Der Samichlaus war wieder da...
Sie könnte schon fast als die «sechste Jahreszeit» bezeichnet werden: Die Samichlauszeit rund um den 6. Dezember. In allen Dörfern konnte das alte Brauchtum, nach zwei Jahren mit Einschränkung, nun wieder ausgiebig gefeiert werden.
Das vergangene Wochenende stand ganz im Zeichen vom Samichlaus. Urtümlich, urchig, und immer auch ein bisschen magisch, wurde das Brauchtum rund um die Legende des Heiligen Nikolaus ausgiebig gepflegt. Überall war die liebevoll mahnende, grosszügige Figur mit dem roten Mantel und langen Bart präsent. Feierliche Einzüge mit grossem Gefolge fanden in den Dörfern statt, ebenso wie die persönlichen Begegnungen von Familien mit dem Samichlaus im Wald oder zu Hause in der Stube. Dröhnende Trychlen, knallende Geisseln und leuchtende Yffelen bereicherten das uralte Brauchtum und das gesellige Zusammensein bei Glühwein, Nüssli und Mandarinen wurde besonders genossen. Im «Fokus» auf Seiten 2/3 lassen sich die eindrucksvollen Chlauseinzüge Revue passieren.
Grosszügig verschenken
Schon für die Kleinsten ist die Samichlauszeit eines der wichtigsten Ereignisse im Jahr. So auch in Römerswil, wo die Trychlergruppe Herlisberg mit den Basisstufen den Samichlaus an einem Morgen im Wald besuchte. In lichtdurchfluteter Stimmung über dem Nebelmeer, machten sich die Kinder auf den Weg, wo sie zusammen mit der Trychlergruppe einen Wald-Einzug bildeten und so zum Samichlaus marschierten. In Rickenbach begegneten die Waldspielgruppenkinder dem Samichlaus bei Nacht mit einem kleinen Lichterumzug im dunklen Wald. Am Feuer lauschten sie der Geschichte über den Nikolaus, der, so erfuhren sie, erst durch das Teilen seines Reichtums mit anderen Menschen wieder zur Freude im Herzen gefunden hatte. Dass dies das Wichtigste sei an diesem Brauch, wurde ihnen von Leiterin Sonja Meier vermittelt: «So wird äbe s’Härz warm ond voller Freud, wenn me andere öppis schänkt. Dorom schänkt euch de Samichlaus au öppis!»
Text: red, Bilder: zvg