Menschheitsgeschichte. Da werden die grundlegenden Fragen des Lebens behandelt. Es wird versucht, die Welt zu verstehen sowie die menschliche Existenz zu deuten. Dafür muss man nicht studiert haben. «Was ich gerne mache, ist Denken» und «Wir sind ja alle etwas Philosophen» sagte Paul Leisibach in seiner souveränen Moderation, und motivierte dadurch jede und jeden einzelnen, selber zu denken - wir sind dafür top ausgerüstet, mit einem unheimlich leistungsfähigen Gehirn, und mit Gefühlen, die ebenso wichtig sind. «Die Jungen sind die aktuellste Ausgabe der Menschheit. Auf sie zu prügeln bringt nichts, wenn schon müsste man die Eltern prügeln» sagte Hasler pointiert und machte damit allen Jungen Mut, sich auch beherzt in den Diskurs einzubringen, denn «es gibt auch Alte mit null Erfahrung, und Manager sagen mir, Erfahrung sei der grösste Innovationskiller». Die Gespräche nach dem Podium zeigten, wie viel es ausgelöst hat und wie sehr wir alle Austausch und inspiriertes Nachdenken brauchen. Dies ist natürlich auch die edelste Aufgabe und das grösste Anliegen Ihres «Michelsämters».
Karl Heinz Odermatt
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