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Das grosse Interview mit Chiara Stocker zu Gesundheit und Eigenverantwortung: «Sehe die Wunder und das Schöne das dich umgibt»

Chiara Stocker aus Beromünster hat sich kontinuierlich weitergebildet und weiterentwickelt, die letzten Jahre auf ihrem gelernten Beruf als Drogistin gearbeitet und parallel dazu die Ausbildung zur Dipl. Naturheilpraktikerin TEN absolviert und erfolgreich abgeschlossen. Nun ist sie mit vollem Elan und Herzblut dabei, ihre eigene Praxis aufzubauen. Im Gespräch mit dem Anzeiger Michelsamt erzählt sie über ihren Weg, über ganzheitliche Gesundheit und was jeder konkret für die Gesundheit tun kann.


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Wieso hast du dich für die Ausbildung zur Dipl. Naturheilpraktikerin entschieden?

Ich hatte schon immer ein grosses Interesse an der Gesundheit und dem Kontakt mit Menschen. Aus diesem Grund wählte ich auch meine erste Ausbildung zur Drogistin. Während meiner Zeit in der Drogerie wurde mir jedoch bewusst, dass ich noch tiefer die Gründe und Zusammenhänge hinter den Beschwerden erkennen möchte. Ich wollte mir mehr Zeit nehmen, um die Bedürfnisse und Krankheitsentstehungen der Patienten besser zu verstehen. Die Ausbildung zur Naturheilpraktikerin TEN (Traditionelle Europäische Medizin) war darum genau das Richtige für mich.

Wie hast du die Ausbildung zur Naturheilpraktikerin erlebt?

Es war eine unglaublich intensive und bereichernde Zeit! Die Ausbildung Naturheilkunde TEN ist extrem breit gefächert. Neben den praktischen und theoretischen Fächern wie der Anwendung und Wirkung von Pflanzenheilkunde, Humoralmedizin (diagnostisches und therapeutisches Grundkonzept TEN), Irisdiagnostik, Schröpfen, Fussreflexzonenmassage und einigen anderen naturheilkundlichen Methoden, habe ich vor allem viel über den ganzheitlichen Ansatz in der Behandlung gelernt. Es geht nicht um die Behandlung eines Symptoms, sondern um den gesamten Menschen und die Ursachenfindung. Die Praktikas im letzten Drittel der Ausbildung waren natürlich auch eine sehr lehrreiche Zeit, wo ich viel mitnehmen konnte für meine eigene Praxis.

Welche Durststrecken musstest du durchstehen?

Eine der grössten Herausforderungen war, neben der Arbeit in der Drogerie und der Schule, das ganze Wissen zu verknüpfen und praktisch anzuwenden. Es war nicht immer leicht, die Fülle an Informationen zu verarbeiten, vor allem, weil die Ausbildung so viele verschiedene Themenbereiche beinhaltete. Während diesen fünfeinhalb Jahren Ausbildung gab es natürlich Momente, in denen ich gezweifelt habe. Jedoch bin ich immer wieder klar zum Schluss gekommen, dass dies für mich der richtige Weg ist.

Du hast nun schon einige Jahre Praxiserfahrung. Wo findet man deine Praxis?

Meine Praxis liegt im schönen Beromünster in der Nähe der Mooskapelle. Die Praxis soll ein Ort der Ruhe und des Vertrauens sein. Eine Atmosphäre, in der sich die Patient:innen wohl und aufgehoben fühlen.

Was ist bei dir anders als beim Schulmediziner?

Mein Fokus steht für individuelle Therapien, ganz auf die Bedürfnisse der Patient:innen ausgerichtet. Ich schaue den Menschen als Ganzes an: Körper, Geist und Seele. Mein Ziel ist es, die Ursachen von Beschwerden zu erkennen und nicht nur symptomatisch zu behandeln. Ich halte es für wichtig, dass die Schulmedizin und die Alternativmedizin einander offen gegenüberstehen. Beide Systeme haben ihre Berechtigung und ihre jeweiligen Stärken.

Wie sieht ein Ersttermin bei dir in der Praxis aus?

Bei einem ersten Termin wird eine 60- bis 90-minütige Anamnese (Aufnahme Gesundheitszustand) durchgeführt. So bekomme ich einen ganzheitlichen Blick auf die Patient:innen. Es werden Fotos der Iris, des Antlitz (Gesicht) und der Zunge gemacht. Die Fotos dienen mir als diagnostische Unterstützung. Zum einen liefern sie wertvolle Hinweise, wo im Körper etwas aus dem Gleichgewicht geraten ist. Zum anderen ist die Irisdiagnostik auch ein Tool, um die Konstitution des Menschen herauszufinden und so langfristig etwas für die Gesundheit zu tun. Nach dem ersten Termin stelle ich ein auf die Patient:innen abgestimmtes Therapiekonzept zusammen. Dies beinhaltet unter anderem Phytotherapie (Spagyrik, Tinkturen, Aromatherapie, Bachblüten), Schüsslersalze, Orthomolekularmedizin (Prävention und Therapie mit Mikronährstoffen), Diätetik (Ernährung & Lebensstil) und manuelle Verfahren wie Schröpfen, Baunscheidtieren (Hautreizung zur Behandlung von Entzündungen, Schmerzen u.a.m.), Fussreflex und Massagen. Das Konzept und das weitere Vorgehen wird beim zweiten Termin besprochen.

Eignet sich eine Behandlung bei dir für alle und für alle Krankheitsbilder?

