Blasorchester entführte das Publikum in andere Kulturen
Unter der Leitung von Marius Brunner aus Luzern fand das einmalige Winterkonzert der Musikgesellschaft Neudorf und der Feldmusik Triengen am letzten Wochenende statt. Am 5. Dezember konnte man das Ensemble in der Pfarrkirche St. Agatha in Neudorf erleben. Am 7. Dezember fand das Konzert im Forum Triengen statt.
Es war dies ein faszinierendes Konzert-Projekt, auf das jedoch lange darauf gewartet werden musste. Nach einer längeren Probenpause war es letztes Wochenende soweit. Für die Mitglieder der beiden Vereine von Triengen und Neudorf war es ein einmaliges Erlebnis, in einer Blasorchesterformation ein musikalisches Highlight zu bieten. Mit dieser grossen Bühne wurden auch grosse Werke in der voll besetzten Pfarrkirche in Neudorf präsentiert. Manuel Burkhard präsentierte das Konzertprogramm und führte gekonnt und informativ durch die einzelnen Stücke.
Musik vereint
Musik bringt bekanntlich Menschen zusammen. Es lässt sie tanzen und fröhlich sein, manchmal bringt die Musik die Menschen auch zum Weinen. Mit dem Projekt «Folk Songs» wollten die beiden Vereine von Neudorf und Triengen die Menschen wieder näherbringen, mit Volksmusik oder Folklore, welche über Generationen die Menschen verbindet. Die traditionellen Melodien und Texte von verschiedenen Wurzeln, welche stark zur Identität einer Kultur beigetragen haben. Das Publikum wurde vom Blasorchester Triengen-Neudorf in nahe und ferne Kulturkreise entführt.
Einmal um die Welt
Die Aufmerksamkeit des Publikums holte sich das Blasorchester ab dem ersten Ton mit «Espíritu» von Victoriano Valencia Rincon. Mit einer melodischen Konstruktion und rhythmischer Kraft entführte das Stück in lateinamerikanische Emotionen. In nur fünf Minuten reiste man durch magische Landschaften, die den Einfluss der afrikanischen auf die südamerikanische Musik zeigten. Das zweite Stück brachte die Zuhörer nach Nordamerika. Mit «Shenandoah» von Frank Ticheli. Inspirierte sich der Komponist durch die Freiheit und Schönheit von der Melodie eines Volksliedes. Im Speziellen ein Bild von einem fliessenden Fluss mit dem wohlklingenden Namen «Shenandoah». Die «English Folk Songs Suite» von Ralph Vaughan Williams, ist die Verwendung von drei verschiedenen Titeln für drei verschiedene Versionen. Angefangen mit Marsch – «Seventeen Come Sunday», gefolgt von Intermezzo – «My Bonny Boy» und Marsch – «Folk Songs from Somerset». Eine typisch klassische Blasmusik. Zu Beginn pompös, dann berührend und zum Schluss einfach genial.
Heimweh
Mit dem heimatlichen Intermezzo «Dr’ Heimatvogel», brachte das Ensemble die Zuhörer zurück in die Schweiz. Der Name des Stücks zeigt jemanden, der zu Hause einen Singvogel einfangen möchte, es jedoch nicht schaffte. Auf seiner Reise um die Welt hörte er andere schöne Singvögel. Von da an war er einfach zufrieden, dem Vogel zu Hause in der Freiheit zuzuhören. Das Stück wurde mit Gesang unterstützt und zeigte, dass die Musikanten auch stimmliche Stärken draufhaben. Eine wunderbare Komposition, die in der Pfarrkirche Neudorf das Gefühl von Heimat kreierte.
Asiatische Einflüsse
Eine rhythmische und faszinierende Ergänzung zum Konzertprogramm war die beliebte asiatische Melodie von «Yagi-Bushi». Dieser japanische Marsch von Naohira Iwai basiert auf einem traditionellen energiegeladenen Volkstanz. Einmal rund um die Welt, endete das Konzert mit dem osteuropäischen Potpourri «Balkan Dance» von Etienne Crausaz. Der Ostschweizer Komponist fand die Anreize in der Rockmusik. Diese Kombination aus dem Osmanischen Reich mit exotischen Einflüssen liess das Publikum ausgelassen mitsteppen. Das Fernweh konnte an diesem Nachmittag definitiv gestillt werden, wenn auch nur für ein paar Stunden. Das Publikum bedankte sich mit tosendem Applaus und durfte die Zugabe «Second Century» von Alfred Reed geniessen.
Ausblick
Manuel Burkhard bedankte sich für den Besuch und die wertvolle Unterstützung. Zusätzlich wurde angekündigt, dass im nächsten Jahr die gemeinsame Teilnahme am Luzerner Kantonalen Musikfest in Emmen angestrebt wird. Im Anschluss an das Konzert offerierte das Blasorchester Musikgesellschaft Neudorf draussen Glühwein und Lebkuchen.
Text und Bilder: Corinne Röthlisberger