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Kultur | Gunzwil

Die Reitermusik Gunzwil mit dem Kanton Aargau am Marché-Concours

Das grosse Volksfest rund um das Freiberger Pferd musste zwei Mal verschoben werden und wurde dieses Jahr zum 125. Mal durchgeführt. Der Marché-Concours hat jeweils einen Ehrengast. In diesem Jahr war der Kanton Aargau an der Reihe. Unter dem Motto: «Typisch Aargau» wurde ein attraktives Programm vorbereitet.

Die Reitermusik Gunzwil am Marché-Concours in Saignelégier.

Vor vier Jahren wurde die Reitermusik vom Kanton Aargau angefragt, ob sie den Gastkanton Aargau am Marché-Concours in Saignelégier am Folkloreumzug musikalisch unterstützen könnte. Sie hat spontan zugesagt. Bei den Vorbereitungen wurde bald davon gesprochen, ob sie nicht auch am Showauftritt des Gastkantons mitwirken könnte, was sie ebenfalls zusagte.

Die Vorbereitungen waren relativ intensiv. Es ist schon eine Weile her, dass eine mehrtägige Reise mit Pferden unternommen wurde. Die Infrastruktur wurde von den Organisatoren in Saignelégier zur Verfügung gestellt. Jedes Pferd hatte seine eigene Boxe, aber es musste doch an das eine oder andere gedacht werden.

Am Freitagvormittag war es dann so weit. Die Pferde wurden verladen und die Reise in den Jura konnte beginnen. Nachdem alle den Festplatz gefunden hatten, wurden die Pferde ins Pferdezelt gebracht und das Material wie Sattel, Zaumzeug usw. vorbereitet. Um 16 Uhr stand dann die Hauptprobe auf dem Programm. Zum ersten Mal wurde das Programm mit allen Mitwirkenden aufgeführt und es zeigte sich, dass noch einige Details angepasst werden mussten. Im Anschluss konnten die Reiter im nahegelegenen Hotel ein Zimmer beziehen und das Nachtessen einnehmen. Bereits an diesem Abend war im Dorf viel los. Das Abenteuer konnte beginnen.

Pferde auf Hochglanz poliert

Am Samstag um 9 Uhr wurden die Pferde geputzt und alles auf Hochglanz poliert. Schlag auf Schlag ging es weiter, Uniform anziehen, Pferde aus dem Stall führen, aufsitzen, Pferde bewegen, Instrumente aufnehmen und einspielen. Punkt 10.25 Uhr ging es dann endlich los. Die Aufgabe der Gunzwiler war es, die Show mit dem passenden «Zofinger Marsch» zu eröffnen. Danach spielten sie die Aargauer Hymne «Im Aargau sind zwei Liebi» und wieder der Ausmarsch ins Zentrum der Arena. Nun kam der eher langweilige Teil des Auftrittes. Es galt rund 45 Minuten im Kreis zu reiten, bis alle Gruppen ihr Programm gezeigt hatten. Am Schluss der Vorführung bildete die Reitermusik wieder die Spitze und führte alle Teilnehmer nochmals in die Arena. Ein schönes Schlussbild mit 120 Pferden. Als Abschluss spielten wir die Jura Hymne «La Rauracienne», die vom Jurassischen Publikum sehr geschätzt wurde. Nun durften die Pferde für zirka 45 Minuten in den Stall und bereits stand die zweite Vorführung auf dem Programm. Nach dem zweiten Auftritt konnte dann auch der Hunger der Musikantinnen und Musikanten gestillt werden. Der freie Nachmittag konnte dann individuell gestaltet werden. Nun hatte man Zeit die Rennen zu besuchen. Die Pferderennen sind speziell, es sind nur Freiberger Pferde zugelassen und die Mädchen und Burschen reiten die Pferde ohne Sattel. Weiter gibt es auch die bekannten 2-Spänner und 4-Spänner Brückenwagen Rennen. Ein besonderes Volksfest!


Sonntag mit zwei Vorführungen

Der Sonntag begann wieder, wie der Samstag, mit zwei Vorführungen des Gastkantons, in denen sich in der Zwischenzeit eine gewisse Routine ergeben hat. Aus Sicht der Reitermusik Gunzwil war die erste Sonntagsvorstellung ein Höhepunkt der Veranstaltung. Auf der Tribüne verfolgte Bundesrat Guy Parmelin die Darbietung und bei der Jura Hymne standen alle Ehrengäste auf, ein schöner und ergreifender Moment. Nach einer kurzen Pause machten wir uns bereit für den Folkloreumzug, welcher vor einer grossen Zuschauerschar auf der Rennbahn stattfand. Die Stimmung war gewachsen und auch die Pferde wurden ein bisschen nervöser. Wahrscheinlich haben sie gemerkt, dass viele Ehrengäste auf der Tribüne sassen oder hatten sie einfach bald genug und wollten wieder in den Stall zurück und Heu fressen? Auf jeden Fall waren alle erleichtert, als sie wieder im Stall zurück waren und alles gut gegangen ist.

Die Beteiligten durften ein schönes, erlebnisreiches Wochenende erleben! Nach einem Zvieri in der Kantine machten sich alle wieder auf den Heimweg. Viele schöne Erinnerungen, gute Kameradschaft und ein Wochenende mit den Pferden unterwegs zu sein ging zu Ende. Die Reitermusik bedankt sich bei allen Helfern, die sie unterstützt und gut zu ihren Pferden geschaut haben. Sie dankt allen Pferdebesitzern, die ihr ihre Pferde zur Verfügung gestellt haben und sie dankt allen bekannten Gesichtern, die sie in Saignelégier getroffen hat, für ihren Besuch und die moralische Unterstützung. Ausserdem bedankt sie sich beim Kanton Aargau, dass sie diesen «als gute Nachbarn vom Kanton Luzern» begleiten durfte.

Text und Bilder: Pius Muff




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