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Die Uhren ticken wieder im Einklang

Seit dem vergangenen Herbst standen die Zeiger der Kirchenuhr Süd in Rickenbach still. Die Reparatur selber erwies sich als weniger kompliziert, als die Monteure an Ort und Stelle zu bringen. Am vergangenen Dienstag und Mittwoch wurde der Schaden behoben.

Die Servicetechniker Manuel Meyer und Patrik Arnet haben den ersten Zeiger bereits montiert, nun folgt der zweite.

Just ein paar Tage bevor die Wartung der Steuerung der Uhren im Rickenbacher Kirchturm im vergangenen Oktober erfolgen sollte, standen die Zeiger der Uhr still. Ein nur vermeintlich idealer Zeitpunkt, denn der Schaden konnte nicht ohne Weiteres behoben werden. Bald war klar, dass die Zeiger entfernt werden müssen. «Als die Offerte für die Reparatur eintraf waren wir etwas überrascht», räumte Erwin Schmidlin, Präsident der Kirchgemeinde Rickenbach, ob des Betrags im tiefen fünfstelligen Bereich unumwunden ein. Und es gab einige Fragen zu beantworten. Sollten gleich alle vier Uhren geprüft werden? Geht es mit einer Hebebühne? Muss ein Gerüst aufgebaut werden? Will man einen Autokran einsetzen? Welches ist die kostengünstigste Lösung? Schliesslich war der vergleichsweise teure Autokran, doch die beste Lösung. Aufgrund der Gegebenheiten entstanden nun die Fragen nach dem Standort und sie erforderten einen Kran mit grosser Ausladung – schweres Gerät. Nachdem der geeignete Platz festgelegt worden war, wurde geprüft, ob allfällige Leitungen im Boden durch das Gewicht in Mitleidenschaft gezogen werden könnten. Dass alles war laut Markus Faden selbst für die auf Kirchenuhren spezialisierte Firma Muribaer keine 08/15-Sache. Es zeigt sich etwa darin, dass von der Suva eine Spezialbewilligung notwendig wurde. Die beiden Monteure mussten vom Kran nämlich in unüblicher Weise in einem «Korb» emporgehievt werden. Dafür erhielt man für die Demontage und tags darauf für die Montage je eine Stunde bewilligt.

Die Demontage erfolgte nun am vergangenen Dienstag. Die Zeiger wie auch das elektromechanische Uhrwerk machten einen Ausflug in die Firma Muribaer nach Büron. Das Uhrwerk, welches keinen Schaden genommen hatte, bekam einen Service und die angefressenen Lager, welche die Antriebsachse der Zeiger festsitzen liessen wurden getauscht. Am Mittwoch wurde alles wieder montiert und das Zifferblatt, welches im Fall von Rickenbach aus runden Markierungen für die Stunden besteht, erhielt eine Politur mit Spezialöl. Nun glänzt die Süduhr wieder in der Sonne und «tickt» mit den anderen drei auch wieder im Einklang. Punkto Kosten gibt es eine gute und schlechte Nachricht. Die schlechte: Der Einsatz vom Autokran kostet mehrere tausend Franken. Die gute: Alle übrigen Arbeiten sind billiger als der Kran.

Martin Sommerhalder




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