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Bundesfeier 31/07 vor dem KKL: Sympathischer Auftritt der Gastgemeinde Hildisrieden (mit Bildergalerie)

Eine grosse Delegation Hildisrieder feierte am Mittwoch, 31. Juli, auf dem Europaplatz vor dem KKL die bereits 6. Bundesfeier 31/07 in Luzern und gestaltete diese mit. Es war ein gelungener, vielfältiger Anlass mit einer überzeugenden Ansprache von Bundesrat Guy Parmelin, der auch gerne und locker den Austausch mit Hildisriedern pflegte. 

Die Danwald-Jodler v.l.: Andreas Estermann, Erika Estermann-Disler, Erika Estermann-Föhn und Jakob Estermann.


Die Bundesfeier in Luzern am Vorabend des 1. August ist die letzten sechs Jahre zur Institution und Tradition geworden, auch dank ihrer Vielseitigkeit und da es immer gelungen ist, einen Bundesrat nach Luzern zu locken. Auch die Idee mit den Gastgemeinden funktioniert, so war es vor zwei Jahren Ermensee, das für Stimmung und Ambiance sorgte, letztes Jahr waren die Quartiervereine der Stadt geladen, und dieses Jahr war es wieder eine besondere Gemeinde: Hildisrieden. Und natürlich war mit Guy Parmelin auch wieder ein Bundesrat zu Gast.

Organisator der Feier ist der politisch unabhängige Verein «31/07 Bundesfeier», der durch Firmen-Sponsoren und Privatpersonen aus der Region unterstützt und von vielen freiwilligen Helferinnen und Helfern getragen wird. Präsidiert wird der Verein von Ständerätin Andrea Gmür-Schönenberger. Sie meinte: Ein Journalist stellte mir kürzlich die Frage: «Was mussten Sie tun, wie viele Kisten Wein mussten Sie Guy Parmelin versprechen, dass er nach Luzern kommt? – Meine Antwort: Gar nichts, keine einzige, Bundesräte sind unbestechlich!»

«Es freut mich, dass 53 Personen in Luzern ein weisses Hildisrieder T-Shirt tragen und Hildisrieden repräsentieren werden, und dass insgesamt über 70 Hildisriederinnen und Hildisrieder vor Ort sein werden», sagte Gemeindepräsidentin Monika Emmenegger schon vor der Feier. So entstehe ein noch stärkeres Zusammengehörigkeitsgefühl, ist sie überzeugt. Eine grössere Gruppe reiste bereits zusammen im Bus an und witzelte, ob man den ersten Bus am Morgen nehmen wolle, um das Programm voll ausschöpfen zu können. Prompt geriet man dann in eine Billetkontrolle, natürlich waren alle Hildisriederinnen und Hildisrieder mit einem gültigen Fahrausweis unterwegs.

Die Musikgesellschaft Hildisrieden war bereits früher nach Luzern angereist, da sie früh an der Reihe war mit ihrem Set von sechs Stücken, die von zwei Märschen umrahmt wurden: «Menzberg» und den «Rumisberger Marsch». Ihre Vielseitigkeit zeigten sie einem grossen Publikum weiter mit «Mr. Rock & Roll», dem bereits zum Evergreen gewordenen «Für immer uf Di» von Patent Ochsner, «Umbrella» von Rihanna und «Sennesinger» von Trauffer. Moderatorin Katrin Brunner erwähnte natürlich auch das diesjährige 150-Jahr-Jubiläum der MG Hildisrieden und empfahl, für die Jubiläumsparty sowie für die Fahnenweihe und Teilinstrumentierung am 6. und 7. September Tickets zu besorgen.  

Die Danwald-Jodler hatten dann ihren gelungenen Auftritt. Sie bestehen aus Erika Estermann-Disler, Erika Estermann-Föhn, Andreas Estermann-Hummel und Jakob Estermann-Disler vom Ohmelinge. «Wir haben unseren Auftritt genossen, es war ein tolles Erlebnis für uns.» Gerne machten Andreas und Jakob Estermann noch ein spassiges Foto mit Ständerätin Andrea Gmür. 

