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Die informative Lektüre auf dem Nachttischchen

Rund dreissig Personen besuchten die Vernissage der Jahresschrift 2022. Der Kulturraum im Dachstock des Gweyhuus war an diesem ersten schönen Sommerabend mit gut gestimmten Gästen gefüllt. Es war die 58. Ausgabe der informativen Jahreszusammenfassung in Heftform über die Geschehnisse in der Gemeinde, die vom Rickenbacher Kulturforum herausgegeben wird und stets auf grosses Interesse stösst.

Was geschah alles im 2022? Alle waren sofort vertieft in die Lektüre.

Die Ressortverantwortliche der Jahresschrift, Priska Stalder, begrüsste alle herzlich und erzählte etwas über die Entstehung der aktuellen Ausgabe. «Startsitzung hatte das Redaktionsteam im September und ging dann erst mal auf Ideensuche.» Was dabei herauskam, ist eine 100-seitige Broschüre über «Facts und Figures» aus dem Jahr 2022 der Gemeinde Rickenbach, über Menschen und Ereignisse, über die Pfadi, die Schule, die Zivilstandsnachrichten, ja sogar über das Wetter.

Was man weiss und doch nicht kennt: Zur Gemeinde gehören immer wieder auch Persönlichkeiten, von deren aussergewöhnlicher Tätigkeit man nicht viel wahrnimmt und die aus weiter Welt berichten können. In der Jahresschrift bekommen sie einen Auftritt, diesmal ist es Thomas Kolly aus Pfeffikon. Als Diplomat im Dienst des Landes kann er seit 34 Jahren aus verschiedensten Ländern berichten. Dies tut er in einem fünfseitigen Bericht, der von Anfang bis Schluss so spannend ist wie das Kurzreferat, das er am Freitagabend an der Vernissage hielt. Er erzählte von seiner Jugend in Pfeffikon in den Siebzigerjahren («Eine schöne Zeit!»), seine Berufswahl («Ich sollte entweder Pfarrer oder Diplomat werden»), von der Schweizer Garde und dann sehr eindrücklich von seiner Arbeit als Diplomat und den Schwierigkeiten in den Ländern wie Guatemala, Pakistan, Kosovo («Es wird nicht langweilig...»). Sein Bericht ist nachzulesen auf Seite 63.

... und dann wird es ganz still

Nach einem wunderschönen musikalischen Intermezzo des Michelsamter Klaviertrios mit Gina Bucher, Gwen Bucher und Mara Germann, bedankte sich Priska Stalder herzlich beim Redaktionsteam: «Es macht Freude, mit euch zusammenzuarbeiten!» Und zum Publikum: «Wir wollten euch nun etwas ‹gluschtig› machen...» Dann wurde die druckfrische Edition 2022 stolz und feierlich verteilt – und das Besondere in diesem Moment ist immer, dass es dann auf einmal ganz still wird. Alle halten ihre Köpfe gesenkt über die geöffneten Seiten der Broschüre und sind sofort hineingezogen in die Informationen, die Bilder, die Zahlen. «Ach, das war ja auch noch in diesem Jahr...» staunt, schmunzelt und tuschelt man leise, lächelnd vertieft in die Lektüre.

Unter ihnen zum Beispiel Pirmin Oehen. «Ich bin halt der Zahlenmensch, ich lese zuerst die Buchhaltung, der Zahlenspiegel der Gemeinde», antwortet er auf die Frage nach dem Fokus seines Interesses. Und dann: «Die Jahresschrift liegt bei mir auf dem Nachttischchen. Die wird gelesen von vorne nach hinten!», betont er. Seit 1992 in Rickenbach wohnhaft, hat er sich ein komplettes Archiv aller Jahresschriften angeschafft. Er ist auch Ehrengönner seit Jahren. «So etwas muss man unterstützen!» Auch Alois Galliker, der erst seit drei Jahren in Rickenbach wohnt, findet es eine «geniale Sache» und wichtig zu wissen, was in einer Gemeinde alles läuft. Und als gebürtige Rickenbacherin ist Susanne Müller-Habermacher der Jahresschrift sehr zugetan. Sie ist diejenige, die die Beiträge immer zuerst und am gründlichsten liest, denn sie ist die Lektorin. Sie mag am liebsten die Lebensläufe. «Es gibt immer wieder Überraschendes!»


Sympathische Ansprache: Die Ressortverantwortliche der Jahresschrift, Priska Stalder-Jurt.
Gab spannende Einblicke: Thomas Kolly.
Klaviertrio Michelsamt: Mara Germann, Cello; Gwen Bucher, Klavier; Gina Bucher, Violine.
Rund dreissig Gäste besuchten die Vernissage der Rickenbacher Jahresschrift 2022.
Wie war das schon wieder mit dem Inferno?
Geschichten, die man sonst nicht erfahren würde, entnimmt man der Jahresschrift.

Text und Bilder: Ursula Koch-Egli




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