Die Superhelden an Tuba, Es-Horn und Co.
Von Pippi Langstrumpf bis Zorro und von Pink Panther bis Spiderman: Superhelden waren das musikalische Thema beim Jahreskonzert der Feldmusik Gunzwil. Und diese trumpfte an den Instrumenten ebenfalls in Superhelden-Form.
Der Applaus zum Schluss zeigte es deutlich: Was die Musiker:innen der Feldmusik Gunzwil (FMG) beim Jahreskonzert zeigten, beeindruckte und berührte die Zuhörer:innen. Denn diese konnten nicht genug vom unterhaltsamen Spiel bekommen. Erst nach der dritten Zugabe hatte das Publikum die Band von der Bühne gelassen. So gabs als erste Zugabe die Titelmelodie aus Pippi Langstrumpf, zum Zweiten wurde der obligate Marsch gespielt und als dritte Zugabe präsentierten die Musiker:innen den Klassiker von Udo Jürgens «Ich war noch niemals in New York» im swingenden Stil. Es war das erste Konzert der FMG in Vollbesetzung seit zwei Jahren. Regelrecht hungrig nach Brass Band-Melodien und traditionellen Märschen folgten die Michelsämter zahlreich der Einladung zum Jahreskonzert unter dem Motto «Superhelden» in die Lindenhalle Gunzwil. Bis auf ein paar wenige Plätze war der Saal voll. Kenner sagten, dass sie seit 20 Jahren nicht mehr so viele Besucher an einem Konzert der FMG sahen. Dabei erstaunte, dass nicht nur ältere Semester die Brass-Klänge geniessen wollten. Auch besonders viele Junge nahmen im Publikum Platz, was wahrscheinlich auch mit dem sehr jungen Vorstand (Durchschnitt unter 25 Jahren) zusammenhängt. Ein wahrer Sympathieträger ist Matthias Gisler, der im März 2020 zum neuen Präsidenten gewählt wurde. Der ehemalige Schweizer Gardist erlangte 2019 Bekanntheit über die Region hinaus, als das Schweizer Fernsehen ihn bei seiner Heimreise hoch zu Pferd vom Vatikan nach Beromünster begleitete. Bei seiner Ansprache bedankte sich Matthias Gisler und erwähnte, wie gern die FMG ans Kantonale Musikfest im Juni 2022 in Emmen reisen würde.
Alle Superhelden
Am Samstagabend eröffnete die Jugend Brass Band Michelsamt, die Spitzen-Nachwuchs-Band der Musikschule Michelsamt, das Konzert. Sie glänzte unter der musikalischen Leitung von Dirigent Joel Spitaleri mit unvergleichlicher Spielfreude und einem erstaunlichen Volumen. Besonders beeindruckend war die Interpretation von Fredy Mercurys «Bohemian Rhapsody», die von den Musiker:innen viel Konzentration und Feingefühl abverlangte. Nach drei Stücken, plus einer Zugabe, wurde auch der Nachwuchs unter grossem Applaus von der Bühne entlassen.
Für grosse Freude sorgte auch Leonz Frank. Der Rickenbacher führte mit seiner lockeren und witzigen Art durch den Abend und sorgte damit für beste Unterhaltung. Aber auch Dirigent David Ruefer war ein Grund, warum alles so reibunslos klappte. Mit seiner lockeren und klaren Art führte er die Feldmusik Gunzwil zu Höchstleistungen. Und es war keineswegs ein einfaches Repertoire, welches die Musikant:innen spielten. Sie erfreuten das Publikum etwa mit filmischen Superhelden aus «Kung Fu Panda», «The Eye oft he Tiger», «Spiderman» oder «Winnetou». Aber auch der «Astronauten Marsch» oder die Titelmusik von «Pink Panther» erklangen in der Lindenhalle, wobei die FMG das ganze Repertoire der Möglichkeiten einer Brass Band ausschöpfte. Es wurde der ganze Spannungsbogen präsentiert: Von leise bis mächtig, von langsamen bis extrem schnellen Passagen: Dirigent David Ruefer führte die FMG mit gutem Gespür und sicherer Hand.
Veteranenehrung
Ein Höhepunkt vor der Pause war das Solo der drei Es-Hörner. Es wurde ein hervorragend interpretierter Ragtime gespielt. Auch beim zweiten Teil dominierten die Ohrwürmer. Der Schluss mit der bekannten «Ghostbusters»-Melodie war sehr kraftvoll und vom Grundrhythmus her sehr treibend. Ehre wem Ehre gebührt: Während des Konzerts wurde Bariton Pius Muff für seine 30-jährige Aktivzeit als Veteran geehrt.
Text: Sandro Portmann Bilder: zvg