Die CKW holen fast die ganze Ernte ab
Die CKW verkündete unlängst ein Traumergebnis von 160 Millionen Franken. Dies ist eine traurige Nachricht für alle Solarstrombetreiber im Einsatzgebiet der CKW. Man könnte ihr Gebaren schon fast als modernes Raubrittertum bezeichnen. Im Mittelalter war es der Bauer, der das Land eines Feudalherren oder Vogtes bewirtschaftete. Einmal pro Jahr kam der Vogt und holte sich den «Zehnten». Die CKW als Monopolist bezahlt Solarstromproduzenten aktuell um die 7 Rappen pro Kilowatt und verkauft den Strom für das Mehrfache. Natürlich gibt es für diesen Abgabepreis detaillierte Berechnungen. Doch wir alle wissen: Excel-Tabellen sind geduldig. Und so holt sich denn die CKW nicht einen Zehnten, sondern gleich den grössten Teil der Ernte ab.
Besonders stossend an der Geschichte ist, dass die CKW einen Teil des grossen Gewinns nun dem Kanton Luzern als Dividende ausschüttet. Jenem Kanton, der seit Jahr und Tag die Förderung von erneuerbaren Energien fördert. Der Kanton sollte hier seinen Einfluss als Aktionär geltend machen. Mit ihrem Gebaren leistet die CKW all jenen Vorschub, die eine Liberalisierung des Strommarktes verlangen.
Michael Egli, Beromünster