Der «Gschechtebus» bleibt in der Garage
Seit mehr als fünf Jahren fährt der «Gschechtebus» in der Bibliothek Beromünster die Kinder in ihrer Fantasie an die verschiedensten Orte zu spannenden Geschichten. Die Leseanimatorin Denise Häfliger erzählt regelmässig Geschichten für die Kinder, bei uns wird das Datum jeweils gross eingeschrieben und so freuten wir uns schon auf den Besuch am letzten Mittwoch. Denise Häfliger erzählte eine schöne Herbstgeschichte, am Schluss gab es leider ganz viele traurige (Kinder-)Gesichter. Die Leseanimatorin hat uns mitgeteilt, dass das ihre letzte Geschichte in der Bibliothek Beromünster war. Nicht weil es ihr keine Freude mehr macht, sondern weil die Gemeinde Beromünster zu wenig finanzielle Unterstützung bieten kann. Man denkt jetzt vielleicht, warum braucht es Geld um Kindern eine Geschichte zu erzählen? Die Geschichten werden nicht «nur» erzählt, es ist viel Aufwand dabei. Die Geschichte wird mit Utensilien ausgeschmückt, dass die Kinder etwas zu sehen und fühlen haben. Und am Schluss gab es immer etwas für die Kinder zum basteln als Erinnerung, unsere Kinder blättern sehr gerne in diesem Büchlein und denken an die spannenden Geschichten zurück.
Warum muss so ein schöner Anlass für die Kleinsten aufhören? Warum müssen wir uns nun schlau machen, wo es solche Anlässe gibt, wenn wir im eigenen Dorf eine Leseanimatorin haben? Das stimmt mich sehr traurig, erst recht weil wir doch dieses Jahr das Label «Kinderfreundliche Gemeinde» erhalten haben.
Mir bleibt an dieser Stelle nur zu hoffen, dass es vielleicht doch noch eine befriedigende Lösung für die Gemeinde Beromünster und die Bibliothek gibt. Ausserdem bedanke ich mich noch einmal ganz herzlich bei Denise und dem Bibliotheks-Team für die wundervollen Stunden und wir wären die ersten, welche wieder im «Gschechtebus» mitfahren würden.
Manuela Schmidiger, Beromünster