Editorial: Reise und Heimat
Jede Reise beginnt mit einer Frage. Das ist der Titel eines Buches, welches sich mit komplexen Themen des menschlichen Daseins beschäftigt. Dabei ist die Frage am Anfang einer Reise doch ganz einfach, nämlich: «Wohin will ich?» Dann wirds aber schon bald kompliziert, denn dann kommt das wie und das wann und mit wem und warum überhaupt... Die Sommersaison bietet ja einige Geschichten über gelungene und weniger gelungene, Sehnsucht zu stillende Umsetzungen von Reiseplänen.
Zur gleichen Zeit taucht auch immer die Frage auf nach der eigenen Heimat. Rund um den Nationalfeiertag wird sie stets ausgiebig diskutiert. Antworten hierzu gibt es, kollektive wie individuelle, wohl so viele wie Menschen überhaupt. Heimat als Nation, als Ort, klar. Heimat kann aber auch ein Detail sein, eine Stimmung, die man überall auf der Welt wieder findet und die dann ein Heimatgefühl auslöst. Deshalb geht man ja in die Ferne und sucht dort genau das, was man zu Hause gerne hat. Die Frage ist also nicht nur: «Wohin will ich?» Sondern auch: «Wo bin ich daheim?».
Übrigens, auch jede Diagnose beginnt mit einer Frage. Auch dies ist ja sozusagen eine «Reise» und es zeigt sich, dass erst die richtige Frage zur korrekten Antwort führt. Wie dort, wo der Name eines spanischen Architekten zur Ursache des Nasenblutens eines Hundes führte. Aber lesen Sie selber, in der Ratgeberkolumne auf Seite 14. Es war in der Tat die Frage des Tierarztes nach der Heimat des Collies, die zur Lösung des Rätsels führte.
Ursula Koch-Egli
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