Chommerbuebe-Event 2024: Spasserei hoch drei!
Showtime mit den Starbugs – und die Lacher sind auf sicher. So auch am 17. Chommerbuebe-Event vom vergangenen Samstag in Neudorf. Schon beim Apéro eine halbe Stunde vor Showbeginn gibt es im Gemeindesaal fast kein Durchkommen mehr. Auch dieser Event in sorgt für restlos ausverkaufte Plätze. Dabei ist alles nur ein Test.
Schon beim Apéro eine halbe Stunde vor Showbeginn gibt es im Gemeindesaal rund um die Stehtische fast kein Durchkommen mehr. Der Chommerbuebe-Event Nr. 17 hat einmal mehr für restlos ausverkaufte Plätze gesorgt und 200 Fans nach Neudorf gelockt. Denn die Starbugs, bereits zum zweiten Mal gastierend hier, gelten als sicherer Wert für beste Gutelaune-Unterhaltung mit hochprozentigem Lachfaktor. Warum der Chommerbuebe-Event diesmal im Frühling angesagt wurde und nicht wie gewohnt im Herbst, wird Initiator und Triebfeder Hansjörg «Jogi» Schüpfer erst am Schluss der Show erklären. Erst mal begrüsst er das Publikum, das inzwischen Platz genommen hat, auf seine sympathische und direkte Art, gibt einige Instruktionen zum Ablauf («dass es kes Poff ged») und heisst die drei Berner Bühnenkünstler willkommen: «Und jetzt: Showtime mit den Starbugs!»
Tinu, Fäbu und Silu – je nachdem auch andersrum – sind in Hochform
Dunkel wirds im Saal, gleich mit starkem Sound- und Showeffekt zu Beginn sieht man drei leuchtende Strichfiguren im Neonlicht tanzen. Dann wirds wieder dunkel – oh, technische Panne? Zu dumm, findet die nächste Nummer, der Männer-Striptease, halt im Dunkeln statt. Links Tinu, rechts Fäbu, in der Mitte Silu – oder auch umgekehrt, wie auch immer – auf jeden Fall wird die Panne überbrückt, indem die Leute im Saal ihre Handy-Lampen zücken müssen und voilà – der Funke zwischen Künstlern und Publikum ist gesprungen. Im Laufe des Abends werden noch viele solcher Trickelemente gezückt. Nahtlos weiter gehts mit dem süffigem Reisser Anton aus Tirol, übergehend in Tschaikowskys Schwanentanz im Tutu – ein immer beliebtes Sujet in besseren Turnshows, hier graziös männlich dargeboten und choreografisch stichfest, inklusive dem Damenbein als Schwanenhals. Be- und geflügelt gehts dann weiter zur Quietschnummer eines Gummihuhns am Mikrofon... und das Publikum am Dauerlachen.
«Unbeschwert lausbübische Unterhaltung, was will man mehr?» Besucherin Hildegard nach der Show.
Licht, Sound und Körpersprache
Frech und dynamisch kommt die Show rüber, nahbar die Künstler, die dabei kaum Worte gebrauchen. Nur Licht, Sound und Körpersprache. Drei sympathische Berner Giele, topfit und präsent, drei Schönlinge mit Hang zur Blödelei, auch gerne mal mit wenig Kleid und nahe an der Gürtellinie. Die nächste Nummer, da muss man mitlesen, wird man gewarnt, denn die hat Untertitel. Diese stehen auf kleinen Plakaten vor einem plötzlich Nackten, der damit krampfhaft seinen Titel zu verdecken versucht. Dann die Sache mit der Bowling Kugel: eine solche wird ins Publikum geschmissen – was für ein Schreck! Nein, es ist nur ein weiterer Witz aus der Trickkiste, die Kugel wurde kurz zuvor mit einem Schaumstoffball ausgetauscht.
