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Der Nachthimmel in Purpur und Grün

Ein sanftes Farbenspiel, das auf- und abklang, sich ausbreitete und nach Westen entschwand: In der Nacht vom 10. auf den 11. Mai wurden in der Schweiz Nordlichter gesehen. So auch in unserer Region. 

Einmalig, erstmalig: Landessender Beromünster mit Nordlichtern am Himmel.


Wer zwischen 22 und 2 Uhr nach Norden schaute, wurde mit einem einzigartigen Spektakel belohnt. Nordlichter, von einer Anhöhe aus oder direkt vor der Haustür – wohl aber für die meisten das erste Mal im Leben.

«Schau zum Himmel, Richtung Norden», teilte man sich in der Nacht vom Freitag auf Samstag eifrig mit. Bilder in seltsamen Farben machten auf Social Media die Runde. Wer dann nach draussen ging, traute seinen Augen kaum. Der Himmel schimmerte in leuchtendem Purpur. Ein sanftes Farbenspiel, das auf- und abklang, sich ausbreitete und langsam nach Westen entschwand. Auch die typischen, senkrechten Streifen waren erkennbar. Nordlichter – gesehen vom Michelsamt aus. Gab es das je zuvor?

Faszinierend: Polarlichter über dem Blosenberg gesichtet und fotografiert von Reto Büchi.


Sonnenwind trifft auf Erdatmosphäre

In der Nacht von Freitag auf Samstag waren die Nordlichter vom Michels­amt aus in zwei Phasen sichtbar. Das erste Spektakel dauerte von zirka 22 bis 23 Uhr, ein zweites leuchtete etwa um ein Uhr früh auf, diesmal sogar in Hellgrün. Es zeichnete einen Schleier in senkrechten Bahnen, von aufleuchtenden runden Flecken begleitet und einem purpurroten Schimmer im Hintergrund. Vom Buttenberg bei Rickenbach aus gesehen, wirkte es wie ein farbiger Kamm über dem Stierenberg, von Ost nach West. Am Horizont war der Himmel hellgrün bis gelb.

Mit der Sichtung von Nordlichtern durfte gerechnet werden. Sonnenstürme sind es, die dieses Phänomen erzeugen. Teilchen werden von der Sonne weggeschleudert und gelangen als Sonnenwind in den Weltraum. Trifft dieser auf die Erde, regen die 2024 05 10 Aurora_ (3 von 8) Reto Büchi geladenen Teilchen die Moleküle der Erdatmosphäre an. Diese senden dann farbiges Licht aus. Gasmoleküle bestimmen die Farben. In einer Höhe von 200 Kilometern erscheinen sie rot, auf etwa 100 Kilometern grün.

Geduld wurde belohnt

«Als wir die ersten Nordlichter sahen, fuhren wir auf den Blosenberg», erzählt Sonja Meier aus Rickenbach. «Nach eineinhalb Stunden langen Wartens in der Kälte durften wir um Mitternacht dieses unglaublich schöne Spektakel geniessen.»

Auch Cyrill Stöckli aus Schenkon suchte einen exponierten Platz und wurde entsprechend belohnt. «Wir fuhren ganz bewusst an eine erhöhte Lage, zum Ahorn bei Eriswil. Diese Gelegenheit wollten wir nicht verpassen», erzählt er. «Jedoch waren wir wirklich gespannt, ob man die Polarlichter überhaupt sehen würde. Es muss ja vieles passen. Nach 30 Minuten tauchten sie plötzlich am Himmel auf! Wir durften das Lichterspiel zirka zwei Stunden beobachten. Es wäre sogar noch länger sichtbar gewesen, aber um 2 Uhr gingen wir dann gerne nach Hause.» Das Himmelsereignis berührte viele Menschen, die es sahen. In Cyrills Worten: «Es war wirklich sehr magisch und ich bin dankbar, dass ich das erleben durfte.»

Blick vom Ahorn aus bei Eriswil. Bild: Cyrill Stöckli


Landessender perfekt in Szene

Das sensationellste Bild schickte Reto Büchi aus Gunzwil. «Dass die Chance, Nordlichter zu sehen, auch bei uns gross ist, wusste ich aufgrund der Aurora App auf meinem Smartphone», erzählt er. Mit einer Nikon Z7 II, und einem Sigma 14mm 1:1.8 DG Objektiv ausgerüstet, verbrachte er etwa drei Stunden auf dem Blosenberg, rückte den Landessender und Licht perfekt ins Bild. «Es war schlichtweg sensationell, dass man die Nordlichter nicht nur mit der Kamera, sondern die Farben am Himmel von blossem Auge erkennen konnte. Das ist für unsere Breitengrade sicher sehr selten!»

Ursula Koch-Egli


Himmel in Purpur: Nordlichter über Rickenbach.   Bild: Liana Eiholzer

Vom Buttenberg aus. (Bild: Merlin Koch)

In Sursee. (Bild: Leon Koch)
Blosenberg. Bild: Larissa Meier
In Rickenbach. (Bild: Len Schüpfer)




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