Spot an: Hildisrieden im Rampenlicht

Anschliessend waren die Fahnenschwinger und das Alphorn Duo «Glockenblume» an der Reihe. Dann führte Moderatorin Katrin Brunner ein lockeres Interview mit der Hildisrieder Gemeindepräsidentin Monika Emmenegger. Katrin Brunner wies auf den interessanten historischen Fakt hin, dass das Wappen der Gemeinde, eine Armbrust auf einem roten und weissen Feld, schon im 12. Jahrhundert anzutreffen ist, somit noch vor 1291 und definitiv auch vor Wilhelm Tell. Sie sagte: «Monika, ich durfte dich vor zwei Wochen auf Hildisrieder Boden zum ersten Mal treffen. Die Aussicht war wirklich atemberaubend!» Dann stellte sie ihr vier Fragen:      

Was sieht man alles von Hildisrieden aus?

«Hildisrieden liegt auf dem Höhenzug Erlosen zwischen Sempachersee und dem Baldegger-/Hallwilersee auf nicht ganz 700 m ü. M. Hildisrieden ist traumhaft und gehört auch zu den Spitzenreitern bei den Sonnenstunden pro Jahr im Kanton Luzern. Von Hildisrieden sieht man in den Berner Jura, Napf, ins Entlebuch, unter anderem auch das Windrad Lutersarni, die Pilatuskette, den Bürgenstock und im Hintergrund den Titlis, danach östlich die Rigi und am Horizont die Berge in der Ostschweiz, wie der Säntis. Es lohnt sich, besuchen Sie mal Hildisrieden!»

Wofür ist Hildisrieden sonst noch bekannt und worauf seid ihr stolz?

«Stolz bin ich auf vieles, vor allem auf unsere Vereine, die das Dorfleben bereichern. Bekannt ist Hildisrieden durch Golf Sempachersee, das ganze Areal liegt auf drei Gemeinden, Beromünster, Sempach und Hildisrieden, wobei der grösste Teil auf Hildisrieder Boden liegt. Im Ortsteil Traselinge befindet sich eine wunderschöne Kapelle, die Antonius-Kapelle, die vor gut 20 Jahren durch den Bischof eingeweiht wurde.»

Was sind für dich als Gemeindepräsidentin Herausforderungen, die zu lösen sind?

«Herausforderungen hat jede Gemeinde, diese sind dafür da, um sie zu lösen. Hildisrieden ist eine privilegierte Gemeinde. Bei uns sind die Boden- und Mietpreise entsprechend hoch, dafür der Steuerfuss sehr attraktiv, wir sind in den Top Ten des Kantons Luzern. Auf der anderen Seite sind bei uns fast alle Doppelverdiener, arbeiten die ganze Woche und haben deshalb kein grosses Interesse, sich in der Gemeinde zu engagieren. Da müssen wir sehr gut aufpassen, dass wir nicht in einigen Jahren eine Schlafgemeinde sind. Der Gemeinderat hat das seit einiger Zeit erkannt und Lösungen umgesetzt. So versuchen wir, die Vereine und die Jugendförderung in der Gemeinde finanziell grosszügig zu unterstützen, aber auch die Infrastruktur in Schuss zu halten und für Hildisrieder Vereine attraktiv anzubieten. Zudem ist es wichtig, die Vereine wertschätzend mit Besuchen an Anlässen mitzutragen.»

Was unternehmt ihr, um die Gemeinschaft zu stärken?

«Hildisrieden ist auch in dieser Hinsicht mega! Wir sind heute mit über 70 Personen vor Ort. Die Vereine sind für unsere Gemeinde und unsere Dorfkultur sehr wichtig. Zudem hat das letztjährige 850-Jahre-Jubiläum dazu beigetragen, dass wir noch mehr zusammengewachsen sind. Auch versuchen wir immer wieder etwas Neues, um die Gesellschaft abzuholen, z. B. seit 2018 das Hildisrieder Märtläbe, 2019 waren wir am Jasstisch vom Donnschtig-Jass, danach organisierten wir eine Grenzwanderung über 4 Jahreszeiten usw. Ideen und Pläne für das nächste Jahr sind bereits in der Vorbereitung. Kurz und gut – Hildisrieden ist top!


Immer wieder brandete Applaus auf, die Hildisrieder und die Hildisrieden-Fans waren nicht zu überhören. Anschliessend übernahm die Bigband «Jazzorchestra Rothenburg», während geladene Gäste und Sponsoren eine kurze Fahrt auf einem SGV-Schiff geniessen konnten. 