Titanic-Parodie zum Schieflachen
Herausragend dann die Parodie auf den Film Titanic, irrwitzig nachgespielt und mit entsprechender Filmmusik hinterlegt, rührt sie an den Emotionen – wer kennt nicht diese Szenen. Zum Schieflachen die Liebesszene am Bug, pantomimisch top und fast bedrängend wird das Ertrinken dargestellt. Ja, und wo Wasser, da muss es ja kommen: Spannung baut sich auf, einer schreitet mit dem Kessel aufs Publikum zu, der andere füllt ihn mit Wasser und der dritte bringt schon einen Regenschirm, die vorderen Reihen machen sich schon mal gefasst auf eine kalte Erfrischung und tatsächlich, er schüttet den Kessel aus... aber: alles nur Confetti. Die Umkehr-Überraschung, der heitere Ist-ja-nichts-Effekt – das macht den Spass aus, den man an diesem Abend in Hülle und Fülle geniesst. Und dann ist Pause.
«Lustig» und «gut» ist es, klingts durchgehend aus dem fröhlichen Publikum. Nicht alltägliche Comedy mit neuen, kreativen Ansätzen, die man so noch nie gesehen habe. Erinnerungen an Jogis Crazy Show kommen gar auf, der einstigen, witzigen Rickenbacher Talentshow der Neunziger Jahre, mehrmals durchgepustet noch im Rösslisaal – auch dies damals schon eine Idee des visionären Spassvogels Jogi Schüpfer. Was er inzwischen als Initiant der beliebten Chommerbuebe-Comedy-Events Events zustande gebracht hat, zusammen mit der ganzen unermüdlichen Fasnachtstruppe, ist schlicht sensationell. Unauffällig steht an einem Nebentisch im Saal eine Frau, die man doch von irgendwo her zu kennen meint. Wer ist sie schon wieder? Den Notizblock vor sich, verfolgt sie haargenau den ganzen Ablauf der Show. Interessant. Sie wird später noch befragt, denn jetzt schellt Jogi mit der Glocke, was heisst: Achtung Leute, zurück auf die Plätze, es geht weiter!
«Ich schaue, dass die drei parat sind.» Nadja Siegers wichtige Funktion bei den Starbugs.
Rocker, Engel und Banane
Und es wird sportlich. Die drei nicht zu bremsenden Starbugs Tinu, Fäbu und Silu strampeln sich strahlend und topfit im Outfit der 90er-Jahre über die Bühne. Nein, dies ist kein besserer, dies ist ein sehr guter Turnerabend. «s’louft guet, s’louft guet...» kommentieren sie berndeutsch und erklären gleich, dass ihr Jugendtraum – das Rockkonzert – jetzt endlich verwirklicht werde. Ein Playback der besseren Sorte wird geboten mit Brille, Stirnband und Perücke zu Queen, Bob Dylan und Co. – technische Pannen als zuckersüsse Sürprisen inbegriffen. No time like showtime... nichts, was die drei lieber täten. Und dann die Engel-Nummer. In Übergang an die Rock- und Popsongs («you walk like an angel...») erscheint Silu im wehenden weissen Gewand mit Flügeln. Die Flügel gehen leider kaputt. Doch dafür gibts Tacker. Der Engel und sein Tanzpartner legen eine filmreife Dirty-Dancing-Nummer hin zum Abheben. Das Publikum strahlt! Ja, und das wärs dann auch schon gewesen... könnten die drei nicht auch noch zaubern. Als Zugabe wird in der Trickkiste von David Copperfield gewühlt, mit dem Resultat einer zerquetschten Banane in der Handtasche der Zuschauerin in Reihe zwei, doch alles im Rahmen und der Abend einzig aufgelegt zum Spassen. Heiterkeit pur, zwei Stunden lang.
