Durchs Fenster geblickt
Ist der Schoggi-Kalender gegessen, verliert er seinen Zauber. Die Hildisrieder Adventsfenster dagegen bringen zusammen und leuchten noch bis ins neue Jahr weiter.
Ein abendlicher Spaziergang durch Hildisrieden. Der Schnee rieselt leise, durch die Fenster der Familienhäuser schimmert das warme Licht aus den Stuben, vereinzelt ein Spitz eines festlich geschmückten Christbaums durch die Fensterfront auf die Quartierstrassen. Draussen schmücken Holzsterne, Tannenzweige und Christbaumkugeln die Häuser und warme Lichterketten erhellen die Nacht. Überall sind die Geschichten, die Weihnachten im Beisammensein der Familie, Freunde und Nächsten geschrieben hat, förmlich zu spüren. Wäre das nicht schon alles genug, um sich warm einzupacken und auf eine Tour durch die Quartiere zu begeben, locken schon seit dem 1. Dezember 24 Adventsfenster in die Strassen, Höfe und Ortsteile Hildisriedens.
Engagement und Kreativität
«Es ist wunderschön, wir dürfen sehr zufrieden sein», freut sich Sibille Krieger aus der Organisationsgruppe der Adventsfenster, mit Monika Emmenegger, Andrea Hüberli und Irene Troxler. Die bereits fünfte Ausgabe der Adventsfenster fand in der Bevölkerung grossen Anklang – bei den Gestaltenden, wie den Bestaunenden. So habe man bereits im Oktober alle 24 Plätze vergeben gehabt und immer wieder halten Gross und Klein vor den Fenstern inne und betrachten die aufwändigen Kreationen. Auch die fünf Apéros und Darbietungen zu den passenden Fenstern waren jeweils gut besucht und boten gemütliche Gelegenheit, um gemeinsam auf den Advent anzustossen. Dieses vorweihnachtliche Gemeinschafts- und Glücksgefühl, das alle Jahre wieder entsteht, scheint die Fantasie zu befeuern: «Ich finde, die Fenster werden von Jahr zu Jahr einfallsreicher – ein riesiges Engagement der Gestaltenden!», stellt Krieger begeistert fest.
Die Hildisrieder Adventsfenster sind noch bis am 2. Januar erleuchtet. Also die perfekte Gelegenheit, um zwischen all dem Essen und Familientrubel der Festtage eine Auszeit zu nehmen und beim Verdauungsspaziergang die 24 Stationen zu besuchen. Ein Adventskalender, der nach Heiligabend nicht seine Wirkung verliert. Und nicht nur auf den Advent einstimmt, sondern ihn auch ausklingen lässt.
Ramon Wolf