«Damit hast du gleich eine ganze Wohnungseinrichtung!»
Ausstellung, Volksfest, Familientreffen und Party: Die diesjährige Präsentation der Projektarbeiten der Abschlussklassen der Sek Beromünster fand riesigen Anklang beim Publikum. Über 70 Arbeiten wurden gezeigt in drei vollen Sälen des Schulhauses St. Michael.
Die Vielfalt der präsentierten Arbeiten in den drei Hallen des Schulhauses St. Michael in Beromünster ist enorm. Beeindruckend ist vor allem die Freude, mit der die Jugendlichen sie präsentieren. Eigentlich wirkt alles fast wie eine kleine Gewerbeausstellung, mit sprühend jugendlichem Partyeffekt. Alle sind fröhlich und aufgestellt. Zeitweise gibt es zwischen den vielen Präsentationstischen fast kein Durchkommen mehr, so gross ist der Besucheraufmarsch.
«Unglaublich, was die alles machen!»
«Ich finde es genial. Wenn du da durchgehst, hast du grad eine ganze Wohnungseinrichtung!» sagt Besucherin Patricia Strotz begeistert. Ihr Sohn Michael hat ein Weingestell fabriziert. Draussen auf dem Platz stehen einige Leute um einen rauchenden Smoker herum. Andere bestaunen einen Hot-Pot mit Innenbeleuchtung und Feuerheizung.
Vor dem Singsaal sitzen vier Mädchen, die nächstes Jahr abschliessen werden und sich schon mal inspirieren wollen. «Die Regale, Backbücher, das Kleid!», meint die 8.-Klässlerin Sonja Bolzern. Die fünfjährige Ella hingegen ist vom schicken Schminktisch angetan und ihr Bruder vom Salontisch mit den Krokodilen. Der Besucherandrang an der Präsentation der Abschlussarbeiten in Beromünster am Dienstagabend ist enorm. Aus einer Ecke der Halle ertönt laute Volksmusik aus einer beleuchteten Milchbränte heraus. Eine Gruppe Jungs und Mädels stehen um zwei glänzende Töfflis herum. «Unglaublich, was die da alles machen!» meint ein Besucher staunend. «Nein, die wird nicht verkauft», sagt Cederic Jung verschmitzt auf die Frage, was seine grosse Liege aus Holz denn kosten würde. «Die kommt bei uns in den Garten!» Auch auf die originelle Feuerlöscher-Minibar mit Innenbeleuchtung hat man beim Produzenten keine Chance. «Die schenke ich meinem Vater!»
«Die haben wirklich ‹gschaffet›!»
Hinter all den Arbeiten steht eine lange Vorbereitungszeit. Der Projektunterricht war Teil des letzten Schuljahres aller Sekschüler:innen der vier Abschlussklassen von Beromünster. Begleitet auf dem Weg von der Idee über Umsetzung bis zum Finish wurden sie von den vier Lehrpersonen Daniela Bucher Schmidlin, Andrea Bucher, Michaela Koch und Sabrina Walker. «Ja, die haben wirklich ‹gschaffet›!», sagen Daniela Bucher Schmidlin und Andrea Bucher, «sie haben ganz grossen Einsatz gezeigt.» Nur Vereinzelte seien etwas in den Rückstand gekommen. «Viel Holz, viele Gestelle und Garderoben sind entstanden», so die beiden Lehrerinnen über die diesjährigen Trends, «und mal nur zwei Töfflis. Dafür sind die Projekte mit Epoxidharz total neu!» Die Projektarbeiten seien schon etwas wie das Dessert der Schulzeit – ja, wenn sie denn mal fertig seien. «Bei manchen ist es schon ein bisschen ein Kampf», so die erfahrenen Lehrerinnen.
Von Kampf oder Schwierigkeiten war aber am Dienstagabend auf dem Schulareal St. Michael nichts mehr zu spüren, bloss Freude, Spass und Stolz über das Erreichte, und sicher auch Erleichterung. Nur – das mit der «ganzen Wohnungseinrichtung» dürfte etwas schwierig werden. Die Sachen sind nämlich kaum zu haben. Die Jugendlichen haben selber solche Freude daran und haben ihre Werke meist für ihr eigenes Zuhause oder ihre Liebsten bestimmt. Damit haben sie etwas sehr Persönliches geschaffen, was ihren eigenen Neigungen und Talenten entspricht. Von der Go-Pro-Kamera zur Velotour, vom Biketrail zum Spielplatz, vom Kochbuch zum Seidenkleid und vom Pferdezaumzeug zum Traumhaus ... in diesen Jugendlichen schlummert viel Potenzial. Mit Abschluss der Schulzeit und Start ins Berufsleben findet es neue Entfaltung.
Text und Bilder: Ursula Koch-Egli
Weitere Bilder und Impressionen der Abschluss-Präsentationen im Schulareal St. Michael Beromünster vom Dienstag, 16. Mai:
Bilder: Ursula Koch-Egli