Drei Haselnüsse für Lernende
Die zwei 5./6. Klassen von Frau Willi und Frau Forster aus Beromünster stimmten sich letzten Dienstag ganz speziell auf Weihnachten ein.
Wer kennt sie nicht, die Titelmelodie des Weihnachtsklassikers «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel»? Für viele gehört dieser Film zu Weihnachten, wie Geschenke unter den Weihnachtsbaum. Seit über 50 Jahren reitet die Märchenheldin dazu verträumt auf ihrem Schimmel Nikolaus durch verschneite Landschaften und entzückt Generationen von Zuschauern.
Für einmal ging es für die Kinder nach der Schule nicht nach Hause, sondern direkt auf den Bus. Die Reise führte sie ins KKL an die Generalprobe nach Luzern. Einige Kinder kleideten sich sogar passend zum edlen Haus ein und «warfen» sich in Schale, trugen Krawatten, Anzüge und ausgewählte Kleider. Im KKL angekommen verfolgten sie gespannt, wie Aschenbrödel ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt, für das grosse Glück kämpft und dem Prinzen gleich bei der ersten Begegnung im Wald zielsicher zeigt, wo es langgeht. Obwohl der Film bereits über 50 Jahre alt ist, zog er die Kinder in ihren Bann. Zwischendurch schmunzelte man über die Filmtricks, die in dieser Zeit noch nicht so fortgeschritten waren, wie wir es uns heute gewohnt sind. Trotzdem berührte der Film immer wieder die Zuschauer und man konnte beobachten, wie das eine oder andere Kind die Tränen aus den Augen wischte.
Live-Soundtrack
Spannend am Film war jedoch, dass der Film-Soundtrack von Karel Svoboda live vom 21st Century Orchestra gespielt wurde. Vor dem Konzert wurde erklärt und aufgezeigt, wie der Dirigent sich im Film orientieren kann und die Einsätze für das Orchester zeitlich richtig geben kann. Dies gab die Gelegenheit, zwischendurch die Musikerinnen und Musiker zu beobachten, wie sie den Film vertonten. Musik und Film schmolzen zu einer Einheit, wie man sie nur selten zu sehen und hören bekommt.
Nach dem Filmerlebnis wartete eine wunderschöne Winterlandschaft mit vielen Lichtern vor dem KKL, und man mochte gar nicht den Weg mit dem Zug und Bus zurück nach Beromünster in Angriff nehmen.
Hier galt es nicht nach Hause zu gehen, sondern die Schlafsäcke auszurollen und es sich in der Halle bequem zu machen. Natürlich konnte man nicht sofort einschlafen, denn man musste ja noch die verschiedenen Erlebnisse austauschen. Als es dann langsam ruhig wurde, störte nur noch das Geräusch der Waldarbeiter, die gerade einen halben Wald fällten. Oder war es doch ein schnarchendes Kind? Dieses Geheimnis wird wohl nie gelüftet werden. Am Morgen standen dann statt Mathi- und Deutschbücher, Tassli und gefüllte Teller auf den Pulten und so manches, nicht ganz ausgeschlafene Gesicht, lachte einem entgegen.
Weihnachten kann kommen!
Guido Paffrath