Editorial: Unmittelbar, klar und wahr!
Was lesen Sie zuerst, wenn Sie eine Zeitung in die Hand nehmen? Ich lese am allerliebsten Kommentare, Kolumnen, Leserbriefe und Interviews. Ich ziehe unverfälschten O-Ton allen PR-Texten dieser Welt vor. Jemand sagt 1:1, was er denkt, unmittelbar und klar.
Schon die Vorbereitung auf ein Interview ist für mich eine Reise zum Kern des Vis-à-vis, denn nur wenn ich mich gründlich mit jemandem auseinandersetze, kann ich Fragen formulieren, die beim Gegenüber etwas auslösen, die er so noch nie gestellt bekam und die er gerne beantwortet, was man nachher beim Lesen spüren soll. Und das Gespräch ist dann oft ein wahres Fest, ein gegenseitiges «Immer-besser-Kennenlernen».
Da wird «off the record» noch sehr viel mehr besprochen, als was dann in der Zeitung steht. Auch dies ist wichtig für das Gespräch, genug Zeit und Musse, und natürlich Ehrlichkeit. So lernt man sich wirklich kennen und kann die Essenz daraus in Interviewform publizieren. Jedes Wort ist vom Interviewpartner autorisiert, das ist sein gutes Recht, er soll schliesslich auch vorbehaltlos Freude am Ergebnis haben und wieder mal für ein Gespräch zur Verfügung stehen. Man sieht sich schliesslich meist mehrmals im Leben...
Für die aktuelle Ausgabe habe ich mit Erika Stocker aus Neudorf (Seite 4) und mit Melanie Troxler aus Schlierbach (Seite 15) lange Gespräche geführt. Sie erfahren exklusiv, was diese Persönlichkeiten dem «Michelsämter» anvertraut haben. Auch Regierungsrätin Michaela Tschuor gibt umfassend Einblick in ihre Arbeit und ihre Pläne (Seite 10/11). Und Schülerin Enya Schwarzentruber aus Rickenbach gibt im O-Ton preis, wie sie die Berufswahl 1:1 anpackt (Seite 16).
Viel Lesegenuss und Erkenntnisgewinn wünscht Ihnen Ihr
Karl Heinz Odermatt
redaktion@anzeigermichelsamt.ch