Das kann man schwer mit einem klaren Ja oder Nein beantworten. Es ist immer sehr individuell zu beurteilen. Grundsätzlich kann ich sagen, dass die Naturheilkunde sehr gut zu anderen Therapien dazu kombiniert werden kann.

Wie positionierst du dich? Wo legst du deinen Schwerpunkt in deiner Praxis?

Meine Schwerpunkte liegen in der Frauenheilkunde und der Darmgesundheit. Frauenheilkunde beinhaltet alles rund um das Thema «Frau sein» wie Menstruationsbeschwerden (PMS, Zyklusunregelmässigkeiten), Kinderwunsch, Endometriose, PCO-Syndrom bis hin zu den Wechseljahren. In der Darmgesundheit geht es darum, mithilfe Mikrobiomanalyse festzustellen, wie es um den Darm steht. Neben den klassischen Verdauungsbeschwerden kann eine gestörte Darmbesiedelung auch bei folgenden Themen mitverantwortlich sein: Hauterkrankungen, Allergien, chronische Entzündungen, Stress, Migräne, Immunsystem (Autoimmunerkrankungen) und mehr.

Was ist dein Credo?

Es braucht manchmal verschiedene Puzzleteile, um das Wohlbefinden und die Gesundheit wiederherzustellen oder auch einfach gesund zu bleiben. Ich persönlich glaube fest daran, dass die Natur uns unzählige Ressourcen und Möglichkeiten bietet, um Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen. In der Natur draussen finde ich Ruhe und Ausgleich zu meiner Arbeit. Immer wieder inspiriert es mich, mich mit dem Zyklus der Natur auseinanderzusetzen und diese Erkenntnisse auf mein eigenes Leben zu übertragen.

Was kann jeder ganz persönlich für seine Gesundheit tun?

Die Basis ist sicherlich eine ausgewogene Ernährung. Frische, unverarbeitete Lebensmittel und saisonale Produkte stärken den Körper und versorgen ihn mit den wichtigen Nährstoffen. Regelmässige Bewegung, sei es durch Yoga, Spaziergänge oder Sport, fördert sowohl die körperliche Fitness als auch die mentale Ebene. Achtsamkeit und Stressbewältigung sind ebenfalls wichtig. Techniken wie Meditation oder Atemübungen helfen, innere Ruhe zu finden und auch mal den Kopf abzuschalten. Indem wir unseren Lebensstil anpassen, können wir aktiv unsere Gesundheit stärken, um so möglichst fit zu bleiben.

Also nichts Verrücktes, nur gesunder Menschenverstand... Wo möchtest du in 5 Jahren stehen?

Bis in fünf Jahren werde ich das eidgenössische Diplom als Naturheilpraktikerin erlangt haben. Das kann man nach dem bestandenen Abschluss als Naturheilpraktikerin ODA AM absolvieren. Im Moment bin ich noch im Mentorat für die HFP. Am Ende gibt es nochmals eine Fallstudie zu schreiben, plus weitere Prüfungen zu bestehen. Für meine Praxis wünsche ich mir, dass ich bekannt bin für individuelle, empathische und kompetente Beratungen rund um die Gesundheit. Vielleicht arbeite ich bis dahin in einer Gemeinschaftspraxis, wo verschiedene Therapierichtungen zusammenkommen. Dies könnte ich mir sehr gut vorstellen. Den interdisziplinären Ansatz, den Austausch mit anderen Fachpersonen, sehe ich als sehr wertvoll.

Wo du schon mal das Wort hast, was möchtest du sonst noch sagen?

Gesundheit ist das Wertvollste, was wir haben. Es ist so wichtig, auf den eigenen Körper zu hören und die Signale wahrzunehmen. In der heutigen schnelllebigen Zeit vergisst man häufig sich selbst. Es ist wichtig, dass man sich seinen Bedürfnissen bewusst ist, diese kennt und dann mehr davon macht. Ich freue mich darauf, meine Patient:innen auf diesem Weg begleiten zu dürfen.


Weitere Informationen:

www.naturheilpraxis-lunaria.ch


Chiara Stocker hat es gern naturnah. Hier bei «flor&fjaere», Stavanger, die einzige Palmeninsel in Norwegen.




Persönlich: Chiara Stocker

Wohnort: Beromünster

Schulerinnerungen: In der grossen Pause liefen wir immer «Runden» ums Schulhaus. Besonders im Winter mit Schnee war das immer «riskant», da der hintere Teil des Schulhauses immer für die Schneeballschlacht bekannt war.

Gelernter Beruf: Drogistin EFZ und Dipl. Naturheilpraktikerin TEN

Lebensmotto: Sehe die Wunder und das Schöne das dich umgibt.

Hobbys: Singen, Natur, Yoga

Lieblingsfarbe: Im Moment Salbeigrün

Lieblingsessen: Grosis Lasagne kann man nicht toppen. Ich bin ein Genussmensch, mit gutem Essen kann man mich immer begeistern.

Lieblingsmusik: Je nach Stimmung kann es alles sein.

Das mag ich: Gute Gespräche, Zeit mit Freunden und Familie, in der Natur Zeit verbingen

Das mag ich gar nicht: Ungerechtigkeit


Eine ganzheitliche Gesundheitsberatung ist Chiara Stocker besonders wichtig.
Die stilvoll eingerichteten Praxisräume in Beromünster.




Text und Bilder: Karl Heinz Odermatt




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