Die Ernährungssicherheit nicht schwächen
Die Biodiversitätsinitiative tönt gut und mag gut gemeint sein, reiht sich aber in vergangene und künftige Initiativen, welche übers Ziel schiessen und grundsätzlich immer das gleiche Ziel verfolgen: Mit neuen Vorschriften der Bevölkerung ihre Ideologie aufzwingen.
Die Schweizer Bevölkerung hat sich in den letzten 80 Jahren mehr als verdoppelt und beansprucht entsprechend mehr Grünflächen, dies hat bei der Biodiversität sicher seine Spuren hinterlassen. Wenn die Initianten jetzt aber mehr landwirtschaftliche Nutzflächen für die Biodiversität ausscheiden wollen und am liebsten einen Nationalpark errichten wollen, verkennen sie mehrere Fakten.
In den letzten 20 Jahren hat sich die Biodiversität nämlich wieder stark verbessert. Dies belegen die Zahlen über die Zunahme der Artenvielfalt bei Brutvögeln, bei der Abnahme von bedrohten Arten und von zahlreichen Arten, die neu oder, wie der Biber und Fischotter, wieder in die Schweiz zurückgekehrt sind. Die Landwirtschaft hat dazu einen wichtigen Beitrag geleistet, hat sie doch fast 20 Prozent ihrer landwirtschaftlichen Fläche als Biodiversitätsförderflächen ausgeschieden, was das Dreifache der gesetzlichen Forderung entspricht. Zudem werden die Biodiversitätsförderflächen weiter zunehmen, denn mit der Ausscheidung der Gewässerräume werden schweizweit noch weitere Hunderte von Hektaren landwirtschaftliche Nutzflächen ausgeschieden. Diese Flächen dürfen nur noch extensiv bewirtschaftet werden und liefern wie die übrigen Ökoflächen nur noch maximal minderwertiges Futter für die Tierhaltung und sind für den Ackerbau tabu.
Bei der Qualität von Ökoflächen besteht zum Teil sicher noch Luft nach oben. Eine Ausdehnung von Ökoflächen, wie von den Initianten gefordert, wäre in Anbetracht, dass wir heute schon einen sehr tiefen Selbstversorgungsgrad aufweisen – verantwortungslos und ein klassisches Eigengoal.
Deshalb nein zu einem Nationalpark Schweiz, der zusätzliche Verwaltungsstellen und Schreibtischtäter benötigt – aber die heimische Lebensmittelproduktion reduziert und folglich unsere Ernährungssicherheit noch mehr schwächt.
Willi Knecht, Menznau,
Kantonsrat SVP,
Präsident Landwirtschaftskommission Kanton Luzern