Alles war nur ein Test
Dankend verneigen sich nun die drei Starbugs vor dem applaudierenden Publikum, dem eben mitgeteilt wird, dass es den Künstlern als Versuchskaninchen gedient hat. («Danke, dass ihr unser Testpublikum wart!») Denn was es gesehen hat, war wie angekündigt eine Tryout-Show, wo eben live getestet wird, wann die Effekte beim Publikum ankommen und wie die Pointen funktionieren. Das war auch der Grund, weshalb der Chommerbuebe-Event schon im März stattfand und nicht erst im November, denn die Starbugs gehen im April auf Welt-Tournee. Klar, dass davor noch etwas Feinschliff nötig ist. Dafür hat das Chommerbuebe-Publikum gerne und bestens gedient. Und jetzt wird auch klar, was die Dame mit Block und Schreibstift macht: Es ist die Regisseurin der Starbugs, Nadja Sieger, besser bekannt als Nadeschkin vom Komikerduo Ursus und Nadeschkin. Bei der Stückentwickung führt sie Regie, denn die Show – da vor internationalem Publikum - muss ohne Worte funktionieren. In ihren Worten: «Ich schaue, dass die drei parat sind, wenn sie am 11. April auf Tournee gehen!»
«Plötzlich hats zack-zack-zack gemacht!» Starbug Fäbu. Auf einmal klappte in der Show alles.
Regisseurin macht den Feinschliff
«Wir sind sehr, sehr happy, alles hat gegriffen!», erklärt Starbug Fäbu anschliessend im Backstage-Bereich, wo die drei noch fast eine Stunde lang zusammen mit Nadja Sieger Punkt für Punkt der Show durchgehen. Harte Arbeit also, so ein Abend voller Klamauk. Aber heute in Neudorf ists passiert. «Plötzlich hats zack-zack-zack gemacht!», sagt Fäbu und strahlt. «Was bisher noch aus Einzelteilen bestand, hat nun auf einmal ineinandergegriffen wie die vielen Räder eines Zahnrads!» So also funktionierts. Noch gebe es hundert Sachen zum Feilen, wissen die drei Komiker, also «die drei plus eins», die Starbugs sind, zusammen mit Regisseurin Nadja Sieger schon seit zwanzig Jahren unterwegs. Na dann, viel Spass!
Süffiger Gutelaune-Cocktail
Begonnen hat es mit der professionellen Spasserei der drei Starbugs einst in ihrem Heimatdorf im Berner Seeland, wo sie, offenbar schon seit Kindheit ein Dream-Team, ihre ersten Showeinlagen auf der Turnvereinbühne präsentierten. Erst in «normalen» Berufen ausgebildet, haben sie sich schliesslich vollständig der Comedy gewidmet und heute frönen sie dieser hauptberuflich. Ihre Nummern denken sie sich zu dritt aus, die Regisseurin sorgt für den Feinschliff.
Wer noch mehr Lust hat auf ihren süffigen Gutelaune-Cocktail, hat Anfangs Dezember schon wieder Gelegenheit dazu, nämlich in Hochdorf. «Unbeschwert lausbübische Unterhaltung», wie Besucherin Hildegard Härry nach der Show lachend sagt, «was will man mehr?»
Treues Stammpublikum
Kaum ist die Show vorbei, werden im Gemeindesaal von Neudorf Tische und Stühle gerückt, und im Nu verwandeln die 14 eifrigen Chommerbuebe und Chommerfrauen – übrigens eine gar nicht von Kummer geplagte, seit 2000 bestehende Fasnachtsgruppe von Beromünster – den Gemeindesaal in ein gemütliches Festlokal. Getränke und Fleischplättli werden flink balanciert, die vielen Gäste sitzen noch lange unglaublich gemütlich und zufrieden beisammen. Ein treues Stammpublikum, sei es am Event, im Fasnachtswagen oder einfach sonst – der Chommerbuebe-Event Ausgabe ‘24 wirkt schon fast wie ein Familienfest.
Ursula Koch-Egli
Weitere Impressionen vom fabulösen Showtime-Abend mit den Starbugs in Neudorf vom Samstag, 23. März 2024. (Bilder: uke)
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