Um 19 Uhr startete der offizielle Festakt mit einer Rede von Ständerätin Andrea Gmür. Als sie die Gastgemeinde Hildisrieden erwähnte und sagte «Hildisrieden hat letztes Jahr das ganze Jahr gefeiert, sie wissen wie man feiert, ich bin überzeugt, dass sie auch heute Abend lange feiern werden», brandete der grösste spontane Applaus aller Programm-Höhepunkte auf. Der Direktionsvorsteher der Umwelt- und Mobilitätsdirektion, Stadtrat Adrian Borgula, überbrachte ein Grusswort des Stadtrates. Er betonte: «Demokratie ist nie fertig, sie entwickelt sich ständig weiter.» Dann leitete Andrea Gmür über zum Höhepunkt des Abends, der Rede des Wirtschaftsministers Guy Parmelin. 

Weder perfekt noch unendlich weise, doch das am wenigsten schlimme System ... 

Er stellte Überlegungen zum Nationalstolz in den Mittelpunkt. In der Schweiz gebe es eine beachtliche Lebensqualität, eine grosse kulturelle Vielfalt, viele Freiheiten, aber keine Unterdrückung, kaum Korruption oder Arbeitslosigkeit, sagte Parmelin. Das Land habe stabile Institutionen. «Es gibt keine plötzlichen Kursänderungen, die rasch das zerstören können, was über die Jahre wohlüberlegt aufgebaut wurde», sagte er. Das Problem der Schweiz sei, dass sie sich oft «von der falschen Seite her durch das Fernglas betrachtet und damit alles ganz klein aussieht», sagte Parmelin. Das Land tendiere dazu, sich kleiner zu machen als es sei. Parmelin gibt sich optimistisch, spricht jedoch auch die Probleme des Landes an. Er schliesst mit einer Aussage von Winston Churchill: Man könne die Schweiz als ein Land sehen, «das sicherlich weder perfekt noch unendlich weise ist, jedoch das am wenigsten schlimme aller politischen Systeme, von dem andere in vielerlei Hinsicht etwas lernen könnten». Es war für Parmelin die erste von drei 1.-August-Reden. Er trat auch in Stein am Rhein und in der Genfer Gemeinde Jussy ans Rednerpult. 

Das gemeinsame Singen der Nationalhymne an diesem wunderschönen Ort war dann ein weiteres ergreifendes Highlight.

Lia Weber, Sandro Fleischli und Elia Troxler freuten sich mit Monika Emmenegger über den unkomplizierten Kontakt mit Bundesrat Guy Parmelin. Lia Weber sagte freudestrahlend: «Es war herzergreifend! Wir konnten kurz mit ihm reden, er war ganz locker und umgänglich. Als wir fragten, ob wir ein Foto mit ihm machen dürften, sagte er: Natürlich!» 

Anschliessend gabs mit der «WannaDance»-Tanzshow tänzerische Action und einen unmittelbaren Einbezug des Publikums. Später übernahm DJ Maik Wisler, bevor ab Mitternacht Afterpartys in den Clubs Moderne Karussell und ROK Klub angesagt waren.

Gemeindepräsidentin Monika Emmenegger sagte nach dem gelungenen Event: «Es war eine grosse Ehre und Wertschätzung für Hildisrieden, eine mega Stimmung, wir konnten grossartige Kontakte pflegen und neu knüpfen. Die Musikgesellschaft Hildisrieden und die Danwald-Jodler prägten das grossartige Rahmenprogramm mit. Bundesrat Guy Parmelin konnte mit den Inhalten seiner 1.-August-Ansprache vollauf überzeugen.»



Überzeugten mit einem starken Auftritt vor dem KKL: Die Musikgesellschaft Hildisrieden.



Überall waren Hildisrieder mit ihren weissen T-Shirts zu sehen.


Sandro Fleischli, Lia Weber und Elia Troxler stiessen mit Monika Emmenegger auf das tolle Erlebnis an. 


Der Hildisrieder Gemeinderat Stephan Wolf im lockeren Austausch mit Bundesrat Guy Parmelin.


Guy Parmelin bei seiner starken Rede in bestem Deutsch, sogar mit Wortwitz und Lockerheit.


Moderatorin Katrin Brunner interviewte die Hildisrieder Gemeindepräsidentin Monika Emmenegger.




Guy Parmelin kurz vor seiner 1.-August-Rede.
Das OK der Bundesfeier 31/07.




Text und Bilder: Karl Heinz Odermatt




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