«Die Kinder gehen locker mit der Situation um»
An der Primar- und Sekundarschule Beromünster steigen derzeit die Corona-Zahlen. Für Rektor Martin Kulli ist das kein Grund zur Sorge. « Wir hoffen auf ein Abklingen. Wie alle anderen auch hoffen wir auf ein baldiges Ende», sagt er.
Die Corona-Wellen schwappen auch immer wieder an der Schule in Beromünster über. Nicht immer zeitgleich mit der Hauptwelle und nicht immer mit gleicher Wucht. Aktuell ist Corona aber an der Schule so stark spürbar, wie noch nie zuvor. «Viele Schüler und einige Lehrpersonen sind krank. Andere sind in Quarantäne», weiss Rektor Martin Kulli. Beunruhigt wirkt er im Gespräch mit dem «Anzeiger Michelsamt» deswegen aber nicht. «Der Unterricht kann derzeit normal geführt werden. Dank dem unermüdlichen Engagement der Schulleitungsmitglieder Stellvertretungslösungen zu finden, kam es nur zu sehr wenigen Unterrichtsausfällen», wie Martin Kulli sagt. Er betont: «Die Stimmung ist gut. Wir haben gute Lehrkräfte, man springt gegenseitig ein.» Seit dreiviertel Jahren werden die Schüler:innen der Sekundarschule und seit den Weihnachtsferien auch die Schüler:innen der Primarschule freiwillig getestet. Es handelt sich dabei um Pooltests (pro Pool vier bis zehn Lernende). Ist ein Pool positiv, werden die im Pool enthaltenen Schüler:innen noch einzeln getestet. «Zeitweise haben zwischen 70 und 80 Prozent der Schüler:innen mitgemacht. Anfangs im Sommer und Herbst des letzten Jahres hatten wir kaum positive Pools», so der Rektor der Primar- und Sekundarschule von Beromünster, einer Schule mit derzeit rund 820 Schülern und 110 Lehrpersonen. Die Zahlen der Pooltests sprechen für sich: Von den 51 Pools, die bei den PCR-Spucktests mitmachen, waren letzte Woche elf positiv. In der Woche zuvor waren es neun. «Wir warten nun gespannt auf die Ergebnisse von Morgen», so Martin Kulli.
Chance für IT-Bereich
Mittlerweile scheint die Schule ein gut eingespieltes Team zu sein, das sich rasch auf die sich immer wieder ändernden Massnahmen einstellen kann. «Das war nicht immer einfach und forderte die Schulleitung stark», gesteht Martin Kulli. Maskenpflicht, Homeschooling, Pooltests: Immer wieder musste sich die Schulleitung fragen, wie die neuen Massnahmen von Bund und Kanton umgesetzt werden sollen. Zwar befand man sich im regen Austausch mit der Dienststelle Volksschulbildung des Kantons oder mit anderen Schulen. Doch die Weisungen konnten nicht immer eins zu eins übernommen werden und mussten für die Schule in Beromünster heruntergebrochen werden. An die Grenzen kam die Schule in Beromünster als die Spucktests nach den Weihnachtsferien auch auf der Primarstufe eingeführt wurden. Die Sekundarstufe kennt solche Tests bereits seit einem guten Jahr. Um die zusätzlichen Arbeiten bewältigen zu können, musste zusätzliches Personal eingesetzt werden. Welche Lehren hat die Schule für die Zeit nach Corona gezogen? «Diese gibt es sicher im IT-Bereich», so Martin Kulli. «Die Home-Schooling-Phase hat dazu geführt, dass die älteren Schüler mehr mit dem PC arbeiten konnten. Dieser Umgang ist selbstverständlicher geworden», sagt Martin Kulli. Der Umgang mit dem PC und IT-Programmen wie «Teams» würden auch in Zukunft ein wichtiger Teil des Schulalltags sein. Auf der anderen Seite gibt es aber auch viele Projekte, die wegen Corona nicht durchgeführt werden konnten, gerade klassenübergreifende Anlässe wie eine Projektwoche oder der Skitag, mussten abgesagt werden. «Das ist für die Schüler sehr schade. Das tut weh. Das sind Sachen, die fehlen. Wir versuchen, den Ausfall mit anderen Tätigkeiten zu kompensieren», so der Rektor.
Lernziele wurden erreicht
Im Lehrerzimmer des Primarschulhauses stapeln sich derzeit die Boxen mit den Pool-Tests für die Analyse. Wie viele der Proben positiv sind, wird sich zeigen. Eine Lehrerin sagt im Hinblick auf die aktuell hohe Positivitätsrate: «So viele können es nun gar nicht mehr sein.» Was, wenn die Zahlen weiter steigen? Mit Blick auf die Zukunft ist Martin Kulli zuversichtlich. «Wir hoffen auf ein Abklingen. Wie alle anderen auch hoffen wir auf ein baldiges Ende», so der Rektor. Und wie gehen die Kinder mit dem Virus und den Massnahmen um? Ab der Primarschule müssen alle Schüler:innen eine Maske tragen.
«Eigentlich recht locker», sagt Martin Kulli. «Die Erwachsenen haben zum Teil mehr Mühe, die Kinder gehen locker mit der Situation um.» Gibt es Schüler, die nun den Anschluss verpassen? Wie schätzt der Rektor den schulischen Stand ein? «Das ist eine sehr schwierige Frage, das muss sich erst zeigen. Die Lernziele wurden erreicht. Ich könnte nicht sagen, dass die Schüler gravierend schlechter sind.» Was nicht ausschliesse, dass einzelne Schüler aufpassen müssten, den Anschluss nicht zu verlieren.
Text und Bild: Sandro Portmann