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Die Landwirtschaft braucht Kontinuität

Aktuell werden von den Befürwortern der unnötigen Tierhaltungsinitiative schlechte Extrembeispiele von Tierhaltern präsentiert. Wie in jeder Branche findet man auch in der Landwirtschaft schwarze Schafe, welche es nicht zu beschönigen gilt. Unser Rechtsstaat sieht hier genügend Möglichkeiten vor, diese fehlbaren Personen zur Verantwortung zu ziehen. Die Vorlage am 25. September ist jedoch ein Rundumschlag gegen die Schweizer Nutztierhaltung. Dass nur jeder zwanzigste Tierhalter von der Abstimmung betroffen sei, ist ein Trugschluss. 95 Prozent der Schweinezüchter und 92 Prozent der Poulethalter würden vor immensen, teils unmöglichen Erweiterungsbauten stehen, obwohl sie die letzten Jahre enorm hohe finanzielle Mittel in eine tierfreundliche Produktion investiert haben. So liegt die durchschnittliche Verschuldung der Landwirtschaftsbetriebe in der Schweiz nach einem Kreditgesuch bei 1,3 Millionen Franken. Um diese hohen Belastungen stemmen zu können, brauchen wir Kontinuität. Mit Hau-Ruck-Übungen gefährden wir unsere Ernährungssicherheit. Studien belegen, dass der Selbstversorgungsgrad beim Pouletfleisch bei einer Annahme auf 5 Prozent und beim Schweinefleisch auf 50 Prozent sinken würde. Auch würde nur noch jedes fünfte Ei in der Schweiz produziert. Eine Annahme dieser gefährlichen Initiative würde somit bedeuten, dass wir unsere Ernährungssicherheit in fremde Hände legen würden. Eine noch grössere Abhängigkeit vom Ausland im Hinblick auf das Grundbedürfnis Nahrung ist brandgefährlich. Unser Stolz ist es, für die Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten dieses Grundbedürfnis, aktuell zu grossen Teilen sicherstellen zu dürfen. Damit dies auch künftig gelingt, müssen wir das Bauernsterben stoppen. Allein in den letzten 20 Jahren haben 20 000 Landwirtschaftsbetriebe ihre Türen geschlossen. Vor hundert Jahren ernährte ein Bauernhof 14 Personen, heute liegen wir infolge von Betriebsaufgaben und praktisch einer Verdreifachung der Bevölkerung bereits bei 200 Personen. Dieser Trend wird bei einer Annahme zusätzlich befeuert. Tragen sie deshalb Sorge zur einheimischen Landwirtschaft und stimmen sie am 25. September «Nein» zur unnötigen Tierhaltungsinitiative.

Markus Kretz, Schongau 
Präsident Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband




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