Die Aussicht vom Bifangpark
Eine Herde Kühe als «Blick aus dem Fenster des zukünftigen Pflegewohnheims Bifang Park» ist in der letzten Nummer des Anzeigers zu sehen. Etwas fehlt auf diesem Bild: das zwölf Meter breite Asphaltband der geplanten Kantonsstrasse, auf welcher mehr als 10 000 Fahrzeuge pro Tag verkehren werden. Weil diese Strasse auf einem drei Meter hohen Damm in nur 6.5 Meter Abstand am Heim vorbeiführt, darf kein Patientenzimmer auf diese Strasse orientiert sein. Um die andern Räume wirksam vom Strassenlärm zu schützen, müsste auf diesem Damm noch eine 180 Meter lange und drei Meter hohe Lärmschutzwand den Blick auf die Kuhherde verstellen. Diese Mauer soll jedoch nicht gebaut werden, weil die Kosten von 920 000 Franken unverhältnismässig wären. Wozu auch, wird argumentiert, es gibt ja Lärmschutzfenster. Massgebend ist aber die Lärmbelastung bei offenem Fenster, weil es ökologisch richtig ist, natürlich zu lüften. Der Strassenlärm wird auch die Umgebung, den «Park» des Heims massiv beeinträchtigen. Lärm macht krank, auch alte Menschen mit schlechtem Gehör.
Haben die für die Ortsplanung und das Heim Verantwortlichen diese Angaben aus dem Technischen Bericht Lärmschutz zur geplanten Kantonsstrasse übersehen? Wollen sie diese nicht wahrhaben, wie der Storch, der den Kopf in den Sand steckt und denkt: So sehe ich nicht, was ich nicht wissen will.
Hugo Wandeler
Raumplaner aus dem fernen Zürich, der die geplante Kantonsstrasse und deren Auswirkungen sorgfältig studiert hat, im Gegensatz zum Ortsplaner aus dem noch ferneren Bern, der das Strassenprojekt, wie im Anzeiger zu lesen war, nur sehr am Rande begleitet habe.
PS: An der letzten in Beromünster durchgeführten Gemeindeversammlung wurde im Bifang lediglich eine Zone für öffentliche Zwecke ausgeschieden. Ob und wann dort ein Pflegeheim gebaut werden kann, ist noch offen.