Das Zunftmeistercasting im Bahnhöfli
An der Seniorenfasnacht im Bahnhöfli z Möischter wurde am Dienstagnachmittag nach einem neuen Zunftmeister gefahndet. Ob das bis zum Abend zum Erfolg führen würde? Das war gar nicht so wichtig. Klar war, zum Lustigsein brauchts keinen Meister, die Seniorinnen könnens auch ohne.
Dienstagnachmittag, 14 Uhr: Das Restaurant Bahnhöfli in Beromünster wird zum bunten Wimmelhaus. Allerlei Verkleidete finden den Weg dorthin zur Seniorenfasnacht, die Eingangskontrolle nimmts mit dem Alter nicht so genau, auch U-65 sind dabei.
Zentrales Thema und Motto aller Mottos der diesjährigen Fasnacht: Der fehlende Zunftmeister der Fleckenzunft Möischter. Da haben sich die Organisatorinnen des Frauenbunds was ausgedacht. Warum nicht ein Casting? Frisieren, einrahmen, ablichten... und schon taugt man als Kandidat oder Kandidatin für das hochangesehene Zunftmeisteramt.
So geht es mit den munteren Seniorinnen zunehmend bunt und bunter zu und her. Zur Musik wird getanzt, Frisuren werden aufgepeppt, und ein grosser Holzrahmen dient als Setting. Es scheint Spass zu machen und es wehrt sich jedenfalls niemand dagegen, Zunftmeisterin zu werden. Wenns doch so einfach wäre.
Da kommen auf einmal fünf gelb-rote Närrinnen zur Tür herein, als Parodie auf den heuer ebenfalls ausser Kraft gesetzten Zunftnarr. Es sind die sogenannten «Zischtigs-Wiber» und bringen noch mehr Schwung in die Bude. Auf einem Leiterwagen haben sie die Zunftmeister-Insignien dabei und drücken sie dem Erstbesten gleich in die Hand und auf den Kopf. Zugegeben, die Insignien sind nicht echt, nein, so schnell geht das nicht, aber wen kümmerts? Zunftmeister hin oder her, zum Lustigsein taugt jeder und jede als Meister. Und das ist erst der Anfang der Fasnacht von Möischter. Wenn das nur gut kommt.
Wer sich mit den «Zischtigs-Wibern» und den Insignien als «Zunftmeister» ablichten liess, steht nächste Woche im «Michelsämter».
Ursula Koch-Egli
Mehr Impressionen aus dem närrischen Treiben im Bahnhöfli Möischter:
Bilder: uke